mARLANS sTORY

Marlan wandert in einer unbekannten Zeit und sucht ihre Weggefรคhrten. Dabei wendet sie an, was sie im Laufe der Jahre gelernt hat, spirituelle Lehren tauchen auf, werden beleuchtet, doch zum รœberleben dient die eigene Wahrnehmung der Natur, das Vertrauen in die innere Fรคhigkeit des Sehens und Vertrauen in das Gefรผhrtwerden durch Situationen der Orientierungslosigkeit hindurch, und den groรŸen Sinn hinter dem Ganzen.

Die gesamte Geschichte mit Fortsetzung findet sich jetzt auch auf https://beingalive.jimdofree.com/


Und

sie ging los, in Richtung Sรผden. Die Erde hatte sich geschรผttelt und nicht viel war an seinem Platz geblieben. So wie die Tiere sich ihr Fell schรผtteln und die Trรถpfchen nach allen Seiten fliegen, hat sie ein paar Winzlinge auf der Oberflรคche durcheinander gebracht. Die Frau hatte graues Haar, doch sie fรผhlte sich jung. Es war, als sei ein neuer Morgen angebrochen, auf den sie lange im Dunkel gewartet hatte.

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Ruhetag

Ich habe heute Ruhetag. Die Gaststรคtten nicht, jedenfalls die die noch geรถffnet haben. Denn nach und nach sterben hier die groรŸen Landgaststรคtten, alte Hรคuser mit groรŸen Sรคlen.

So gab es hier gestern Abend das alljรคhrliche Rock op n Dรถrp mit regionalen Bands, drei an der Zahl. WeiรŸhaarige Bands und fetzig. Die alten Herren kรถnnen ihre Kunst. Metal kam zuerst, das ist hier die beliebteste Musik im Norden, es muss wohl an Wacken liegen. Nach zwei Stunden Tanzen ( mit Ohrenstรถpseln!) im holzgetรคfelten Saal mit den Schรผtzenkรถnigplaketten an der Wand verabschiedete ich mich, ich hatte einen langen Tag. Die Band hieรŸ Alpha Slave und mir erschlieรŸt sich die Bedeutung nicht.

Die anderen Tรคnzerinnen jenseits der 50 machten wohl noch lange weiter. Die meisten kennen sich. Von Halloween sah ich glรผcklicherweise nichts, denn ich fรผrchtete mich etwas vor gruseligen Anblicken, die ich nicht vergessen kรถnnte. AuรŸer- etwas Wunderlich Schรถnes: Drei Reiterinnen jugendlichen Alters lieรŸen ihre geschmรผckten Pferde langsam durchs leere Dorf schreiten im Dunkeln. Sie hatten sie mit Lichterketten in Schweif und Mรคhne herausgeputzt,, und die eine war wie eine Kรถnigin mit rotem Tuch und daran befestigten Lichtern stolz im Sattel sitzend. Das ist mal eine Art, Halloween richtig zu feiern finde ich, und es scheint, das die Lust am Verkleiden und am Ritual ein groรŸer Antrieb ist, dieses Fest so beliebt zu machen.

Ich stand frรผh auf, um die Kรคtzchen eines Freundes zu versorgen. Das nennt sich Helferkreis, Nachbarschaft, Freundeskreis. Das groรŸe alte Haus ist selbst ein verzauberter Ort, vollkommen mit Efeu bewachsen, der nun auch ins Innere vordringt. Es ist eine halbe Ruine, die ja immer etwas Magisches an sich haben, und das mitten im Ort, wo schon der Investor nebenan neue Hรคuser mit Wรคrmedรคmmung und so weiter gebaut hat. Manch alte Leute halten sich tapfer.

Und so hat auch das zwangsweise Heizen mit Holzofen mittlerweile etwas Schรถnes und Einfaches, fรผr mich. Wรคhrend andere รผber Feinstaub und Dreck stรถhnen, ist das Holzfeuer und sein Geruch mir etwas Heiliges. Es verbindet mich mit der Vergangenheit und den Vorfahren, mit Selbstwirksamkeit, Unabhรคngigkeit, Freiheit.

Um ein Feuer zu sitzen ist in unseren Genen. In meinen Knochen aber auch, denn das Holz schleppen und lagern und stรคndig drauf achten hat mich doch schon etwas erschรถpft. Aber ich weiรŸ, dass ich รผberleben kann.

Diese Woche noch machen wir eine Ahnenmeditation. Und ja, es gab irgendwo Demos.

Lesefieber

Die Leselust hat mich wieder gepackt, zwischen dem Heranschaffen von Brennholz, den Ofen fรผttern und einer Geburtstagsfeier. Da ich noch die “ Eva Luna“ im Regal liegen hatte, von Isabell Allende, konnte nur eine der Besten mich so fesseln, dass die Leselust zum Fieber wurde. Dabei ist das schon von 1987 und falls ich es damals las, weiรŸ ich nichts mehr davon. Von der Geschichte ihres Landes natรผrlich schon, die in den Bรผchern auch vorkommt.

Man glaubt ja gar nicht, dass so viel wie in diesen Romanen wirklich passieren kann. Aber es ist so, in manchen Zeiten wohl, die so intensiv sind. Nur passiert es nicht Jedem. Gestern Abend fiel doch tatsรคchlich der Strom wieder aus. Noch ist die Heizung und vieles mehr nicht repariert. Aber dass es jederzeit wieder geschehen kann, alles, kaputt, รผberraschend, man hat sich noch gar nicht erholt. Ja ich kann ein einfacheres Leben aushalten. Aber es wird ja noch kรคlter. Kerzen, Lichterketten, Streichhรถlzer sollte man da haben. Batterien fรผr das Radio. Wasser.

Und nur im Umkreis meiner Bekannten hat einer die abgebrannte Scheune mit allen Klamotten drin, ein Anderer einen Wasserrohrbruch, so dass er die Wohnung total rรคumen musste, ein Dritter verlor sein ganzes Geld bei einem Betrug mit Kryptowรคhrung, so dass er seine Wohnung aus finanziellen Grรผnden aufgeben muss, und am Wochenende wird demonstriert, oder gegruselt und alles zusammen. Das alles auf einmal ist wie in einem Roman und gรคbe eine Schauergeschichte, auf dem Sofa vor dem warmen Ofen.

Auch zu den Bildern kรถnnte ich jeweils Geschichten erzรคhlen. Wenn ich mich verzettele, geht der Ofen wieder aus. Der kriegt nicht die ganze Wohnung warm, hinten an den Fenstern schimmelt es ein bisschen. Ein paar Bilder vom schwarzen Strand halten warm in Gedanken.

Aber auch hier scheint die Sonne und ein Wust gelber Blรคtter raschelt an den Bรคumen entlang der StraรŸe und wird erhellt so hell wie ein goldener Palast. Oh ich fรผrchte, der Roman fรคrbt ab…

Phรคnomene

Da gibt es einige verrรผckte Sachen. Ich fuhr eine Strecke รผbers Feld, und in der Vorabenddรคmmerung ging der helle Vollmond auf in einem noch hellen Himmel. Direkt vor mir, und er schien riesig! Ein gutes Foto konnte ich nicht machen, denn das ginge nur mit einem Teleobjektiv. Anhalten kann man auf der schnurgeraden StraรŸe auch schlecht. Die Windmรผhlen waren weit weg und sahen winzig aus neben dem Mond. Doch je nรคher ich ihnen kam, umso kleiner wurde der Mond. Also neben einer groรŸen Mรผhle, die ihn รผberragte, sah er plรถtzlich klein aus. Spรคter dann sah er wieder grรถรŸer aus!

Auf den Feldern sind nun viele Schafe. Wasser steht hoch in den Grรคben.

Ein Phรคnomen sind auch die neuen Wรถrter. Also mir neu und gehรคuft benutzt. Das Unwort des Jahres wรคre fรผr mich „historisch“. Alles ist auf einmal historisch, sรคmtliche Journalisten haben das Wort entdeckt, ob Wahlen oder Wetterereignisse- egal. Sie sind historisch, obwohl das doch eindeutig nur aus der Zukunft gesagt werden kann. Denn Historie ist Vergangenheit.

Diese Ungenauigkeit! Man kann sagen, erstmalig oder einmalig, oder…aber historisch, wie man weiรŸ aus Romanen zum Beispiel, sind nur solche , die in einer Vergangenheit spielen. Ob man in Zukunft diese Ereignisse als historisch beurteilt, mรผssen wir also erst einmal abwarten oder werden es auch gar nicht mehr mit erleben.

Dann werden wir alle in biodeutsch oder „andersdeutsch“? umbenannt. Vielleicht ist mein Hund ein Biowolf. Also ein Originalabkรถmmling von Wรถlfen und wir sind Biodeutsche, wenn auch mal von Polen abstammend, vielleicht, weil das frรผher war als jetzt. Denn ab jetzt zรคhlen eingeborene Deutsche als Biodeutsche. Aber wer weiแบž.

Ich komme mit der Sprache nicht mehr mit und die neuen Bands kenne ich auch alle nicht mehr. Die machen aber gute Musik! Ich schaue Festivalkonzerte auf arte TV, wow. Also wow und krass und geil, sowas sage ich noch. Ist wohl veraltet.

Was aber moshpits sein sollen, war mir nicht bekannt. Der Sรคnger von Kaffkiez auf der Bรผhne sagte das an, und dann bildeten sich in den Massen von Leuten, die ja alle tanzten, so Kreise, in denen es leer in der Mitte war und dann konnten sie aufeinander zutanzen. Und wieder auseinander. So wie frรผher bei den Kreistรคnzen im Volkstanz. Ist meine Vermutung wohl richtig?

Wir halten es ja lieber mit den alten Bands , die schon 30 Jahre spielen, und die Musik unserer Jugend machen. Ich hoffe, ich krieg die Karten fรผr Colour Haze, zum 66ten Geburtstag meines Freundes. Da tanzen wir dann bestimmt , vor der Bรผhne rum. Also mit den Kommas komme ich auch nicht mehr klar. Da selbst in Bรผchern Kommas sind an Stellen, die ich fรผr falsch erachten wรผrde – ich war immer stolz darauf, dass ich das konnte – mache ich das jetzt auch mal ganz frei. Merkt ja eh keiner mehr.

Der Sturm ist fast vorbei, ich habe Blรคtter gefegt, und dann kam ich in den einzigen Schauer des Tages. Mitten beim GroรŸeinkauf.

Wรคrme

Ein Kater namens Martha freut sich des warmen Ofens. Ich zwangsweise, da die Heizung- wie viele andere, auch Wรคrmepumpen und Solardรคcher, also nichts von autark…- durch den Stromvorfall zerstรถrt wurde und repariert werden muss. Schรถn, dass ich so viel Holz habe, das ich nun allerdings kistenweise ins Haus tragen muss, tรคglich. Die Gelenke melden sich, das sind sie nicht mehr gewohnt. Aber doch habe ich schon ganze Winter so รผberstanden. SchlieรŸlich sind hier keine 20 Grad Minus. Es hat auch etwas von Selbstwirksamkeit, รœberlebensfรคhigkeit.

Die Frische-Regale in den umliegenden Supermรคrkten blieben bis gestern Abend leer. Nun konnte man ja etwas weiter fahren, wo der Stromblitz nicht zugeschlagen hatte, aber dennoch eine kleine Warnung: So sieht es dann aus. In der Zeitung stand etwas von den unmรถglichen Zustรคnden in einem Schlachthof, nun vor Gericht, und mir wird so schon schlecht, wenn ich dabei an Fleisch denke. Ich wusste nicht, dass Schweine mit CO2 erstickt werden dรผrfen.

Und etwas ist seltsam: Ich habe รผberhaupt keine Lust, auch nur ein Buch zu lesen! Die Gegenwart fordert mich, nichts ist Gewohnheit, und ich bin schon recht durcheinander. Und habe so keine Konzentration, mich in eine andere Geschichte fallen zu lassen. Bestimmt kommt das im Winter wieder. Unruhe, Feuerenergie und viel Austausch untereinander, eine Freundin macht mit bei Energieheilung fรผr die Ostsee und die Wale. https://www.youtube.com/@Swahnja

Das – Leben in Russland- finde ich auch spannend weil authentisch. https://youtu.be/EzEBkjhwhiE

Lachen musste ich, denn ich schรคtze Silke Schรคfer wirklich, und sie redet von der Befreiung von Fremdbestimmung, sitzt aber im https://youtu.be/V-MW1YQf8Zk Interview mit den hรถchsten vorstellbaren High Heels da…fรผr mich ein Inbegriff von Fremdbestimmung …sonst sieht man ja nur den Kopf und sicherlich hat sie dann auch eher Puschen an…

Buddha, Gott…

Ich muss im Hause bleiben und auf den Heizungsdoktor warten. Heute oder morgen oder…

40.000 Haushalte waren betroffen von der รœberspannung, der Netzbetreiber soll angeblich „prรผfen“, ob die Versicherung zahlt…Natรผrlich hรถrt man nur Musik auf der Telefonleitung.

Ein Glรผck, dass ich nicht bei TikTok bin, ich wรผrde mich nur รคrgern. Jedenfalls bekam ich so ein KI Video geschickt, und fand das ziemlich fake. Und dann stellt sich heraus, man kann „Die Bibel des Shen“ tatsรคchlich kaufen. Allerdings gibt es sie einmal mit „Gott“ vorn drauf, also einem typischen Bild des alten Mannes mit Bart, und dann gibt es sie mit Buddha vorn drauf…

Vielleicht war Meister Shen ja alles, aber ich hรถrte noch von keinem buddhistischen Mรถnch, der eine Bibel schrieb. Anscheinend ist das ja auch egal. Verkauft sich gut, oder wie. Es geht um Gesundheitstipps, wie sie schon meine Oma kannte. Im video braut der รคltere Mรถnch in roter Robe Zwiebelsaft, den er dann aus einem Weinkelch trinkt – grobe Schnitzer, wรผrde ich sagen….

Gott, habe ich etwa schlechte Laune?! Das kommt vor. Es nieselt auch. Heute frรผh 16 Grad innen, nun mit Ofen zwei Grad wรคrmer.

Frรผher empรถrte ich mich noch รผber Buddhafiguren in Schaufenstern, die zur Werbung benutzt wurden. Das ist ja heute schon total normal. In jedem Gartenmarkt stehen die falschen Statuen herum, deren Lรคcheln gar nicht stimmt und auch die Haltung nicht. Aber sollte mich das nicht freuen?

Krass. Und dann schalte ich zufรคllig in den Gottesdienst im Radio, den christlichen und was sagt der Pastor? Nun, wir kรถnnen die Verhรคltnisse nicht รคndern, wir kรถnnen aber unsere Haltung รคndern, eine andere Haltung einnehmen. Tja, so lernte ich das vom Buddha. Original. Und ich kenne mich nicht so aus, klar hat Jesus das sicher auch so gemeint,….

OOOOOOM dann versuche ich das mal.

Meine Buddhafigur ist vermutlich auch nicht echt. Sie soll aus Burma stammen, nun ja.

https://chi.us/de/richards-corner/jing-qi-shen/shen-cultivating-the-wisdom

Die Ruine

Oft stehen Brandruinen, Reste von Hรคusern lange. Und erstaunlich oft gibt es sie. Wenn kein Geld da ist und natรผrlich niemand ein Grundstรผck mit einer teuer zu entsorgenden Ruine kaufen wรผrde. Und es ist auch ziemlich eklig da drin, wenn niemand zu Schaden gekommen ist.

Eine Melange aus Glasscherben, geschmolzenen Stiefeln und verkohlten Balken, verbogene Bleche, und Dinge, bei denen man rรคtseln muss, was es mal war. Der Rest als Gerippe erkenntlich: Heizlรผfter und Radios, zu rettendes Werkzeug, ein Beil ohne Stiel. Und der Geruch.

Gestern hat sich das Heu wieder entzรผndet, es qualmte noch und der Ostwind fuhr hinein, wieder Feuerwehr, am Samstagabend. Der Stall war ein vollgestopftes Lager und erst nach und nach geht ihm auf, was da alles war. Dafรผr findet er im Haus , auf dem Dachboden Kleidung und Sachen, die er vรถllig vergessen hatte. Freunde schenken Socken. Der PC und die Musik sind schon wieder angeschlossen. Der Alltag muss weitergehen.

Aber die Nerven sind angespannt, noch im Alarmzustand. Man will alles gleichzeitig tun, Leute melden sich und wollen helfen, aber es ist noch nicht soweit. Durcheinander รผberall. Dann kommen die Vorschlรคge, aber wohin damit.

Manchen Menschen geschehen รถfter solche Ereignisse und sie fallen immer wieder auf die Fรผแบže. Aber es kann auch sein, dass mal ein traumatisierter Seelenanteil abgespalten wird, oder auch aktiviert wird. Ich erinnere mich an den Waldbrand auf La Gomera von 2012, wo viele Menschen alles verloren und evakuiert wurden. Davon sieht man heute nur noch die schwarzen Palmen und die meisten Besucher wissen gar nichts davon. Nur kennt man den einen oder anderen, den der Verlust der Bรคume oder Tiere so depressiv machte,dass er sich nicht wieder davon erholte. Hier wie dort. Feuer ist gnadenlos.

Die รœberforderung greift einen an. Der Verstand will es nicht richtig greifen. Es ist auch Identitรคt, die sich mit dem, was man um sich hat, verschrรคnkt. Und das gibt normalerweise die Sicherheit. So ist es doch meistens.

Ich selbst habe zweimal alles zurรผckgelassen, frรผher als ich noch anders war. Da bin ich einfach abgehauen nach Indien und lieรŸ meine Identitรคt zurรผck, so hoffte ich. Vor allem hatte ich erheblichen Seelenverlust nach einigen Jahren, wovon ich รผberhaupt keine Ahnung hatte, und ich lernte es auf die harte Art. Aber an die alte Wohnung dachte ich dann schon noch lange. Ich hatte dann lange gar kein richtiges Zuhause mehr und konnte es auch nicht selbst bilden oder hervorbringen. Auch Bindung konnte ich nicht.

Wenn man in sich nicht ganz ist, vollstรคndig, sich nicht mit seinem Selbst verbunden hat, dann kann man tausendmal versuchen, es im AuรŸen zu erschaffen. Wie oft hat man dann perfekt mรถblierte Rรคume, in denen nichts lebt. Eine Leere, ohne Seele, wie ich sie in den Wohnlandschaften der Mรถbelwerbung sehe.

Zuhause ist fรผr mich die Verbundenheit mit dem Leben, den Tieren und Pflanzen um mich herum. Auch das Dorf. Vertrauen fรคllt mir immer noch schwer. Aber es gibt Erdung und Einfachheit. Es ist ein langer Weg zu sich selber, manchmal. Und Erinnern hilft , sich rรผckzuverbinden.

UPS wรคhrend ich dies gestern schrieb, knallte die Sicherung raus und der Strom blieb den ganzen Tag weg. Das passierte im ganzen Umland, mehrere Umspannwerke hatten sich ausgeschaltet. Jetzt ist noch Improvisation angesagt. Bei vielen Leuten sind Gerรคte kaputt gegangen, meine Heizung geht noch nicht. Das Feuer-Jahr….

Abgebrannt

Ein Raub der Flammen, so sagt man, wurde die Scheune meines Freundes innerhalb von vorletzter Nacht. Und sie war voller Dinge. Es sind ganz schauerliche Anblicke, aber froh ist man, dass niemandem etwas passierte. Der Verlust ist gefรผhlt ein Kummer, denn der Raum war mit viel Erinnerung verbunden. Wir haben sehr gute Dorf-Feuerwehren, die die ganze Nacht lรถschten und noch tagsรผber aufpassten. Das Haus blieb so gerettet.

So riesige Maifeuer gab es gleich nebenan, nie passierte was. Und dann so eine Steckdose oder so. Und nicht versichert. Kaum vorstellbar, wenn all meine Sachen auf einmal weg wรคren.

Die goldene Zitrone

Eine ABC – Etรผde Nr 2 mit den Worten Abglanz-sรคuerlich-scheuern, Oktober 2026

„Die goldene Zitrone“- Der Filmpreis fรผr besonders dumme Filme wird seit hundert Jahren verliehen, ein Abglanz alter Zeiten. Damals konnte man sie noch sofort erkennen, die Werke, die einen sรคuerlichen Geschmack hinterlieรŸen, Bilder die man lieber nicht gesehen hรคtte und schrille Musik.

Aber was heiรŸt sรคuerlich- heute ist sauer meist mit Zucker zugleich versetzt, klebrig und eklig. Der diesjรคhrige Preistrรคger Marlon McIntosh mit dem Spielfilm: „Eine neue Welt“ scheuert haarscharf am Kitsch vorbei, eine romantasy der Zukunft, die keine einzige neue Idee verzeichnet.

Die Handlung, man mag es kaum erzรคhlen, beginnt mit den letzten รœberlebenden einer durch Katastrophen ausgelรถschten Menschheit. Ungefรคhr 235 bisherige science-fiction-Romane, Serien und Dystopien beginnen genau so. Natรผrlich gibt es mรคchtige Feinde in Form von Maschinen , und ein Genie, das zufรคllig und unversehens zum Helden mutiert.

Aber wir wollen nicht die Spannung vorweg nehmen. Wie wird der Rest der Menschen es schaffen? Denn das mรผssen sie. Angesichts ihrer Lage muss uns klar werden, dass all unsere jeweiligen Probleme nur ein Klacks sind und wir vielleicht diese รผberleben werden.

Dies trรคgt zu dem sehr sauren Geschmack bei und ich verleihe hรถchstpersรถnlich die goldene Zitrone an die austauschbaren Hauptdarsteller. Eine neue Zeit bricht an: Damals, gestern, รผbermorgen und 2030. Heute aber nicht.

214 Wรถrter, und alles nonsense. ร„hnlichkeiten mit lebenden Personen und Filmen sind reiner Zufall und nicht beabsichtigt.

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