Eine kleine Gutenachtgeschichte zum Schmunzeln

Wie es so ist, wenn man mit kleinen Kindern einkaufen geht – sie sehen etwas, das sie dann unbedingt haben wollen:
«Liebe Dita, bitte, bitte! Darf ich dieses süsse Nachtlicht haben?», bettelte Emmi, meine achtjährige Enkelin. «Ich habe mir schon immer einen kleinen leuchtenden Pandabären gewünscht!»
Und dann erzählte sie mir, dass sie kürzlich mit Papa schon in hier war und Papa einfach an den Lichtern vorbei lief, ohne auf ihren Wunsch einzugehen. Ich kann das natürlich verstehen.

Nun stand ich etwas unsicher mit ihr und ihrer vierjährigen Schwester Lilith vor dem Regal und überlegte einen Moment. Da verkündete die Schwester, dass sie dann das andere, das Einhornlämpchen nehmen würde.
Aha, okay. Natürlich. Sie will auch eins.
«Nun, eure Eltern werden sich wahrscheinlich nicht so freuen, wenn ihr schon wieder neue Sachen heimbringt.»
«Meines können wir ja dann bei dir lassen, Dita», bot mir Lilith entgegenkommend an. «Wenn ich dann bei dir schlafe, ist das Nachtlämpchen schon da.»
Gute Idee, das entspannt die Lage etwas, dachte ich. Obwohl – ich möchte eigentlich genauso wenig wie die Eltern zu viele der Dinge horten. Aber ich hatte an diesem Tag das Bedürfnis, die beiden ein wenig zu verwöhnen, und kaufte die Lämpchen.
Gesagt, getan: Das eine blieb bei mir, das andere wurde fest ans Herz gedrückt und nach Hause getragen.

Ich muss gestehen, dass mir das Einhorn gefällt. Es erinnert mich nicht nur an meine süsse Enkelin, sondern es ist auch wirklich praktisch. Das Lämpchen steht meistens auf der Kommode im Korridor und spendet nachts gerade genug Licht, um den Weg zur Toilette zu finden. Und natürlich schläft das Einhorn bei uns im Bett, wenn die Mädchen bei mir sind.
Mittlerweile mag ich das Lämpchen so sehr, dass ich es gar nicht mehr hergeben möchte. Und so fragte ich Lilith letzthin mit einem Zwinkern in den Augen, ob ich es behalten dürfe.
«Aber Dita …», entgegnete sie und schaute mich ganz erstaunt an. «Natürlich darfst du es behalten. Ich habe es extra für dich gekauft!»

Halluxination

Wenn ich dieses Bild betrachte,
kriege ich gleich Halluxinationen

Auch der Stein scheint ihn zu kennen,
diesen Schmerz, den zu benennen
sonst nur jene wirklich können,
die aus Erfahrung wissen,
wie es ist mit solchen Füssen.

Der Letzte

Du warst der Letzte, 
in den ich mich verliebte,
an den ich mich so gerne schmiegte,
und der es offenbar auch schätzte.

Du warst der Letzte,
für den ich alles tat
von Herzen gab, um was er bat,
und der mich dennoch stets verletzte.

Du warst der Letzte,
dem ich mich anvertraute,
dem ich seine Worte glaubte,
und der mich rücksichtslos versetzte.

Du bist der Allerletzte.



vom Sagen

Vom Nichts-sagen-Können
zum Nichts-sagen-Dürfen,
hin zum Mut,
doch einmal was zu sagen,
und merken:
Wow – ich kann etwas sagen, und ich darf.
Und mehr noch:
Ich habe etwas zu sagen.


Aber dann kommt irgendwann die Einsicht:
Ich muss nicht alles sagen.
Beziehungsweise:
Schweigen ist manchmal gescheiter.

Je länger, je mehr.
😌

Heute geniesse ich besonders jene Momente,
die ohne Worte auskommen


ein befreiender Traum…

Der Traum war folgender:

Kurz vor Ladenschluss wollte ich bei einer Tankstelle die Toilette benutzen. Die Angestellte hatte zwar alles schon geputzt, sie liess mich aber freundlicherweise noch schnell hinein.
Dummerweise dauerte es dann doch länger als gedacht. Als wäre das nicht schon genug gewesen, leerte ich auch noch die alten Essensreste aus meinem Rucksack in die Toilettenschüssel und betätigte anschliessend die Spülung.
Doch die Toilette – sie war aus irgendeinem Grund auch noch durchsichtig und auf Augenhöhe – wollte das alles nicht schlucken. Das Ganze sah fürchterlich aus, und ich stand fassungslos davor.
Schliesslich ging ich hinaus, da ich nichts mehr ausrichten konnte und sagte zur Angestellten:
„Kontrollieren Sie die Toilette lieber noch einmal. Ich habe sie ziemlich stark beansprucht.
“

Vielleicht war es kein Zufall, dass mein Unterbewusstsein dafür ein so drastisches und gleichzeitig humorvolles Bild gewählt hat: Was lange mitgetragen wurde, musste endlich raus. Es war zwar unangenehm und chaotisch anzusehen, aber gleichzeitig unglaublich befreiend. Gerade dieses Gefühl blieb mir nach dem Traum besonders in Erinnerung – die Erleichterung, dass ich etwas, was mich schon lange belastete, hinter mir lassen konnte. Der Traum war sozusagen eine Bestätigung, dass es so gut war.

Ich hoffe, die Tankstellendame konnte damit umgehen 🙈😌

Zum Thema hier auch noch ein humorvolles Gedicht ☺️
https://brigwords.com/2018/09/01/scheiss-drauf/