Hier ein Auszug von Zitaten von berühmten und weniger berühmten Menschen bezüglich der „Wahrheiten des Christentums“. Auch Theologen sind darunter.
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„Du hältst das Evangelium, wie es steht, für die göttliche Wahrheit. Mich würde eine vernehmliche Stimme vom Himmel nicht überzeugen, dass das Wasser brennt und dass das Feuer löscht, dass ein Weib ohne Mann gebiert und dass ein Toter aufersteht. Vielmehr halte ich dieses für Lästerungen gegen den großen Gott und seine Offenbarung in der Natur“.
(Goethe, an Lavater, 9.8.1782)
„Schon der Anfang der Vernunft selbst ist in der Bibel ein Verbrechen. Im übrigen geht es dort zu wie im wirklichen Leben: Mord, Plünderung, Vergewaltigung, Genozid. An 100 Bibelstellen wird ausdrücklich im Namen Gottes getötet, an 1000 Stellen tötet dieser Gott selbst. Sein Sohn droht schließlich mit nie endenden Folterqualen über den Tod hinaus denjenigen, die ihn nicht lieben. Den Liebenden bringt er den eucharistischen Kannibalismus zur Seelenstärkung.
Was ist es für eine moralische Vernunft, die hier ihren Anfang und ihre Prinzipien erkennt und anerkennt“?
(Günther Schulte Professor für Philosophie an der Universität zu Köln)
„In Zeiten blinden und unwissenden Glaubens hat die Kirche festgesetzt, dass die Schriften, besonders die des Neuen Testaments, vollständig als authentisch und wahrhaftig zu gelten haben. Heute kann sie daher nicht mehr umkehren. Die Ergebnisse der modernen Wissenschaft müssen abgelehnt, als falsch bewiesen werden. Andererseits müssen die irrigen Entscheidungen der Kirche als wahr bewiesen werden. Deshalb muss man glauben, dass schwarz weiß ist“.
(Alighiero Tondi, ehem. päpstl.Theologe und Professor an der „Gregoriana“.)
„Ein Mythos, der auf einem anderen Mythos aufbaut wird zur Legende. Ein Mythos, der auf einer Legende aufbaut, wird zum Märchen“.
(unbekannt)
„Die Päpste und ihre Helfershelfer waren so sehr davon überzeugt, dass ihre Macht ausschließlich auf der Unwissenheit beruht, dass sie immer wieder die Lektüre des einzigen Buches verboten haben, das ihre Religion verkündet; sie sagten: Hier ist euer Gesetz, und wir verbieten euch, es zu lesen; ihr erfahrt daraus nur, was wir euch zu lehren geruhen. Diese absonderliche Tyrannei ist unbegreiflich, und trotzdem gibt es sie. Jede Bibel in lebender Sprache ist verboten; erlaubt ist sie nur in einer Sprache, die nicht mehr gesprochen wird.“
(Voltaire, franz. Schriftsteller, 1694-1778)
„Wenn man das Kreuz anbetet, an dem Christus gestorben ist, muss man auch den Esel anbeten, auf dem er geritten ist“.
(Bischof Claudius von Turin, 9. Jh.) „Christi Niederlage war nicht die Kreuzigung, sondern der Vatikan“.
(Jean Cocteau, franz. Schriftsteller, 1889-1963)
„Zur selben Stunde, in der unser Herr Jesus Christ es zuließ, dass er für uns den Kreuzestod erlitt, flohen die Verteidiger von den Mauern durch die Stadt, und die Unsrigen folgten ihnen und trieben sie vor sich her, sie tötend und niedermetzelnd, bis zum Tempel Salomos, wo es ein solches Blutbad gab, dass die Unsrigen bis zu den Knöcheln im Blut wateten… Nachdem die Unsrigen die Heiden endlich zu Boden geschlagen hatten durcheilten die Kreuzfahrer die ganze Stadt und rafften Gold und Silber. Dann, glücklich und vor Freude weinend, gingen die Unsrigen hin, um das Grab unseres Erlösers zu verehren, und entledigten sich Ihm gegenüber ihrer Dankesschuld“.
(Chronist über die Eroberung Jerusalems)
„Es ist nicht verwunderlich, dass sich gerade die freieren Geister… mit Grausen vom Christentum und von der Kirche insgesamt abwenden“.
(Hermann Detering, Theologe)
„Gestatten Sie mir, Ihnen zu sagen, dass unsere heutigen Religionen der Religion Christi so wenig gleichen wie jener der Irokesen. Jesus war ein Jude, und wir verbrennen Juden. Jesus predigte Duldung, und wir verfolgen. Jesus predigte eine gute Sittenlehre, und wir üben sie nicht aus. Jesus hat keine Dogmen aufgestellt, die Konzile der Kirche aber haben reichlich dafür gesorgt. Kurz, ein Christ des 3. Jahrhunderts ist einem Christen des 1. gar nicht mehr ähnlich“.
(Friedrich der Große, preuß. König, 1712-1786)
„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst Raubtiere dem Menschen nicht so feindlich gesinnt sind wie die Christen gegeneinander“.
(Julian, römischer Kaiser, 331-363, genannt: Apostata, der Abtrünnige)
„Das Christentum ist heute ein Leichnam, der nur noch dank der künstlichen Sauerstoffzufuhr seitens interessierter Politiker, Theologen und Kirchenfunktionäre den Anschein von Lebendigkeit zu erwecken vermag“.
(Joachim Kahl, dt. Theologe und Philosoph, *1941)
„Zum Christentum wird man nicht geboren, man muss dazu nur krank genug sein“.
(Friedrich Nietzsche, dt. Philosoph, 1844-1900)
„Die persönlichen Lehren Christi: Demut, Feindesliebe, Unweltlichkeit werden nirgends befolgt. Vielmehr ist es im gesamten Abendlande Sitte, sich mit seinem Nächsten nicht zu befassen, gegen Feinde vorzugehen, das Leben auf die Sorge für den kommenden Tag zu stellen, den, der einem auf den rechten Backen schlägt, niederzuschießen und die geistig Armen als minderwertig anzusehen“.
(Walther Rathenau, dt. Staatsmann u. Industrieller, 1867-1922)
„Der Jesus von Nazareth, der als Messias auftrat, die Sittlichkeit des Gottesreiches verkündete, das Himmelreich auf Erden gründete und starb, um seinem Werke die Weihe zu geben, hat nie existiert. Es ist eine Gestalt, die vom Rationalismus entworfen, vom Liberalismus belebt und von der modernen Theologie in ein geschichtliches Gewand gekleidet wurde“.
(Albert Schweitzer, dt. Theologe, Mediziner & Philosoph, 1875-1965)
„Gott ist nur eine Arbeitshypothese. Es zeigt sich, dass alles auch ohne Gott geht und zwar ebenso gut wie vorher“.
Religion ist eine Beleidigung der Menschenwürde. Mit ihr oder ohne sie würden gute Menschen Gutes tun und böse Menschen Böses. Aber damit gute Menschen Böses tun, bedarf es der Religion.
Steven Weinberg (*1933) US-amerikanischer Physiker jüdischer Herkunft, Nobelpreisträger, 1979, Rede auf der Konferenz „Cosmic Questions“.
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Diese drei Zitate sind von Dr. Gunter Bleibohm
Die Wissenschaft hat in einhundert Jahren mehr für ein zivilisiertes Leben getan als das Christentum in achtzehnhundert Jahren.
(John Burroughs, am. Dichter, 1837-1921)
Religionen sind eine Ausgeburt der Angst. Sie sind die Antwort auf eine unverständliche und grausame Welt.
(Arthur C. Clarke, brit. Schriftsteller)
Des großen Alexander Reich zerfiel; das der alten Römer und das Napoleons ging in Trümmer; sie waren gebaut auf die Gewalt der Waffen. Aber das Reich von Neu-Rom besteht schon fast anderthalbtausend Jahre und wird wer weiß wie lange bestehen, denn es ruht auf dem solidesten Fundament – auf der Dummheit der Menschen.
(Otto von Corvin, dt. Schriftsteller, 1812-1886)
Der österreichische Sender AUF1 verbreitet Falschmeldungen und Verschwörungsmythen – und erreicht dabei auch in Deutschland viele Menschen. Die österreichische Medienbehörde hat nun ein Verfahren gegen AUF1 eingeleitet.
„Man versucht auf allen Ebenen, uns jetzt fertigzumachen“, sagt Stefan Magnet, Chefredakteur des österreichischen rechtsalternativen Online-Senders AUF1 in einem aktuellen Video. Das Narrativ, sich gegen eine vermeintliche Hetzkampagne der „Systemmedien“ behaupten zu müssen, zieht sich zurzeit durch die Beiträge des Senders. „Die Systemmedien hassen AUF1, weil wir bei ihren Lügen nicht mitspielen“, heißt es beispielsweise – verknüpft mit dem Aufruf einer Spende an den Sender.
Der Grund für die Aufregung: Die österreichische Medienbehörde KommAustria hat kürzlich bekannt gegeben, ein Verfahren gegen AUF1 wegen des Verdachts auf Senden ohne Zulassung eingeleitet zu haben, „da offensichtlich von AUF1 gestaltete Inhalte im Rahmen des terrestrisch im Raum Linz verbreiteten Programms RTV ausgestrahlt werden“, schreibt KommAustria auf Anfrage des ARD-faktenfinders. Einen Lizenzantrag habe AUF1 aber wohl nie eingereicht.*
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Sender AUF1Desinformationen ohne Lizenz?
Der österreichische Sender AUF1 verbreitet Falschmeldungen und Verschwörungsmythen – und erreicht dabei auch in Deutschland viele Menschen. Die österreichische Medienbehörde hat nun ein Verfahren gegen AUF1 eingeleitet.
„Man versucht auf allen Ebenen, uns jetzt fertigzumachen“, sagt Stefan Magnet, Chefredakteur des österreichischen rechtsalternativen Online-Senders AUF1 in einem aktuellen Video. Das Narrativ, sich gegen eine vermeintliche Hetzkampagne der „Systemmedien“ behaupten zu müssen, zieht sich zurzeit durch die Beiträge des Senders. „Die Systemmedien hassen AUF1, weil wir bei ihren Lügen nicht mitspielen“, heißt es beispielsweise – verknüpft mit dem Aufruf einer Spende an den Sender.
Der Grund für die Aufregung: Die österreichische Medienbehörde KommAustria hat kürzlich bekannt gegeben, ein Verfahren gegen AUF1 wegen des Verdachts auf Senden ohne Zulassung eingeleitet zu haben, „da offensichtlich von AUF1 gestaltete Inhalte im Rahmen des terrestrisch im Raum Linz verbreiteten Programms RTV ausgestrahlt werden“, schreibt KommAustria auf Anfrage des ARD-faktenfinders. Einen Lizenzantrag habe AUF1 aber wohl nie eingereicht.*
Verschwörungsideologisches Weltbild
AUF1 steht laut Selbstdarstellung als Abkürzung für „Alternatives Unabhängiges Fernsehen, Kanal 1“, verbreitet über seinen Sender jedoch immer wieder Falschinformationen und Verschwörungserzählungen. In den Beiträgen ist von „Impf-Massentötung“, der „tödlichen Transhumanismus-Agenda“ oder einem „Asyl-Tsunami“ die Rede.
Die Themen, die AUF1 behandelt, würden in große Weltverschwörungserzählungen eingeordnet, sagt Jan Rathje, Senior Researcher vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS). Auf einmal sei alles „Teil einer großen Verschwörung mit dem Ziel der Auslöschung der weißen Bevölkerung in Europa“.
So sagt Magnet in einem Video beispielsweise, er habe zu Beginn der Corona-Pandemie nicht glauben können, dass „alles zentral gelenkt und gesteuert ist“. AUF1 habe „den Schleier gelüftet. Wir wissen, dass die WHO und das World Economic Forum hier die Strippen gezogen haben, dass es einen Plan gab, um dieses Pandemie-Spiel abzuwickeln“.
Der Zeitpunkt der AUF1-Gründung während der Corona-Krise überrascht Andreas Peham, Rechtsextremismus- und Antisemitismusforscher am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), nicht. „Die Desinformation steht damals wie heute unter der Ägide der Angstvergrößerung. Weil Menschen, die übergroße Angst haben, eher bereit sind, extreme Ansichten zu unterstützen.“ Ohne Krisen würden die Inhalte nur wenig Anklang finden. „Wenn es keine Krise gibt, die man verstärkt, dann wird eine Krise erfunden.“
Rechtsextreme Vergangenheit
„Es sind natürlich keine ‚alternativen‘ Medien, sondern es handelt sich um Desinformation“, sagt Peham vom DÖW. „Viele dieser Akteure, die sich heute ein journalistisches oder seriöses Mäntelchen umzuhängen versuchen, haben ihre ersten politischen Gehversuche im organisierten Neonazismus gemacht.“
So auch AUF1-Chef Magnet. Er war ein Führungskader beim „Bund freier Jugend“ (BfJ), einer rechtsextremen Jugendorganisation aus Österreich – zusammen mit Michael Scharfmüller, Chef von „Info-DIREKT“. Vor der Gründung von AUF1 war Magnet bereits beim „Wochenblick“ tätig, zudem leitet er eine Medienagentur, zu deren Kunden auch die FPÖ zählte. Die Chefredakteurin vom „Wochenblick“, Elsa Mittmannsgruber, hat wiederum eine eigene Sendung bei AUF1.
Auch Andreas Retschitzegger, Programmleiter für AUF1 in Deutschland, ist ein ehemaliger BfJ-Kader, der auch in der FPÖ-Jugendorganisation, im Ring Freiheitlicher Jugend, tätig war.
Von Carla Reveland und Pascal Siggelkow, Redaktion ARD-faktenfinder
Herr Nikel, Sie nennen Ihr Buch „Der schmale Grat – Die Kunst der Diplomatie in Zeiten des Umbruchs“. Was ist der schmale Grat, auf dem Deutschland aktuell außenpolitisch wandert?
Rolf Nikel: Die wichtigste Herausforderung ist, die Ukraine im Abwehrkampf gegen die russische Aggression zu unterstützen, gleichzeitig die direkte militärische Konfrontation zwischen der NATO und Russland zu vermeiden. Das darf aber nicht zur Selbstblockade führen. Wir müssen die Ukraine unterstützen und zugleich Verhältnismäßigkeit wahren, etwa bei Reaktionen auf hybride Angriffe.
Ist Diplomatie noch sinnvoll oder bleibt gegen Russlands aggressive Haltung nur Aufrüstung?
Erfolgreiche Außenpolitik braucht beides. Auf der einen Seite benötigen wir eine glaubwürdige Abschreckung, wirtschaftliche Stärke, eine Widerstandsfähigkeit von Gesellschaft und Politik. Auf der anderen Seite muss immer die Bereitschaft zum Dialog bestehen. Die sehr deutsche Debatte, in der beides als Alternative dargestellt wird, halte ich für falsch. Es geht darum, beides miteinander zu verbinden und im Einzelfall das richtige Verhältnis zu bestimmen. Das ist erfolgreiche Diplomatie.
Die Frage ist nur: um welchen Preis?
Natürlich sollte jedes Morden und Töten schnell aufhören. Das darf aber nicht unter Bedingungen geschehen, die zur Selbstaufgabe der Ukraine führen. Daher muss sie militärisch gestärkt werden. Gleichzeitig müssen wir bereit sein, zu reden, wenn absehbar ist, dass Russland von seinen ursprünglichen Maximalforderungen abrückt. Dafür gibt es derzeit leider keine Anhaltspunkte.
Der Moment des Abends kam bereits nach wenigen Minuten. Da fragte Caren Miosga nämlich Nico Lange, ob es denn überhaupt eine verschärfte Bedrohungslage in Deutschland gebe, wie es unter anderem Kanzler Merz erklärte. Da verleiht der Sicherheitsexperte erst einmal seiner Überraschung Ausdruck: „Es ist schon ein bisschen seltsam, dass wir jetzt so tun, als wären wir jetzt im Fadenkreuz hybrider Angriffe aus Russland. Das sind wir seit vielen Jahren.“
Lange erinnert an die inzwischen berühmte Rede des russischen Generalstabschefs Waleri Gerassimow von 2013 und dass man seitdem nicht die entsprechenden Lehren gezogen habe. „Wir verursachen keine Kosten auf der anderen Seite. Man kann uns angreifen, nicht nur mit Cyberangriffen und Spionage, Sabotage, sondern auch mit offener und verdeckter Korruption, mit anderen Methoden der Einflussnahme. Wir gucken hinterher und sagen ‚Das ist aber schlimm‘, aber wir sagen der anderen Seite nicht: ‚Macht das nicht, das hat Folgen für euch!‘, erklärt Lange.
Von immer neuen Dimensionen will Lange nichts wissen, erinnert stattdessen an die vielen Fälle hybrider Kriegsführung, die es bereits gab: „Im Tiergarten ist schon ein Mensch ermordet worden“, erklärt Lange und sagt weiter: „Es gab schon so viele Angriffe. Es entstehen Milliardenschäden in der deutschen Wirtschaft durch Cyberangriffe aus Russland jedes Jahr. Vielleicht ist es eher so ein Moment des Aufwachens.
Mit einem markanten Auftritt am Seeufer schickt Doug Ford eine klare Botschaft nach Washington. Anlass ist ein Vorstoß des US-Präsidenten, der weit über Symbolpolitik hinausreicht.
„Lake Ontario – für jetzt und für immer“: Im Streit mit US-Präsident Donald Trump über den korrekten Namen für einen See an der Grenze zwischen beiden Ländern legt der Regierungschef der kanadischen Provinz Ontario nach. In einem auf der Plattform X veröffentlichten knapp 40 Sekunden langen Video posiert Doug Ford im roten Trikot der kanadischen Fußball-Nationalmannschaft vor einem am Seeufer aufgestellten riesigen, blauen Schild, auf dem in Englisch und Französisch geschrieben steht: „Lake Ontario – Now and Always“ beziehungsweise „Lac Ontario – Aujourd’hui et pour toujours“.
[…]
Provinz-Regierungschef nennt Trump „Diktator“
Ford hatte seinem Ärger über Trump bereits nach dem Scheitern der Handelsgespräche mit den Worten „Kiss my ass“ („Leck mich am Arsch“) Luft gemacht. Er nannte den US-Präsidenten zudem einen „Diktator“, einen „Verlierer“ und „König der Bankrotte“.
Der versuchte Anschlag auf ein ukrainisches Frachtflugzeug am Leipziger Flughafen hat offenbar eine größere Dimension als zunächst angenommen. Laut Medienberichten haben Ermittler ein drittes Fluggerät und hochexplosiven Sprengstoff sichergestellt.
Der Anschlagsversuch auf dem Flughafen Leipzig/Halle Anfang August war offenbar deutlich umfangreicher geplant als bislang öffentlich bekannt. Nach gemeinsamen Recherchen von NDR, WDR und der „Süddeutschen Zeitung“ kamen bei der Attacke mindestens drei Drohnen zum Einsatz. Zudem stellten Kriminaltechniker des Bundeskriminalamts (BKA) eine Substanz sicher, bei der es sich um rund 50 Gramm eines hochexplosiven militärischen Sprengstoffs handeln könnte.
Die Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Täter einen weitaus verheerenderen Angriff beabsichtigten, als der gescheiterte Versuch vermuten ließ. Staatsschützer des BKA klären im Auftrag der Generalbundesanwaltschaft aktuell die Hintergründe.
Anschlag auf Flughafen Leipzig: Defekter Zünder verhinderte Explosion der Drohne
Am Abend des 4. August war auf dem Flughafengelände gegen 23:42 Uhr eine mit Sprengstoff bestückte Drohne entdeckt worden. Sie sollte den Ermittlungen zufolge ein ukrainisches Antonov-Frachtflugzeug treffen, das für den Transport von Rüstungsgütern eingesetzt wird. Der Anschlag schlug fehl, weil der Zünder der Bombe offenbar nicht funktionierte.
Anschlag auf deutschen Flughafen nur durch Glück misslungen.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach von „reinem Glück“, da der Sprengsatz trotz des Aufpralls auf dem Rollfeld nicht hochging. Ein gerissener Zünder am Sprengstoffpaket sei der einzige Grund gewesen, warum es nicht zur Explosion kam.
Trotz der gescheiterten Detonation hinterließ das Gerät wertvolle forensische Spuren, die den Ermittlern einen direkten Weg zu den Hintermännern eröffneten.
Wladimir Putin unter Verdacht – DNA-Spur führt direkt zum russischen Geheimdienst GRU
Die forensische Auswertung der Drohne brachte einen entscheidenden Durchbruch: Ermittler sicherten genetisches Material, das mindestens einer Person zugeordnet werden konnte, die im Zusammenhang mit der Paketbomben-Serie von 2024 unter Verdacht steht. Diese Anschlagsserie hatte unter anderem Großbritannien und Polen zum Ziel.
„Smoking Gun“ – diese Spur führt direkt zu Kreml-Chef Wladimir Putin
Der deutsche Sicherheitsexperte Professor Peter Neumann bezeichnete den Fund gegenüber der „Daily Mail“ als unwiderlegbaren Beweis: „Sie haben DNA an der Leipziger Drohne gefunden, und die Person, die zu dieser DNA passt, ist eine Person, die in Litauen verdächtigt wird, an dem Paketbomben-Komplott von 2024 beteiligt gewesen zu sein.“ Neumann nannte die genetische Spur die „Smoking Gun“, die belege, „dass der Paketbombenanschlag im Grunde vom russischen GRU gesteuert wurde“.
Auch der Bundestagsabgeordnete Roderich Kieswetter sah klare Parallelen: „Das Verhaltensmuster stimmt mit der russischen Durchführung solcher Operationen überein.“
Paketbomben-Serie 2024: Dasselbe Netzwerk, dieselben DrahtzieherDie Verbindung zum GRU reicht bis in den Sommer 2024 zurück. Damals geriet ein Paket am Flughafen Leipzig in Brand, kurz bevor es auf einen DHL-Flug nach Großbritannien verladen werden sollte. Nur zwei Tage später fing ein weiteres Paket in einem DHL-Depot nahe Birmingham Feuer. In Polen wurden zwei ähnliche Sendungen entdeckt.
Sämtliche Pakete waren aus der litauischen Hauptstadt Vilnius verschickt worden. Nach Einschätzung der Ermittler handelte es sich um Testläufe für geplante Sabotageakte gegen Flüge in die USA. Im Zuge der Ermittlungen identifizierten die Behörden 22 Verdächtige in Polen und Litauen, die mutmaßlich im Auftrag des russischen Militärgeheimdienstes GRU agierten. Fünf von ihnen stehen derzeit in Litauen vor Gericht.
„Das habe ich nicht gewusst“, kann heute kaum noch jemand sagen, wenn es um das Milliardenfache Leiden der Tiere geht. Ob es die Massentierhaltung ist, die Überfischschung der Meere, ob es Tierversuche sind, das Töten von Tieren für die Pelzindustrie und vieles, vieles mehr – in allen Medien wird über die Qualen der Tiere berichtet. Fast jeder findet es furchtbar, aber im Verhältnis zu ihrem immensen Leid, entschließen sich nur wenige Menschen, entscheidende Schritte zu tun und zu handeln.
Was der Mensch heutzutage den Tieren antut, kann mit keinerlei Argumenten mehr gerechtfertigt werden. Es gibt keine Rechtfertigung für Qual, Leid, Missbrauch und gewaltsamen Tod. Und es gibt keine Wiedergutmachung. Wiedergutmachung gibt es nur an den Lebenden.
Der Holocaust Vergleich ist umstritten, auch in der Tierrechtsbewegung. Das hat seinen guten Grund, denn die Gräueltaten der Nationalsozialisten sind unvergleichbar in ihrer abgrundtiefen und grausamen Verachtung gegenüber anderen Ethnien. Und ich schäme mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich höre, dass es in diesem Land nach wie vor Menschen gibt, die aus der Vergangenheit nichts gelernt haben.
Aber, und ich sage das mit allem gebührenden Respekt und tiefstem Mitgefühl gegenüber den Opfern des Holocaust: Ich komme nicht umhin an KZs zu denken, wenn ich die Lastwagen mit den Schweinen und Rindern bei den Mahnwachen am Münchner Schlachthof einfahren sehe. Der Vergleich ist da – ob ich es will, oder nicht. Ihre Augen, wenn sie durch die Spalten der Transporter blicken, drücken Empfindungen aus, die genauso von uns Menschen Besitz ergreifen würden: Verzweiflung, Unverständnis, Panik, Verwirrung, furchtbare Angst vor diesem Grauen, das sie erwartet. Sie spüren es. Der Nobelpreisträger Isaac Bashevis Singer, selbst ein Jude und Überlebender des Nationalsozialismus sagte einmal: „Für die Tiere ist jeder Mensch ein Nazi – für die Tiere ist jeden Tag Treblinka.“
Allein in Deutschland werden schätzungsweise jedes Jahr 50 Millionen Küken vergast oder geschreddert, weil sie männlich und dadurch für die Eierindustrie wertlos sind. (Quelle PETA.e.V. Stand Feb. 2015) Eines der vielen Verbrechen, das mit dem gnadenlosen Kapitalismus des Menschen und seinem vermeintlich unvermeidbarem Verzicht auf Fleisch gerechtfertigt wird. Ein Verbrechen bleibt aber ein Verbrechen, auch wenn die Schreie der Opfer nicht gehört werden und sie noch nicht als solche anerkannt sind.
Das Wort Mord an den Tieren nehmen all jene, die ihn billigen, natürlich nicht in den Mund. Das haben wir hierzulande der katholischen Kirche zu verdanken, die das fünfte Gebot ausschließlich auf den Menschen bezieht, und einem sogenannten Tierschutzgesetz, dem die wichtigste Grundlage fehlt: Das Recht auf Leben.
Und was ist das für ein Tierschutzgesetz, das zu oft nicht eingehalten wird, wie es die vielen Schlachthausskandale beweisen? Schlachthöfe sind nicht nur Orte des Todes, sondern auch des grauenvollsten Missbrauchs. Aus reiner Gier einer subventionierten und gnadenlosen Fleischindustrie, die mafiöse Strukturen und Verstrickungen aufweist, werden im Akkord Tiere geschlachtet, oft genug mangelnd oder fehlbetäubt und schon vorher misshandelt. Es werden mehr Tiere geschlachtet, als Nachfrage vorhanden ist, und ihre Leichenteile deshalb in alle Welt verschickt oder in riesigen Kühlhallen gelagert, um eines Tages zum Dumpingpreis auf den Markt geworfen zu werden. Es ist ein durch und durch krankes und perverses System.
Die Dunkelziffer der trächtig geschlachteten Kühe ist enorm hoch. Um mehr Geld zu bekommen, denn der Preis rechnet sich nach Gewicht, oder um sich die Untersuchung zu sparen, schicken Betriebe sehr oft ihre trächtigen, manchmal sogar hochträchtigen Kühe in den Tod. Das ungeborene Wesen muss die Todesangst und Verzweiflung und schließlich den Tod seiner Mutter miterleben, bevor es in ihrem Leib qualvoll erstickt. Eine halbe Stunde dauert dieses Ersticken. Es gibt ein Grauen, für das es keine Worte gibt – ein Grauen, das unbeschreibbar ist, fast möchte ich sagen, unvorstellbar. Aber es passiert hier, auch am Münchner Schlachthof, inmitten dieser Stadt, die sich Weltstadt mit Herz nennt.
Für viele Menschen ist ein Tier weit weniger wert als eine Sache. Das neue Smartphone wird gehegt und gepflegt, wehe es fällt herunter und geht kaputt. Aber ein Tier? Das ist ja nur ein Tier – ein Nutztier. Dieser vom Mensch erfundene Begriff soll das Töten rechtfertigen und degradiert ein Lebewesen zu einem Gegenstand, den er gebrauchen kann. Nur dass Gegenstände oft genug besser behandelt werden als Tiere. Das ist eine Schande für die Menschlichkeit.
Die Fleischindustrie tötet nicht nur Abermilliarden von Tieren, sondern unseren Planeten gleich mit dazu. Ein Kollateralschaden halt – wie im Krieg. Und wie im Krieg wird er wissentlich in Kauf genommen – von der Fleischindustrie und der Politik. Der Ruf nach artgerechter Tierhaltung ist nichts weiter als ein erbärmlicher Versuch, das Gewissen zu beruhigen – kein Bauer oder Fleischkonsument streichelt ein Tier zu Tode. Die sogenannte artgerechte Tierhaltung ist nichts anderes als eine artgerechte Gefangenschaft bis zum gewaltsamen Tod durch Menschenhand.
Es grenzt nicht nur an Irrsinn, sondern es ist Irrsinn: Auf der einen Seite gibt es unzählige Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind – womit wiederum Zoos die Gefangenschaft von Tieren rechtfertigen – und andererseits werden bestimmte Tiere vom Menschen wie am Fließband produziert und durch die damit verbundene Futtermittelindustrie Lebensraum bedrohter Arten zerstört.
Kein Tierleid ist ethisch vertretbar. Es gibt gibt genügend Möglichkeiten, sich tierleidfrei warm zu halten und ausreichend tierleidfreie Nahrungsmittel. Diese Aufzählung lässt sich weiter fortsetzen, wenn es darum geht, Tiere nicht für den Menschen leiden zu lassen.
Denn das Leid der Tiere ist ein Fakt und jeder von uns hat die Macht und mittlerweile auch die Pflicht, etwas zu verändern. Das Sterben dieses Planeten, der unser aller Grundlage ist, ist ebenso ein Fakt – die Massentierhaltung, welche die Natur zerstört, unvorstellbare Ressourcen verbraucht und auch für den Hunger in den ärmeren Ländern verantwortlich ist, ist keine Einbildung von ein paar verrückten Veganern, sondern mittlerweile eine anerkannte Tatsache.
Jeder Einzelne von uns kann ein Licht für die Tiere sein, das die Dunkelheit erhellt. Jeder Einzelne trägt selbst die Verantwortung, nicht Politiker oder Konzerne. Und jeder Einzelne von uns entscheidet über Leben und Tod jener Mitbewohner dieses Planeten, die schon lange vor uns da waren und das gleiche naturgegebene Recht auf Leben haben wie wir Menschen.
Garry Kasparow ist überzeugt: Wladimir Putins Krieg gegen die Ukraine verfolgt ein weit größeres Ziel als die Eroberung ukrainischen Territoriums. Der russische Präsident wolle die europäische Sicherheitsordnung grundlegend verändern und den Einfluss Moskaus in Osteuropa wieder ausweiten. Ein eingefrorener Krieg entlang der heutigen Front würde dieses Ziel deshalb aus Kasparows Sicht nicht beseitigen.
Als Beleg verweist Kasparow auf Putins eigene Aussagen der vergangenen zwei Jahrzehnte. Besonders deutlich werde dies an einem Gespräch mit dem kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew über ein mögliches Einfrieren des Krieges entlang der derzeitigen Frontlinie, sagte Kasparow im Interview mit polnischen Magazin Zero Hour.
Putin habe diesen Ansatz kategorisch zurückgewiesen. Nach Kasparows Darstellung erklärte der russische Präsident, ein solcher Vorschlag zeige, dass die „Natur dieses Krieges“ nicht verstanden werde. Für Kasparow steckt darin eine klare Botschaft: Die Ursachen, die Putin für den Konflikt verantwortlich mache, seien mit einem Waffenstillstand nicht beseitigt.
Kasparow verweist auf Putins Forderungen an die NATO
Putins Ziele seien keineswegs neu, erklärte Kasparow bei Zero Hour. Bereits 2005 habe der russische Präsident den Zerfall der Sowjetunion als größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Zwei Jahre später habe er auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine grundlegende Veränderung der europäischen Sicherheitsordnung gefordert.
Entscheidend sei jedoch eine russische Forderung aus dem Dezember 2021. Damals verlangte Moskau nach Kasparows Darstellung schriftlich, dass sich die NATO militärisch auf den Stand von 1997 zurückziehen solle. Damit wären zahlreiche osteuropäische Staaten betroffen, die dem Bündnis erst später beitraten.
Für Kasparow zeigt das, wohin Putin langfristig will. „Das ist der Plan. Ein Plan zur Veränderung der Weltordnung“, sagte er in dem Interview. Länder wie Polen würden nach dieser Vorstellung wieder stärker unter russischen Einfluss geraten.
Ukraine durchkreuzt nach Kasparows Ansicht Putins Plan
Den Angriff auf die Ukraine sieht Kasparow deshalb als Teil einer wesentlich größeren Strategie. Putin denke Russland als Imperium und betrachte dessen Geschichte über viele Jahrhunderte hinweg als zusammenhängende Entwicklung. Der Versuch, die Ukraine als unabhängigen Staat zu beseitigen, passe in dieses Weltbild.
Dabei gehe es nach Kasparows Einschätzung letztlich um eine Ordnung, in der Großmächte untereinander über die Interessen kleinerer Staaten entscheiden. Putins Wunschbild sei eine Rückkehr in eine Zeit, in der wenige mächtige Länder die Regeln bestimmten.
Russland säße dabei am Tisch, sagte Kasparow, möglicherweise gemeinsam mit Deutschland und Japan. Auf kleinere und schwächere Staaten müsse in einer solchen Ordnung aus Putins Sicht keine Rücksicht genommen werden. „Der Stärkere hat immer recht“, beschrieb Kasparow dessen Vorstellung.
Die Ukraine habe diesen Plan jedoch durchkreuzt, sagte Kasparow. Europa sei seiner Ansicht nach zunächst nicht darauf vorbereitet gewesen, Russland entschieden entgegenzutreten. Der ukrainische Widerstand gegen den russischen Großangriff im Jahr 2022 habe deshalb weit über das eigene Land hinaus Folgen gehabt.
Wäre die Ukraine damals zusammengebrochen, sähe die internationale Lage heute anders aus, argumentierte Kasparow bei Zero Hour. Auch Polen befände sich seiner Einschätzung nach in einer deutlich veränderten sicherheitspolitischen Lage.
Die Ukraine verteidigt sich seit Februar 2022 gegen den von Russlands Präsident Wladimir Putin angeordneten Angriffskrieg.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat weltweit tiefgreifende politische Debatten ausgelöst. Nun hat die frühere litauische Präsidentin Dalia Grybauskaité mit ungewöhnlich scharfen Worten Kritik an Moskau und zugleich am Westen geäußert. Aus ihrer Sicht hat Putin mit dem Einmarsch in die Ukraine einen historischen Fehler begangen.
Besonders deutlich wurde die ehemalige Staatschefin bei ihrer Einschätzung der russischen Entscheidung zum Kriegsbeginn. „Ich war überrascht von der Dummheit Russlands, als es in die Ukraine einmarschierte“, sagte Grybauskaité. Russland verfüge bereits über enorme Territorien, weshalb sie keinen nachvollziehbaren Grund für einen solchen Krieg erkennen könne.
Putin erreichte laut Grybauskaitė Gegenteil von dem, was er wollte
Nach ihrer Auffassung hat Moskau mit dem Krieg genau das Gegenteil dessen erreicht, was beabsichtigt gewesen sein könnte. Statt die Ukraine dauerhaft an Russland zu binden, habe die Invasion die Abgrenzung vom Nachbarland verstärkt. Aus einem historisch eng verbundenen Staat sei ein Gegner geworden.
Gleichzeitig sei die ukrainische Identität stärker geworden als je zuvor. Der Krieg habe den Zusammenhalt der Bevölkerung gefestigt und das Nationalbewusstsein des Landes gestärkt. „Nun werden sie auf Jahrhunderte hinaus Feinde sein“, sagte Grybauskaitė über das Verhältnis zwischen Russen und Ukrainern.
Ihre Kritik richtet sich jedoch nicht nur gegen Moskau. Überraschend deutlich äußerte sich Grybauskaité auch über die westlichen Staaten und deren Reaktion auf den Krieg. Sie habe nicht erwartet, dass viele Regierungen so zögerlich und zurückhaltend auf den russischen Angriff reagieren würden.
Die Verbrechen der Christenheit beginnen bereits schon auf den ersten Seiten der sogenannten „Heiligen Schrift“, die einem angeblich allmächtigen und allgütigen Gott die Worte in den Mund legt: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch Untertan, und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (1. Mos. 1, 28)
Doch hat der Mensch, wie es ihm die Bibel lehrt, wirklich das Recht, sich diese Erde Untertan zu machen, weil er angeblich das einzige Wesen mit einer unsterblichen Seele ist? Beruht auf dieser biblischen Aussage nicht die irrige Meinung, daß diese Erde zur beliebigen Verfügung des Menschen geschaffen sei?
Ungeheuerlich: Alles auf dieser Welt ist für den Menschen da und der Mensch ist laut Bibel und göttlichem Wort das einzige Wesen, für das alles geschaffen worden ist?
Die Folgen dieser Haltung und dieses haarsträubenden Irrtums sind verheerend: Alles gehört der „Krone der Schöpfung“ und alles darf sie hemmungslos „nutzen“, so lange es ihr schmeckt, ihr Geld einbringt und Vergnügen bereitet. Diese christliche Ethik hat aus dieser Welt eine Hölle für unsäglich viele Tiere gemacht, deren unvorstellbares Leid und Elend weltweit und allstündlich in den Himmel wächst.
Und viele Christen sind auch heute noch felsenfest davon überzeugt, dass uns in der „Heiligen Schrift“ nicht etwa menschliches, sondern göttliches Wort begegnet und somit die Bibel ein über jeden Zweifel erhabener „Liebesbrief“ Gottes an uns Menschen sei.
Andererseits verstecken und verkriechen sich solcherlei bibelgetreuen Christen allzusehr oft hinter sehr fragwürdigen Ausreden und erklären uns, viele Aussagen der Bibel dürften nicht wortwörtlich genommen werden und müssten stattdessen als symbolisch zu verstehende Bilder verstanden werden.
Mit solcherlei Ausflüchten lässt sich jedoch letztlich jeder biblische Unsinn erklären und auch jeder Widerspruch verschleiern und aus seinen Angeln heben. Fakt ist: wenn die Bibel Gottes Wort sein soll, warum sollte man dann dieses Wort nicht wörtlich nehmen dürfen? Entweder sie ist das Wort Gottes und das Buch der Wahrheit oder sie hat uns Menschen nichts Verbindliches zu sagen.
Jemand schrieb mir einmal, dass für das Verständnis biblischer Texte und Aussagen ein gewisses Maß an „Intellektualität“ erforderlich sei und daher nicht jeder Mensch die Bibel verstehen könnte, was übrigens auch widerum nur eine Ausrede bzw. ein grosser Irrtum ist, denn sollte der biblische Gott tatsächlich ein Gott aller Menschen sein wollen, dann müsste er ohne Wenn und Aber auch in einer Sprache sprechen, die jeder Mensch – auch jeder Ungebildete – zu verstehen vermag. Wie dem auch sei: Man benötigt mit Sicherheit keinen Hochschulabschluss, um zumindest eines kapieren und verstehen zu können:
Unsere Allerweltsbibel ist für die heutige Christenheit inzwischen von vielerlei geschmacklosen Formulierungen und Aussagen gereinigt worden. Im Verlauf der Geschichte wurde immer wieder am angeblichen Wort Gottes herumgeputzt und dieses notfalls verändert bzw. gefälscht. Um nur ein Beispiel von vielen zu nennen: in den herkömmlichen Übersetzungen und Bibelrevisionen lesen wir z.Bsp.in Lukas 2,14:
„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!“
Schöne Worte, mit denen die himmlischen Heerscharen nach der Geburt Jesu jubilierten und ausnahmslos allen Menschen Frieden und Wohlgefallen wünschten. Ursprünglich jedoch lautete diese Aussage gänzlich anders, nämlich: „Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Dieser kleine aber feine Unterschied besagt, dass nur Menschen, die Gott gefallen, sprich: die ihn lieben und ihm gehorchen, Frieden finden sollen. Mit anderen Worten: Entweder du glaubst und gehorchst oder Dein Lohn wird „Heulen und Zähneklappern“ sein.
Die Liste der Bibelveränderungen wäre noch seitenlang fortzuführen. Wichtig sind aber nicht die einzelnen Textänderungen, sondern die Feststellung, dass die Bibel ganz gewiss nicht ein von Gott geschriebenes oder von ihm dank seines „Heiligen Geistes“ beeinflusstes Buch sein kann!
Angesichts der Frage, weshalb es trotz aller menschlichen Vernunft immer wieder Menschen gibt, die felsenfest überzeugt an diesen biblischen Gott glauben, kann es letztlich nur eine Antwort geben:
Die meisten dieser Menschen haben das tief in ihnen verwurzelte Gefühl, dass es irgendwo ausserhalb unserer materiellen Welt solch ein göttliches Wesen geben muss, welches ihnen dank der Bibel aufgetischt und vor Augen gemalt wird. Und dieses undefinierbare, jedoch oftmals starke Empfinden wird für diese Menschen schliesslich zur Quelle spiritueller Sehnsüchte und intensiver Religiosität. Und je grösser die spirituelle Sehnsucht und Religiosität ist, um so grösser sind dann auch die vermeintlich emotionalen Erfahrungen mit dem Göttlichen und in die tiefsten Schichten derartig religiös verwurzelter Menschen gräbt sich letztlich ein: Da ist jemand, der mich liebt, mich wärmt, mich schützt und meine Bedürfnisse stillt. Und je schwerer das reale Leben diese Menschen plagt, um so mehr greifen und haschen sie nach dem trügerischen Gefühl, welches ihnen Geborgenheit verspricht und vermittelt. Und so bleibt die Sehnsucht nach Gott in vielen gläubigen Menschen bis zum letzten Atemzug haften und unauslöschlich. Doch weil sie ihn trotz dieser Sehnsucht meist nirgendwo finden, erschaffen sie sich ihren himmlischen Gott selbst und gießen ihn letztlich immer wieder neu in die Form ihrer Wünsche, Vorstellungen und Sehnsüchte.
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