Piep sagte mein linker Fuß und ich erstarrte. Ganz heimlich still und leise wollte ich mich hinausschleichen, nachdem Pinguin, mittlerweile 10 Monate alt, endlich eingeschlafen war. Er liebt es ja einzuschlafen, das macht er auch gerne zwei- oder dreimal hintereinander. Mir würde einmal reichen.
Lautlos schimpfend bückte ich mich. Okay es war doch nicht mein Fuß sondern nur das Handy meiner Raupe. Nummer vier glaube ich. Es kann singen, reden, piepen und leuchten. Im Gegensatz zu den anderen zwei, die nur piepsen können und dem einen, das nur aussieht wie ein Handy. Keines ist von mir oder dem Mann, alles Geschenke von Bekannten und Verwandten (sind reichlich vorhanden und verantwortlich für 98 % aller Spielwaren in unserem Haushalt).
Natürlich telefoniert die Raupe liebend gerne. Redet ja auch sonst den ganzen Tag und manchmal auch im Schlaf. Wenn grad keines ihrer 4 Handys greifbar ist (eines für jedes Lebensjahr und dann noch eines Reserve vermutlich) tut’s auch ein Spielzeugauto. Oder der Taschenrechner. Oder mein Handy. Neulich meine Cousine:“ Warum lässt du sie nicht mit mir reden, sie hat sich soooo gefreut, wie wirklich mal jemand abgehoben hat!“ Auch beim Haustelefon macht sie mittlerweile Telefondienst. Manchmal schon wirklich professionell: Die Mama kommt gleich. Die Oma ist grad nicht da…
Manchmal weniger professionell: Telefon läutet, Raupe rennt hin. Natürlich ist sie schneller als ich, hatte ja schließlich nicht noch die Hände voll mit Gemüse, Teig oder auch Pinguin.
Raupe hebt ab: „Grüß dich, auf Wiedersehen, DU SOLLST NICHT MEHR ANRUFEN! Und legt auf.
Ab und zu denk ich noch wehmütig zurück an damals als ich noch jünger war. Kinderlos aber voll Illusionen und Vorstellungen. Und guten Vorsätzen. Meine Kinder, hab ich gedacht, bekommen erst frühestens mit 10 oder 12 ein eigenes Handy! Das braucht man ja auch nicht früher.
Die Raupe ist 3.