Albrechtsbach
| Albrechtsbach Albrechtowka | ||
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Albrechtsbach – Flutrinne bei Kreckwitz | ||
| Daten | ||
| Lage | Sachsen, Deutschland | |
| Flusssystem | Elbe | |
| Abfluss über | Kotitzer Wasser → Löbauer Wasser → Spree → Havel → Elbe → Nordsee | |
| Quelle | bei Ebendörfel (Gemeinde Großpostwitz) 51° 8′ 23″ N, 14° 26′ 22″ O | |
| Quellhöhe | 250 m | |
| Mündung | bei Gleina in das Kotitzer WasserKoordinaten: 51° 13′ 54″ N, 14° 33′ 54″ O 51° 13′ 54″ N, 14° 33′ 54″ O | |
| Mündungshöhe | 146,5 m | |
| Höhenunterschied | 103,5 m | |
| Sohlgefälle | 6,5 ‰ | |
| Länge | 16 km | |
| Einzugsgebiet | gesamt 85 km²[1] | |
Der Albrechtsbach, obersorbisch Albrechtowka oder Hołborka, ist ein kleiner linker Nebenfluss des Kotitzer Wassers im Oberlausitzer Gefilde in Sachsen.
Verlauf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Quelle des Albrechtsbaches liegt in einer Quellmulde am Ortsrand von Ebendörfel am Westhang des Drohmbergs auf etwa 250 m ü. NHN. Der Bach fließt zunächst nach Nordwesten durch Boblitz, schwenkt dann nach Nordosten, fließt durch Oberkaina und erreicht den Bautzener Stadtteil Ostvorstadt bzw. die Gemarkung Strehla. Hier fließen ihm von rechts das Strehlaer und das Binnewitzer Wasser zu, die den Nordhang des Drohmbergs entwässern. Aus der Bautzener Innenstadt kommt der Lessinggraben, der vor allem als Regenwasserüberlauf dient.
Westlich des Bautzener Ortsteils Auritz wird der Albrechtsbach von der Bundesstraße 6 überquert. Danach fließt ihm von rechts das Wuischker Wasser zu. Dieses wird in manchen älteren Karten sowie im Volksmund ebenfalls als Albrechtsbach bezeichnet.[2]
Im weiteren Verlauf fließt der Albrechtsbach durch Nadelwitz nach Niederkaina, wo er nach rechts auf ostnordöstlichen Lauf dreht. Danach passiert er den Ort Kreckwitz, in dem er ab der Hauptbrücke des Ortes die sogenannte Flutrinne durchfließt, ein etwa zwei Kilometer langes künstliches Flussbett. Dieser schnurgerade Graben lief mehrere Jahre lang dem natürlichen Bachlauf parallel. Dieser zeigte hier eine Vielzahl von Mäandern und üppigen Uferbewuchs, er wurde dann aber in den achtziger Jahren in der Spätzeit der DDR zugeschüttet, um Nutzland zu vergrößern, zusammenzuführen und zu meliorieren, ein damals umstrittenes Unterfangen. Den alten Bachverlauf kann man heute noch an einigen Bäumen erkennen, die mitten auf dem heutigen Feld stehen.
Danach unterquert der Bach die Bundesautobahn 4 und erreicht daraufhin Kleinbautzen und Preititz. Nach weiteren rund anderthalb Kilometern mündet der Albrechtsbach nach einem Lauf von ungefähr 16 km in das Kotitzer Wasser. Der Albrechtsbach ist kurz vor seiner Mündung ca. 2,5 m breit und zwischen 40 und 70 cm tief. Die Fließgeschwindigkeit beträgt bei normalem Wasserstand ca. 60 cm/s.
Hochwasser
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Albrechtsbach ist gewöhnlich ein sehr kleiner und ruhiger Bach, der im Durchschnitt eine Breite von etwa 1,6 m und eine Tiefe von 40 cm hat. Er ist aber den Anwohnern als sehr launischer und unberechenbarer Bach bekannt; denn er schwillt bei entsprechender Witterung aufgrund seines relativ großen Einzugsgebietes sehr schnell an und tritt über seine Ufer, innerhalb von zwei Stunden kann er bei Starkregen so zu einem reißenden Fluss von über 3 m Wassertiefe anwachsen, zuletzt beim Hochwasser von 1981. Bis heute gibt es keinen wirksamen Hochwasserschutz etwa durch Rückhaltebecken oder andere Maßnahmen. Grund dafür ist unter anderem die unscheinbare Wasserführung in den „normalen“ Perioden.
Wasserqualität
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Albrechtsbach war bis zur Re-Industrialisierung nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR ein sehr sauberer, quellklarer Bach. Zeitzeugen berichten, dass man im Albrechtsbach Forellen antreffen konnte. Dies änderte sich ab den 1950er Jahren, Abwässer aus Industrie und Kläranlagen vor allem aus Bautzen verschmutzten nun den Bach sehr stark. So blieb es bis in die 1990er Jahre. Damals war der Albrechtsbach ein stinkendes, schwarzes, manchmal auch milchig weißes Gewässer, ohne jeden tierischen oder pflanzlichen Bewohner. Seither hat sich die Gewässersituation erholt, bis in die 2000er Jahre hatte sich die Wasserqualität entscheidend verbessert.[3]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Madeleine Siegl-Mickisch: Was tun gegen Hochwasser in Kreckwitz? In: Sächsische Zeitung, Regionalausgabe Bautzen, 19. September 2013
- ↑ Zwischen Strohmberg, Czorneboh und Kottmar (= Werte unserer Heimat. Band 24). Akademie-Verlag, Berlin 1974, S. 54.
- ↑ Gewässergütebericht 2003. (PDF; 0,9 MB) Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Dezember 2004, S. 46, abgerufen am 20. Oktober 2018.
