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Die Regeln der Gewalt

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Film
Titel Die Regeln der Gewalt
Originaltitel The Lookout
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2007
Länge 99 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Scott Frank
Drehbuch Scott Frank
Produktion Gary Barber,
Roger Birnbaum,
Laurence Mark,
Walter F. Parkes
Musik James Newton Howard
Kamera Alar Kivilo
Schnitt Jill Savitt
Besetzung

Die Regeln der Gewalt (Originaltitel: The Lookout) ist ein US-amerikanischer Thriller aus dem Jahr 2007. Regie führte Scott Frank, der auch das Drehbuch schrieb.

Chris Pratt, seine Freundin Kelly und zwei weitere Freunde fahren nachts im Auto über eine verlassene Landstraße. Die Stimmung ist ausgelassen, und leichtsinnig schaltet Pratt die Scheinwerfer aus, um seiner Freundin die hier nur einmal pro Jahr massenhaft auftretenden Glühwürmchen besser zeigen zu können. Als er das Licht wieder einschaltet, erblickt er unmittelbar vor ihnen eine ungesichert auf der Fahrbahn abgestellte Landmaschine. Notbremsung und Ausweichmanöver scheitern, die beiden Freunde sterben, seine Freundin Kelly verliert ein Bein. Pratt selbst erleidet eine schwere Kopfverletzung, die sein Kurzzeitgedächtnis gravierend schädigt. Selbst alltägliche Handlungen werden auf Grund seiner Gedächtnisschwäche zum Problem.

Vier Jahre später besucht er spezielle Kurse zum Wiedererlangen von Alltagsfertigkeiten und hat einen Abendjob als Putzkraft in einer Bank. Obwohl ihn das Gericht für unschuldig am Tod seiner Freunde befunden hatte, und er nur eine geringe Bewährungsstrafe erhielt, ist Pratt verbittert, da er sich selbst uneingeschränkt die Schuld am Unfall gibt. Er ist von zu Hause ausgezogen, sieht seine Familie nur noch selten. Seine Eltern leisten jedoch umfangreiche finanzielle Unterstützung für seinen Lebensunterhalt einschließlich der Betreuung durch eine Psychologin. Auch zu Kelly hat er keinen Kontakt mehr, da sie ihm den Unfall nicht verziehen hat. Der einzige Halt ist sein blinder Mitbewohner Lewis, den er bei einem Selbsthilfetreffen kennengelernt hatte, und der ein Gespür dafür hat, was in Pratt vorgeht.

Man sieht, wie vier Männer ihn eines Tages vom Auto aus bei der Arbeit beobachten. Am Abend spricht ihn einer der Männer, Gary Spargo, scheinbar zufällig in einer Bar an und gibt vor, ein alter Bekannter von Pratts Schwester zu sein. Er macht Pratt mit der ehemaligen Stripperin Luvlee bekannt, die sich sichtlich für ihn zu interessieren scheint. Pratt, der sonst Schwierigkeiten hat, mit Frauen zu sprechen, fühlt sich zu ihr hingezogen und hat schließlich Sex mit ihr. Eines Abends lädt Spargo Pratt zum Thanksgiving-Dinner ein.

Das Essen zu Thanksgiving beginnt fröhlich. Pratt lernt die vermeintlichen Freunde Spargos kennen und verbringt den Tag mit ihnen und Luvlee. Am Abend stellt er überrascht fest, dass die Gruppe im Keller Pläne für einen Bankraub schmiedet. Spargo eröffnet ihm, dass er Pratts Arbeitgeber ausrauben will. Pratt ist zunächst verunsichert, willigt schließlich jedoch zur Teilnahme an dem Überfall ein, da ihn Spargo davon überzeugt, dass seine Eltern ihn finanziell an der kurzen Leine halten, um die Kontrolle über ihn zu behalten. Nur wer Geld hat, habe Macht und könne so alles in seinem Leben tun, was er wolle. Pratt ist zunächst der Meinung, das Richtige zu tun. Er fühlt sich wohl und verbringt Zeit mit Luvlee. Lewis misstraut indes Pratts neuen Freunden, was zu Spannungen zwischen ihm und Pratt führt, ahnt jedoch nichts von deren tatsächlichen Absichten.

Am Tag des Überfalls wird Pratt bewusst, dass er falsch gehandelt hat und will aussteigen. Spargo zwingt ihn jedoch, den Raub wie geplant durchzuführen und bringt ihn mit vorgehaltener Waffe dazu, den Polizisten bei seiner täglichen Streife in Sicherheit zu wiegen. Dies gelingt ihm auch vorerst. Der Polizist fährt weg und die Bankräuber können ein Loch in den Tresorraum schweißen. Sie zwingen Pratt, hineinzusteigen und ihnen die Banknoten herauszureichen und packen sie in Taschen, die sie im Kofferraum ihres Autos verstauen.

Doch der Polizist kehrt zurück und will Pratt einen Donut bringen. Er bemerkt jedoch, dass etwas nicht stimmt, und die Situation eskaliert. Zwei der vier Räuber sowie der Polizist werden in einer Schießerei getötet, Spargo angeschossen. Im Chaos flieht Pratt mit dem Wagen der Bankräuber, in dem sich das ganze Geld befindet.

Der verletzte Spargo und Bone, der zweite überlebende Räuber, fahren zur Wohnung von Chris Pratt, wo sie den blinden Lewis als Geisel nehmen, um von Pratt die Übergabe des Geldes zu erpressen. Am Telefon konfrontiert Pratt Spargo jedoch mit seiner eigenen Aussage: Wer das Geld hat, hat die Macht! Er dreht den Spieß um und erpresst nun seinerseits die Bankräuber mit dem Geld. Er schmiedet einen Plan, die Bankräuber trotz seiner Gedächtnisprobleme zu überwältigen, ohne Lewis zu gefährden. Bei einem Treffen findet Spargo auf Pratts Notizblock einen Hinweis auf das Versteck des Geldes. Dort kommt es zum Kampf, in dem Bone, der das gesamte Geld allein an sich ziehen und Lewis töten will, von Pratt erschossen. Der geschwächte Spargo stirbt an den Verletzungen, die er bei der Schießerei in der Bank erlitten hat.

Pratt gibt daraufhin das Geld zurück und wird freigesprochen, einerseits weil die Behörden ihm auf Grund seiner Kopfverletzung einen Bankraub gar nicht zutrauen, andererseits weil die Überwachungskameras zeigen, dass er zur Teilnahme am Raub gezwungen wurde. Er und Lewis eröffnen gemeinsam ein Restaurant und verwirklichen damit eine lang geplante Idee. Pratt blickt zuversichtlich in die Zukunft und hofft, dass eines Tages, wenn er sich selbst endlich vergeben könne, vielleicht auch andere ihm vergeben könnten.

Richard Roeper schrieb in der Chicago Sun-Times vom 30. März 2007, er würde den Film – wie Reservoir Dogs – Wilde Hunde oder Memento – bis zum Lebensende in seiner Erinnerung behalten. Es sei ein „vollkommenes Kunstwerk“ („accomplished work of art“) des als Regisseur debütierenden Scott Frank, der das „perfekte“ Drehbuch geschrieben habe. Die Darstellung von Joseph Gordon-Levitt sichere ihm einen Platz unter den besten jungen amerikanischen Schauspielern.[3]

Die Zeitschrift Cinema schrieb, der Film sei ein „feiner, kleiner Thriller mit einer sensationellen Darstellerriege“. Joseph Gordon-Levitt sei der „würdige Nachfolger“ von Humphrey Bogart. Gelobt wurden außerdem die „tolle“ Kameraarbeit und das „smarte“ Drehbuch.[4]

Das Lexikon des Internationalen Films urteilt: „Unaufgeregt und stimmig entfaltet der durchkomponierte, an Film-noir-Traditionen erinnernde Thriller seine Spannung und erweist sich mit seinen herausragenden Darstellern als bewegende Charakterstudie.“[5]

Bei den Satellite Awards 2007 wurde Die Regeln der Gewalt in fünf Kategorien nominiert, darunter in der Kategorie Bestes Drama, Nebendarsteller Jeff Daniels und das Drehbuch. Der Film wurde außerdem 2007 für den Artios der Casting Society of America nominiert.

Im Jahr 2008 erhielt der Film den Independent Spirit Award in der Kategorie Bester Debütfilm. Außerdem wurde das Drehbuch 2008 für den Edgar Allan Poe Award nominiert.

Der Film wurde in Hartney (Manitoba) und in Winnipeg gedreht.[6] Seine Produktionskosten betrugen schätzungsweise 16 Millionen US-Dollar. Der Film hatte seine Weltpremiere am 9. März 2007 auf dem Austin SXSW Film Fest; seine breite Veröffentlichung in den Kinos der USA fing am 30. März 2007 an. Dort spielte er ca. 4,6 Millionen US-Dollar ein.[7][8]

Einzelnachweise

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  1. ↑ Freigabebescheinigung für Die Regeln der Gewalt. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 111048/DVD; abgerufen am 17. April 2026).
  2. ↑ Alterskennzeichnung für Die Regeln der Gewalt. Jugendmedien­kommission.
  3. ↑ Filmkritik von Richard Roeper (Memento vom 10. April 2007 im Internet Archive), vom 30. März 2007.
  4. ↑ Cinema, abgerufen am 10. September 2007 (Memento vom 12. Oktober 2007 im Internet Archive)
  5. ↑ Zeitschrift film-dienst und Katholische Filmkommission für Deutschland (Hrsg.), Horst Peter Koll und Hans Messias (Red.): Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2007. Schüren Verlag, Marburg 2008. ISBN 978-3-89472-624-9
  6. ↑ Filming locations für The Lookout, abgerufen am 10. September 2007 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  7. ↑ Box office / business für The Lookout, abgerufen am 10. September 2007 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  8. ↑ Premierendaten für The Lookout, abgerufen am 10. September 2007 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)