Alan Jay Lerner
Alan Jay Lerner (* 31. August 1918 in New York; † 14. Juni 1986 ebenda) war ein US-amerikanischer Songwriter, Liedtexter und Librettist, der u. a. mehrfach mit Frederick Loewe und Burton Lane zusammenarbeitete. Der mehrfache Oscar- und Tony-Preisträger Lerner war Mitautor mehrerer berühmt gewordener Broadway- und Film-Musicals (u. a. My Fair Lady, Gigi, Camelot). Einige seiner Titel wurden Teil des Great American Songbooks.
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein Boxunfall, bei dem er sein linkes Auge verlor, bewahrte ihn während des Zweiten Weltkriegs vor dem Kriegsdienst. Nach dem Besuch der Juilliard School of Music und einem erfolgreichen Harvard-Studium arbeitete Lerner zunächst als Rundfunkredakteur. Gleichzeitig schrieb er auch Songs für diverse Radioshows. Im Jahr 1942 begann seine kongeniale Zusammenarbeit mit dem Musicalkomponisten Frederick Loewe, dessen bisheriger Partner zur Navy eingezogen worden war. Ihre erste Zusammenarbeit war eine Show in Detroit, Life of the Party. Obwohl ihre persönliche Beziehung immer schwierig war, schrieben sie über mehrere Jahre gemeinsam eine Reihe von Songs für den Broadway. Lerner arbeitete 1948 außerdem kurz mit Kurt Weill für das Projekt Love Life zusammen, aus dem der Song „Green-Up Time“ stammte. 1951 schrieb er das Drehbuch für den Film Ein Amerikaner in Paris, der mit Musik von George Gershwin versehen wurde; Lerner erhielt dafür 1952 einen Oscar.
Danach schrieb er mit Loewe das Musical Paint Your Wagon (1951); zu ihrem größten Erfolg wurde schließlich My Fair Lady (1956). Für den Musicalfilm Gigi (1958) erhielt Lerner nochmals zwei Oscar; für das beste (adaptierte) Drehbuch und zusammen mit Loewe für den besten Song, „Gigi“.
Nach den Schwierigkeiten mit dem gemeinsamen Camelot-Projekt im Jahr 1960 zog sich Loewe aus dem Showgeschäft zurück, verweigerte Lerner sogar die Zusammenarbeit, als dieser 1973 aus dem Film Gigi eine Bühnenshow machen wollte.
Lerner versuchte, nach dem Ende der Partnerschaft mit Loewe an diese Erfolge anzuknüpfen, aber den Stücken wie Coco (1969, Musik von André Previn) und 1600 Pennsylvania Avenue (Musik von Leonard Bernstein) war kein Erfolg beschieden. Lediglich das Stück On a Clear Day You Can See Forever mit Burton Lane von 1965 kam beim Publikum an. Danach arbeiteten Lerner und Lane noch mehrmals zusammen.
Privates
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Alan Jay Lerner war insgesamt achtmal verheiratet und hatte vier Kinder. Mehrere seiner Frauen waren Schauspielerinnen und Sängerinnen, von diesen der wohl bekannteste Name war Hollywood-Schauspielerin Nancy Olson, mit der er von 1950 bis 1957 verheiratet war. Zuletzt war er von 1981 bis zu seinem Tod mit der Schauspielerin und Sängerin Liz Robertson (* 1954) in einer Ehe. Seine vielen Scheidungen kommentierte er folgend:
- „Ich kann nur sagen: Wenn ich kein Talent für die Ehe hatte, hatte ich auch kein Talent für das Junggesellenleben.“[1]
Seine letzten Lebensjahre verbrachte Lerner hauptsächlich in England, kehrte aber zur Behandlung seines Lungenkrebses im Februar 1986 nach New York zurück. Dort erlag wenige Monate später im Alter von 67 Jahren seiner Krankheit.[2]
Musicals
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1942: Life of a Party
- 1943: What’s Up
- 1945: The Day Before Spring
- 1947: Brigadoon
- 1951: Paint Your Wagon
- 1956: My Fair Lady
- 1960: Camelot
- 1973: Gigi
Filmografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1951: Ein Amerikaner in Paris (An American in Paris)
- 1951: Königliche Hochzeit (Royal Wedding)
- 1954: Brigadoon
- 1958: Gigi
- 1963: My Fair Lady
- 1967: Camelot – Am Hofe König Arthurs (Camelot)
- 1969: Westwärts zieht der Wind (Paint Your Wagon)
- 1970: Einst kommt der Tag... (On a Clear Day You Can See Forever)
- 1974: Der kleine Prinz (The Little Prince)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ken Bloom: The American Songbook - The Singers, the Songwriters, and the Songs. Black Dog & Leventhal, New York City 2005, ISBN 1-57912-448-8.
- Edward Jablonski: Alan Jay Lerner: A Biography. Henry Holt & Co., 1996, ISBN 0-8050-4076-5.
- Gene Lees: The Musical Worlds of Lerner and Loewe. University of Nebraska Press, Lincoln 2005, ISBN 0-8032-8040-8 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Alan Jay Lerner: The Street Where I Live. Da Capo Press, New York 1978, ISBN 0-393-07532-X.
- Dominic McHugh (Hrsg.): Alan Jay Lerner: A Lyricist’s Letters. Oxford University Press, Oxford 2014, ISBN 978-0-19-994927-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Doris Shapiro: We Danced All Night: My Life Behind the Scenes With Alan Jay Lerner. Barricade Books, 1989, ISBN 0-942637-98-4.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Eintrag in der Songwriters Hall of Fame
- Literatur von und über Alan Jay Lerner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Love Life: An Appreciation. In: The Kurt Weill Foundation for Music. Abgerufen am 2. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Samuel G. Freedman: ALAN JAY LERNER, THE LYRICIST AND PLAYWRIGHT, IS DEAD AT 67. In: The New York Times. 15. Juni 1986, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 2. Juli 2026]).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lerner, Alan Jay |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Autor und Liedtexter |
| GEBURTSDATUM | 31. August 1918 |
| GEBURTSORT | New York, New York, Vereinigte Staaten |
| STERBEDATUM | 14. Juni 1986 |
| STERBEORT | New York, New York, Vereinigte Staaten |