Abraham Esau

Abraham Robert Esau (* 7. Juni 1884 in Tiegenhagen, Kreis Marienburg; † 12. Mai 1955 in Düsseldorf) war ein deutscher Physiker und ein Pionier auf dem Gebiet der Ultrakurzwellen- und Hochfrequenztechnik. Esau war einer der bedeutendsten Hochfrequenzphysiker seiner Zeit[1] und führte 1925 die weltweit erste UKW-Übertragung durch.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Herkunft und Schulzeit (1884 bis 1902)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Esau, Sohn des Hofbesitzers und Standesamtvorstehers Osar Abraham Esau (1861–1945) und Maria Agnes Regier (1861–1892), stammt aus einer Mennonitenfamilie. Der väterliche Teil ist aus den Niederlanden zugewandert. Seine Vorfahren waren überwiegend in landwirtschaftlichem und theologischen Berufen tätig und, insbesondere der Familienzweig Regier, Bergens und Wiebe, im Kreis Marienburg im Danziger Raum verwurzelt. Als Esau acht Jahre alt war verstarb seine Mutter. Der Westpreuße Esau besuchte das Realgymnasiums St. Petri und Pauli in Danzig, welches er mit dem Reifezeugnis abschloss, was ihn zur Aufnahme eines Studiums berechtigte.
Studium und Prägung durch den Ersten Weltkrieg (1902 bis 1918)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach Abschluss der Schule studierte Esau von 1902 bis 1907 Physik, Mathematik und Philosophie an der Universität Berlin und später an der TH Danzig. In Berlin schloss er sich dem Rudolstädter Corps Holsatia an und wurde später ebenfalls Mitglied im Corps Silingia Breslau zu Köln, damals noch in Breslau beheimatet.[2] Esau wurde 1908 in Berlin mit seiner Arbeit Widerstand und Selbstinduktion von Solenoiden für Wechselstrom zum Dr. phil. nat. promoviert. An der TH Danzig war er von 1906 bis 1909 Assistent des Physikers Max Wien und später in selber Funktion an der Martin-Luther-Universität-Halle-Wittenberg tätig. In seiner Assistentenzeit verfasste er zehn wissenschaftliche Aufsätze über Antennenprobleme. Von 1909 bis 1910 war Esau Einjährig-Freiwilliger bei der Funkabteilung des Telegraphenbataillons Nr. 1 Berlin.
Nach seinem Wechsel vom Hochschuldienst zur Gesellschaft für drahtlose Telegraphie, System Telefunken in Berlin widmete sich Esau ab 1912 als Laborvorsteher Fragen des Funkempfangs. Seine Arbeit konzentrierte sich dabei auf die Entwicklung drahtloser Nachrichtenübermittlung, weshalb er bereits ein Jahr später, 1913, von Telefunken beauftragt wurde, in Togo die Funkstation Kamina im Rahmen des Aufbaus eines Funkverkehrsnetzes zwischen den Deutschen Kolonien und dem Deutschen Kaiserreich zu errichten.
Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges, 1914, welcher zeitlich mit der Fertigstellung der Funkstation zusammenfiel, besetzten französische Truppen im August desselben Jahres Togo. Damit ging die Zerstörung der gerade fertiggestellten Anlage einher. Der Reserveoffizier Esau wurde vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges überrascht und geriet bis zu einem Gefangenenaustausch 1917 in französische Kriegsgefangenschaft.
Im Jahre seiner Entlassung starb seine Frau Nora (geb. Marcus) im 31. Lebensjahr. Diese Schicksalsschläge, Gefangenschaft, Tod seiner Frau, Verlust seiner Heimat durch den Friedensvertrag von Versailles, prägten Esaus Sicht und Charakter.[3]
Die weltweit erste Ultrakurzwellen-Übertragung (1918 bis 1925)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit Ende des Ersten Weltkrieges kehrte Esau als Chef der Telefunken-Laboratorien nach Berlin zurück und fokussierte sich auf das Themengebiet des Überseeempfangs. Er entwickelte eine Doppelrahmenempfangsanlage, die in Geltow bei Potsdam für den drahtlosen Überseeverkehr gebaut wurde und zur Entwicklung der Großempfangsstation der Transradio-Gesellschaft beitrug. Unter Esaus Leitung wurden außerdem Großfunkstationen in Argentinien (1921) und in Brasilien (1922) in Betrieb genommen.
Vom 28. bis 30. Dezember 1924 führte Esau Versuche zur Untersuchung des Fading-Effekts durch:
„[D]er Berliner Rundfunksender gibt an diesen Tagen auf Welle 605 m abends nach Abschluß des Programmes Zahlen. Und zwar Zahlen, von 100 beginnend; Aufgabe des Beobachters ist es nun, die Zahlen zu bezeichnen, bei denen der Empfangsschwund zu bemerken ist, bzw. jene Zahlen, bei denen die Empfangslautstärke wieder den früheren Höhepunkt erreicht. (z. B.‚ Empfangsschwund 121 bis 128, an- oder abschwellend.)“
Rundfunkhörer sollten ihre Beobachtungen richten an Herrn Dr. Esau, Telefunken-Haus, Berlin, SW. 11.[4]
Am 28. Juli 1925 wurde der erste überregionale deutsche Amateurfunkverband, der Deutsche Funktechnische Verband e. V. (DFTV) gegründet. Esau war der erste Präsident des Verbandes, sein Amateurfunkrufzeichen war EK4AAL.[5] Im selben Jahr führte er die weltweit erste UKW-Übertragung zwischen Jena und Kahla durch.
Esau galt als „Pabst“ der Hochfrequenzphysik.[6]
Akademische Laufbahn als Professor und Rektor in Jena (1925 bis 1939)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anfang 1925 wurde er an die Universität Jena zum außerordentlichen Professor für Technische Physik berufen.[7] Außerdem wurde er zum Leiter des Technisch-Physikalischen Instituts ernannt und stelle in dieser Funktion einen UKW-Versuchssender mit einer 100 W Sendeleistung und einer Sendefrequenz von 100 MHz vor, was in etwa einer Wellenlänge von drei Metern entspricht.[8] 1928 erfolgte die Ernennung zum ordentlichen Professor. Der Titel seiner Antrittsvorlesung lautete Die Energievorräte der Erde und ihre technische Ausnutzung. Esau erfreute sich sowohl bei den Dozenten als auch bei der Studentenschaft großer Beliebtheit. Esau betreute in seiner Jenaer Zeit u. a. die Arbeiten von Lothar Rohde und Hermann Schwarz.
Seit 1928 beschäftigte er sich gemeinsam mit Erwin Schliephake mit der Möglichkeit, Kurzwellen in der Medizin, insbesondere bei der Therapierung von Krebspatienten, einzusetzen. Beide zusammen entwickelten dabei die Kurzwellen-Therapie (Diathermie). Obwohl selbst bei inoperablen Patienten Heilungserfolge verzeichnet werden konnten, fand die Methode zunächst keinen Eingang in die Schulmedizin, ist heute aber weit verbreitet. Die sogenannte Esau-Schaltung legte dabei den Grundstein zur Kurzwellentherapie.[9]
1929 wurde er Mitglied der Erfurter Akademie gemeinnütziger Wissenschaften. 1930 begann er mit Untersuchungen über die Einsatzmöglichkeiten von Ultrakurzwellen. Beispielsweise führte das Reichspostzentralamt unter Leitung Esau Versuche durch, Rundfunkprogramme über Ultrakurzwelle auszustrahlen.[10]
Von März 1932 bis März 1935 war Esau Rektor der Universität Jena und wurde als solcher im Jahr 1934 zum Stiftungskommissar der Carl-Zeiss-Stiftung ernannt. Er löste damit Julius Dietz ab, der durch Intervention der Geschäftsleitung von Carl Zeiss (Walther Bauersfeld, Paul Henrichs und August Kotthaus) abberufen werden musste.[11] Von November 1937 bis März 1939 übernahm Esau erneut das Amt des Rektors der Universität Jena. Im Sommer 1939 wurde er durch den Rassenforscher Karl Astel ersetzt.[12][13]
Zum 1. Mai 1933 trat Esau in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 2.907.651)[14][15] und wurde durch Joseph Goebbels am 15. November 1935 zum Mitglied des Reichskultursenats ernannt. Esau agierte als systemkonformer einflussreicher und hochdekorierter Fachmann, der sich dem Regime pragmatisch anpasste und dessen Forschungsvorhaben unter den staatlichen Gegebenheiten und Strukturen umsetzte.[16] Nach Meinung von Max von Laue gebärdete sich Esau als „Haupt-Repräsentant des Nationalsozialismus unter den deutschen Physikern“. Eine später avisierte Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland an Esau, einem "der wichtigsten Physiker des Dritten Reichs" wurde u. a. nach Erkundigung beim Nobelpreisträger von Laue verworfen.[17][18]
Rolle im Deutschen Uranprojekt und Einfluss auf dem Gebiet der Kernphysik (1939 bis 1945)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ab 1939 war Esau Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt (PTR) in Berlin sowie an der TH Berlin ordentlicher Professor für militärische Fernmeldetechnik.[19][20]
Im April 1939 organisierte Esau als Spartenleiter Physik im Reichsforschungsrat die erste Sitzung des „Uranvereins“. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges fasste das Heereswaffenamt in Verbindung mit Esau im Reichsforschungsrat die führenden Forscher Deutschlands auf dem Gebiet der Kernspaltung im „Uranprojekt“ zusammen und verteilte die Arbeiten auf verschiedene Institute. 1942 wurde Esau „Bevollmächtigter des Reichsmarschalls für alle Fragen der Kernphysik“ bis er 1944 von Walther Gerlach abgelöst wurde. Vorausgegangen waren u. a. Spannungen zwischen Esau und Werner Heisenberg.[21][22] Zudem war die Kernphysik für den Hochfrequenzpionier Esau ein ihm fachfremdes Feld, auf dem ihm tiefgreifendes Wissen, was beispielsweise seine Kollegen besaßen, fehlte.
Anfang 1944 wurde Esau Nachfolger von Johannes Plendl als „Bevollmächtigter für Hochfrequenz-Forschung“. Esau leitete Forschungen im Bereich des Funkmesswesens, insbesondere der Erschließung des Zentimeterwellenbereichs. Mit einem von ihm entwickelten Magnetron erreichte er Wellenlängen unter zwei Millimeter. Er gehörte der Arbeitsgruppe Rotterdam an.
Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg (1945 bis 1955)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Kapitulation des deutschen Reiches wurden die Arbeiten von Esau im Rahmen der Alsos-Missionen durch die Amerikaner beschlagnahmt und analysiert. Die Alsos-Missionen fanden zwischen Ende 1943 und Ende 1945 im Rahmen des Manhattan-Projekt der USA statt. Ziel war es, eventuelle deutsche Bemühungen zum Bau einer Atombombe offenzulegen und zu verhindern.
Abraham Esau wurde 1945 verhaftet, in Frankreich und Deutschland inhaftiert. Er wurde in die Niederlande überstellt, wo er wegen seiner Mitverantwortung für die Ausplünderung der Philips-Werke vor Gericht gestellt wurde. Während seiner Haft wandte Esau sich seinen mennonitischen Wurzeln zu und suchte Kontakt zum Mennonitische Zentralkomitee. In diese Zeit fällt auch Esaus handschriftliche Übersetzung des Buchs The Story of the Mennonites von C. Henry Smith ins Deutsche. Ende 1948 wurde er von der Anklage des wirtschaftlichen Kriegsverbrechens freigesprochen und nach Deutschland abgeschoben, wo er von der Spruchkammer Rendsburg de facto „entnazifiziert“ wurde.
Sein Amt als Präsident der PTR übte er nicht mehr aus. Nach einer kurzzeitigen Gastprofessur an der Technischen Akademie Bergisch Land 1948, wurde Esau mit Unterstützung durch Leo Brandt 1949 Honorarprofessor für Kurzwellentechnik an der TH Aachen und zählte 1950 zu den Gründungsmitgliedern der heutigen Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste, die auf Anregung Esaus Freundes, Leo Brandt, ins Leben gerufen wurde.[23] 1953 übernahm Esau die Leitung des Institutes für Hochfrequenztechnik in Mülheim an der Ruhr einer Abteilung der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt. Er führte wegweisende Untersuchungen zum Einsatz von elektrischen und akustischen Wellen (Radar bzw. Sonar) zur Ortung, Navigation und Wetterbeobachtung sowie zum Einsatz von Ultraschall in der Werkstoffprüfung durch.
Esau verstarb 1955 im 71. Lebensjahr an einer Embolie in Folge einer Operation in einem Düsseldorfer Krankenhaus.
Familie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Esau war verheiratet mit Nora Marcus, die früh verstarb. Das Paar hatte eine Tochter, Lieselotte Voß-Esau.
Mitgliedschaften, Ämter und Ehrungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Esau Mitglied in diversen Gelehrtengesellschaften und Forschungseinrichtungen und bekleidete hohe Ämter und Positionen in verschiedenen Institutionen.
Mitgliedschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Corpsstudent und Mitglied der Rudolstädter Corps Holsatia Berlin und Silingia Breslau zu Köln
- 1928 bis 1945 Mitglied der Deutschen Physikalischen Gesellschaft
- 1929 Mitglied der Erfurter Akademie gemeinnütziger Wissenschaften
- 1933 Mitglied des Reichskultursenates
- 1935 Mitglied der Fernsehgesellschaft bei der Reichsrundfunkkammer
- 1937 bis 1945 Mitglied der Deutschen Akademie der Luftfahrtforschung[24]
- 1950 Gründungsmitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste
- Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina
- Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften (1942–1945)
- Mitglied des Forschungsrates des Landes Nordrhein-Westfalen
- Mitglied des Vorstandes der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt
Ämter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Seit 1925 Präsident des deutschen funktechnischen Verbandes
- 1933 bis 1939 Thüringischer Staatsrat[25]
- 1934 Führer der Rektorenkonferenz der deutschen Hochschulen
- 1934 bis 1945 Stiftungskommissar der Carl-Zeiss-Stiftung
- 1939 Vorsitz des Stiftungsrat der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring[26]
- 1939 bis 1945 Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt (PTR) in Berlin
Ehrungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1913 Gedenkmedaille um die Feldzüge in Afrika
- 1914 Eisernes Kreuz 1. und 2. Klasse
- 1935 Nomination für den Physik-Nobelpreis durch August Gärtner[27]
- 23. September 1944: Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes[28][29]
- Ehrensenator der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
- Ehrenbürger der TH Danzig
- Ehrenmitgliedschaften bei diversen Jenenser Vereinigungen aufgrund seiner Tätigkeit als Rektor der Universität Jena, z. B. Burschenschaft Germania (1949) und Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller (1950)
- 1954 Dr. med. h. c. der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Esau veröffentliche eine Reihe grundlegender Arbeiten auf dem Gebiet der Hochfrequenztechnik.[30] Einige seiner Werke sind hier absteigend sortiert nach Veröffentlichungsjahr:
- Die Geschichte der Mennoniten Europas (dt. Übersetzung des Buchs The Story of the Mennonites von C. Henry Smith). 1964.
- Die Bedeutung des Ultraschalls für technische Anwendungsgebiete. In: Naturwissenschaften, Heft 39, 1956.
- Die Bedeutung von Wellenimpulsverfahren in Technik und Natur. Westdeutscher Verlag, Köln und Opladen, 1955.
- Der Ultraschall und seine technischen Anwendungen. Westdeutscher Verlag, Köln und Opladen, 1955.
- Ortung mit elektrischen und Ultraschallwellen in Technik und Natur. In: Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Heft 15, Leo Brandt (Hrsg.), Westdeutscher Verlag, Köln, 1951.
- Werner von Siemens. In: Preußische Akademie der Wissenschaften: Vorträge und Schriften. Heft 15, Walter de Gruyter & Co., Berlin, 1943.
- Herstellung von Leuchtfarben ohne Anwendung von Radium G-213. 1943.
- Einleitung G-214. 1943.
- Elektrische Wellen im Zentimetergebiet. 1940.
- mit Pätzold, J. & Ahrens, E.: Temperaturverteilung in geschichteten biologischen Geweben nach der Behandlung im elektromagnetischen Strahlenfeld mit Luft als Außenmedium. In: Naturwissenschaften, Heft 29, 1938.
- mit Roth, O. H.: Empfangsstörungen durch Ultrakurzwellen-Diathermieapparate. In: Zeitschrift für Hochfrequenztechnik. Band 48, 1936.
- mit Pätzold, J. & Ahrens, E.: Temperaturmessungen an geschichteten biologischen Geweben bei Frequenzen von =2,7 x 10⁷ bis =1,2 x 10⁹ Hz. In: Naturwissenschaften, Heft 33, 1936.
- Die Entwicklung der deutschen drahtlosen Nachrichtentechnik. 1934.
- 375 Jahre Universität Jena. 1933.
- Weltnachrichtenverkehr und Weltnachrichtenmonopole. 1932.
- Ultrakurze elektrische Wellen. In: E. u. M. Elektrotechnik und Maschinenbau. Zeitschrift des Elektrotechnischen Vereines in Wien, Jahrgang 1928, S. 78–79 (online bei ANNO).
- Die Braunsche Rahmenantenne. 1919.
- Die Großstation Kamina und der Beginn des Weltkrieges. In: Telefunken-Zeitung Nr. 15, 1919/3. Jg., S. 31–36.
- Widerstand und Selbstinduktion von Solenoiden für Wechselstrom. Dissertation. 1908.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Einstein–Görner. In: Deutsche Biographische Enzyklopädie. (DBE). 2. überarbeitete und erweiterte Ausgabe, Band 3. K. G. Saur, München, 2006.
- Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik. Studien zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte. Band 6. Synchron, Heidelberg 2004, ISBN 3-935025-68-8, S. 45.
- Uwe Hoßfeld, Jürgen John, Oliver Lemuth, Rüdiger Stutz (Hrsg.), Böhlau-Verlag, Köln, 2003, ISBN 3-412-04102-5 – online.
- Dieter Hoffmann, Rüdiger Stutz: Grenzgänger der Wissenschaft: Abraham Esau als Industriephysiker, Universitätsrektor und Forschungsmanager. In: „Kämpferische Wissenschaft“-Studien zur Universität Jena im Nationalsozialismus. 2003.
- Peter Kaupp: Esau, Abraham Robert. In: Von Aldenhoven bis Zittler. Mitglieder der Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller-Jena, die in den letzten 100 Jahren im öffentlichen Leben hervorgetreten sind. Dieburg 2000.
- Bernhard Post, Volker Mahl, Dieter Marek: Thüringen-Handbuch – Territorium, Verfassung, Parlament, Regierung und Verwaltung in Thüringen 1920 bis 1995. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1999, ISBN 3-7400-0962-4.
- Ulrich Kern: Forschung und Präzisionsmessung – Die Physikalisch-Technische Reichsanstalt zwischen 1918 und 1948, VCH, Weinheim, 1992
- Werner Hartkopf: Esau, Abraham. In: Die Akademie der Wissenschaft der DDR: Ein Beitrag zu ihrer Geschichte (Biographischer Index). Akademie-Verlag, Berlin, 1983, S. 132.
- Horst Gerlach: Abraham Esau. Ein Physiker und Pionier der Nachrichtentechnik. In: Westpreußen-Jahrbuch, Jg. 27, 1977, S. 57–66.
- Fritz Schröter: Esau, Abraham. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 4. Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 640–641 (deutsche-biographie.de).
- Robert Volz: Esau, Abraham. In: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Band 1: A–K. Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930, DNB 453960286, S. 402.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Abraham Esau im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Zeitungsartikel über Abraham Esau in den Historischen Pressearchiven der ZBW
- Abraham Esau bei GEPRIS Historisch
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Einstein - Görner. In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie (DBE). 2. überarbeitete und erweiterte Ausgabe Auflage. Band 3. K. G. Saur, München 2006, ISBN 978-3-11-094655-0, S. 148, doi:10.1515/9783110946550.
- ↑ Erwin Willmann (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Rudolstädter Corpsstudenten. (Ah Liste des RSC), Ausgabe 1928, S. 337.
- ↑ Ben Goossen: Hitler’s Mennonite Physicist. In: Anabaptist Historians. 21. März 2019, abgerufen am 8. Oktober 2026 (englisch).
- ↑ Die Erforschung des „Fading-Effektes“. In: Neues Grazer Tagblatt, 28. Dezember 1924, S. 8 (online bei ANNO).
- ↑ Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft Amateurfunkfernsehen AGAV ( vom 27. Juni 2013 im Internet Archive)
- ↑ Reinhard Schneider: Hinter den Kulissen des Rundfunks: vier Jahrzehnte im Dienste der Technik. Buchendorfer Verlag, München 1994, ISBN 978-3-927984-25-7, S. 48.
- ↑ Ingenieur Dr. Abraham Esau ordentlicher Professor in Jena. In: Neues Wiener Journal, 10. Februar 1925, S. 9 (online bei ANNO).
- ↑ Hans-Joachim Manger, Rolf Nusser: Rundfunk: Faszination Hörfunk. Hüthig, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-7785-3986-6, S. 87.
- ↑ F.-P. Bossert, P. Müller, K. Vogedes (Hrsg.): Leitfaden Physikalische Therapie. 1. Auflage. Elsevier, München 2022, ISBN 978-3-437-09970-0, S. 2, doi:10.1016/C2017-0-02473-4.
- ↑ Hans H. Hiebel, Heinz Hiebler, Karl Kogler, Herwig Walitsch (Hrsg.): Grosse Medienchronik. Wilhelm Fink, München 1999, ISBN 978-3-7705-3332-9.
- ↑ Friedrich Schomerus: Geschicht des Jenaer Zeisswerkes 1846 - 1946, Piscator Stuttgart (1952), Seite 297
- ↑ Von den Hochschulen. In: Neues Wiener Tagblatt. Neue Freie Presse – Neues Wiener Journal, 4. Juli 1939, S. 20 (online bei ANNO).
- ↑ Vgl. Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik, Heidelberg 2004, S. 45.
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/8080610
- ↑ Uwe Hossfeld: Kämpferische Wissenschaft. Studien zur Universität Jena im Nationalsozialismus Böhlau Verlag Köln Weimar, 2003, ISBN 3-412-04102-5, Seite 149
- ↑ Dieter Hoffmann: Die Physikalisch-Technische Reichsanstalt im Dritten Reich. In: Physikalisch-Technische Bundesanstalt (Hrsg.): PTR/PTB: 125 Jahre metrologische Forschung. 122 Jg., Heft 2. Wirtschaftsverlag NW, Bremerhaven Juni 2012, S. 30.
- ↑ Dynamische Zeiten: die 60er Jahre in den beiden deutschen Gesellschaften. In: Axel Schildt, Detlef Siegfried, Karl Christian Lammers (Hrsg.): Hamburger Beiträge zur Sozial- und Zeitgeschichte. Band 37. Hans Christian, Hamburg 2000, ISBN 978-3-7672-1356-2, S. 120.
- ↑ Historisches Mitglied – Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Abgerufen am 7. Oktober 2026.
- ↑ Von den Hochschulen. In: Neues Wiener Tagblatt. Neue Freie Presse – Neues Wiener Journal, 12. April 1939, S. 10 (online bei ANNO).
- ↑ Catalogus Professorum - TU Berlin. Abgerufen am 7. Oktober 2026.
- ↑ Mark Walker: Eine Waffenschmiede?: Kernwaffen- und Reaktorforschung am Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik. In: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (Hrsg.): Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. Berlin 2005, S. 30 (mpg.de [PDF]).
- ↑ Übersichten zum deutschen Uranprojekt Kernenergieforschung in Deutschland von 1939 bis 1945, S. 29 (Link)
- ↑ Helmut König: Der Fall Schwerte Im Kontext. VS Verlag fur Sozialwissenschaften GmbH, Wiesbaden 1998, ISBN 978-3-322-83298-6, S. 45.
- ↑ Georg Schmucker: Abraham Esau. Eine wissenschaftspolitische Biographie. Magisterarbeit Uni Stuttgart, 1992. S. 73
- ↑ Werner Hartkopf: Die Akademie der Wissenschaften der DDR: Ein Beitrag zu ihrer Geschichte. Akademie-Verlag, Berlin 1983, S. 132.
- ↑ Dieter Kind, Walter Mühe: Naturforscher und Gestalter der Technik: die Träger des Werner-von-Siemens-Ringes und ihre Leistungen für Naturwissenschaft und Technik. VDI-Verlag, Düsseldorf 1989, ISBN 978-3-18-400946-5, S. 26.
- ↑ Nomination Archive. In: nobelprize.org. Abgerufen am 28. Juli 2025 (englisch).
- ↑ Hohe Auszeichnung für Professor Esau. In: Neues Wiener Tagblatt. Neue Freie Presse – Neues Wiener Journal, 24. September 1944, S. 2 (online bei ANNO).
- ↑ Begründung: „Diese Auszeichnung, die zugleich eine hohe Anerkennung für die wissenschaftliche Arbeit der gesamten deutschen Hochschulen im Krieg bedeutet, erfolgte in Würdigung hervorragender Ergebnisse für Grundlagenforschung und Zweckforschung auf den Gebieten der Kernphysik und der Hochfrequenztechnik. Die wissenschaftlichen Leistungen Professor Esaus haben in hohem Maße dazu beigetragen, die technische Ueberlegenheit Deutschlands in diesem Krieg an zahlreichen Stellen wieder zu erkämpfen und das technische Gleichgewicht wiederherzustellen.“
- ↑ Friedrich-Schiller-Universität Jena (Hrsg.): Geschichte der Universität Jena, 1548/58-1958. VEB G. Fischer, Jena 1958, S. 571.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Esau, Abraham |
| ALTERNATIVNAMEN | Esau, Abraham Robert |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Physiker |
| GEBURTSDATUM | 7. Juni 1884 |
| GEBURTSORT | Tiegenhagen, Kreis Marienburg |
| STERBEDATUM | 12. Mai 1955 |
| STERBEORT | Düsseldorf |
- Physiker (20. Jahrhundert)
- Funk- und Radiopionier
- Hochfrequenztechniker
- Amateurfunkpionier
- Reichskultursenator
- Hochschullehrer (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
- Rektor (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
- Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert)
- Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften
- Ehrendoktor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- Ehrenbürger der Technischen Universität Danzig
- Ehrensenator der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
- Träger des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes (1939)
- Corpsstudent (20. Jahrhundert)
- Burschenschafter (20. Jahrhundert)
- Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)
- NSDAP-Mitglied
- Person (Carl-Zeiss-Stiftung)
- Deutscher
- Geboren 1884
- Gestorben 1955
- Mann
- Ehrenmitglied einer Studentenverbindung