Ich habe entschieden fnart.org (vorerst?) einzustellen, aber weiterhin zu bloggen und habe daher vor ein paar Wochen ein neues Projekt gestartet. Vielen mag es komisch erscheinen, weil sich das Neue vom Alten auf den ersten Blick kaum unterscheidet. Für mich ist es aber etwas anderes. Mein Gefühl zu fnart.org hat nicht mehr gestimmt und so mögen die feinen Unterschiede erst auf den zweiten Blick gewahr werden.
Ich würde mich sehr freuen, wenn viele Leser einfach mit umziehen würden zum modekoerper. Meine Website habe ich übrigens auch überarbeitet. Neuer Blog, neue Website… Und ganz leise und vorsichtig ziehe ich die Tür hinter mir zu.
Seit Tagen/Wochen/Monaten überlege ich, wie es mit fnart weitergehen könnte und ob überhaupt. Angesichts der großen Bloggerflucht (jüngstes Beispiel Jessie von LesMads), man kann es auch Generationswechsel nennen, und vor allem angesichts der Tatsache, dass sich Blogkonzept und Autoreinstellung mit den Jahren voneinander entfernen und vieles von dem, was man mal schrieb, nicht mehr so recht passen mag, stellt sich irgendwann die Frage… und nu? Ich bin einfach nicht mehr die, die fnart schreibt und macht es dann Sinn einfach weiterzuschreiben und das Blog in der Entwicklung mit sich zu ziehen oder ist es einfach irgendwann an der Zeit einen Schlussstrich zu ziehen und einen neuen Weg zu gehen? Mode, Kunst, Leben (zwangsläufig) bewegen mich weiterhin, aber eben ganz anders, als noch vor 5 1/2 Jahren, als ich dieses Blogprojekt startete. Zudem sind viele andere Themen hinzugekommen, Themen die das Leben schrieb und die das Leben beeinfluss(t)en. Diese in Blogform zu transformieren wäre eine neue Herausforderung. Irgendetwas anderes, eigenes, passenderes, was der Mahret, die ich heute bin entspricht.
Zusätzlich schwer (oder vielleicht gerade leicht?) machen es mir Erfahrungen, wie heute auf der Straße geschehen. “Bist Du nicht Mahret Kupka? (…) Ich lese Dein Blog. Mode interessiert mich zwar nicht so, aber mir gefällt besonders Deine Art, Gelesenes aufzuarbeiten…” (Danke, hat mich sehr gefreut!). Vielleicht ist es das eher!? Ich habe vor einiger Zeit eine Domain registriert, aus einer Laune heraus. Vielleicht ist die Zeit gekommen für eine Veränderung!?
Es ist ja eigentlich noch ein bisschen hin. Aber langsam kommen die PR Firmen in weihnachtliche Stimmung. Margiela kann man ja immer gut verschenken, nicht nur unter den Baum legen…
BLESS: Are you sorry to go on vacation, knowing that you will miss the harvest of your tomatoes on the balcony, or, even worse, knowing that your plants will be poorly taken care of?
Adriano: No.
Mehr zur Konversation zwischen Adriano Sack und BLESS in der aktuellen Sommerausgabe von MONO Kultur #28, diesmal alleine BLESS gewidmet.
Wenn man durch ein altes Blog blättert, merkt man ziemlich schnell, wie sehr sich das Internet verändert hat. Damals waren Blogs, RSS-Feeds, Blogrolls, Tumblr und ein paar soziale Netzwerke die Orte, an denen man Neues entdeckte. Man sprang von Link zu Link, fand Musik, Mode, Fotografie oder irgendeine völlig unbekannte Seite und blieb manchmal viel länger dort hängen als geplant.
Heute ist das Netz stärker in Plattformen organisiert. Streaming, Shopping, soziale Medien, digitale Bezahlsysteme und Unterhaltung laufen oft innerhalb geschlossener Dienste, die gleichzeitig Inhalt, Account und Zahlung miteinander verbinden.
Spannend ist dabei weniger eine einzelne Plattform als die Geschwindigkeit, mit der sich neue Modelle verbreiten. Kryptowährungen sind dafür ein gutes Beispiel. Was zunächst vor allem nach Technik- und Finanzthema klang, taucht inzwischen in Shops, digitalen Services, Games und selbst Angeboten wie einem crypto casino auf.
Das Internet ist dadurch nicht unbedingt kleiner geworden, aber anders. Früher bestand Entdecken oft aus offenen Links zwischen kleinen Seiten. Heute führt derselbe Weg häufiger durch Apps, Accounts und Plattformen.
Vielleicht ist genau deshalb ein altes Blog interessant: Es erinnert daran, dass das Netz einmal sehr viel mehr wie eine lose Sammlung persönlicher Räume aussah.