Domagkateliers


Die DomagkAteliers waren mit knapp 250 Ateliers Europas größte Künstlerkolonie[1] an der Domagkstraße 33 im heutigen Domagkpark, der sich im Norden des Stadtteils Schwabing von München befindet. Seit Mai 2009 steht unter dem Namen Städtisches Atelierhaus am Domagkpark das Haus Nr. 50 mit 99 Arbeitsateliers und 2 Gastateliers der Künstlergemeinschaft voll zur Verfügung.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Künstlerkolonie auf dem Gelände der ehemaligen Funkkaserne besteht seit etwa 1993 und umfasste 2004 etwa 250 Atelierräume. Das Gelände befindet sich im Besitz der Stadt München und wird von einer gemeinnützigen GmbH selbstverwaltet. In alten Kasernengebäuden der US-Armee befanden sich die Ateliers, Studios und Band-Proberäume von über 200 Künstlern.

Ab 2005 mussten die ersten Häuser im Zuge der geplanten Errichtung des neuen Stadtviertels Domagkpark mit bis zu 4.000 neuen Wohnungen geschlossen werden. Weitere Häuser wurden in den darauf folgenden Jahren stillgelegt.[2]
Im Vorfeld der Schließung des Hauses 49 im Juli 2011 riefen die Künstler zu Demonstrationen in der Innenstadt von München auf, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Der Abriss dieses Hauses konnte dadurch aber nicht verhindert werden. Auf dem Grundstück errichtete die Genossenschaft Wagnis eG die preisgekrönte[3] Wohnanlage WagnisArt.

Seit Mai 2009 steht der Künstlergemeinschaft lediglich ein Gebäudekomplex der ehemaligen Kaserne zur Verfügung, das Haus mit der Nummer 50. Die Ateliers firmieren seitdem unter dem Namen Städtisches Atelierhaus am Domagkpark.[4] Neben den 99 Arbeitsateliers und den zwei Gastateliers gibt es noch einen großen Ausstellungssaal mit Nebenräumen, die halle50. Die Stadt München stellt die halle50 mit einer Ausstellungsfläche von ca. 200 m² der DomagkAteliers gGmbH mietfrei zur Verfügung.[5]
Die Belegung des Atelierhauses erfolgt im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens und wird alleine vom Stadtrat München entschieden. Die insgesamt 99 Atelierräume mit einer Größe von 14 bis 95 Quadratmetern werden von der Stadt München für jeweils fünf Jahre an Künstlerinnen und Künstler vermietet[6].
25-jähriges Jubiläum der DomagkAteliers
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit einem feierlichen Opening unter Klavierbegleitung von Russel Russinhoff am Freitag, den 8. Juni 2018 fand um 18.30 Uhr das 25-jährige Jubiläum[7] des Bestehens der DomagkAteliers statt. Die Begrüßung erfolgte durch Herrn Marian Offman, Stadtrat der Landeshauptstadt München, in Vertretung des Oberbürgermeisters sowie durch Künstlersprecher des Atelierhauses.
Anschließender Programmpunkt waren die offenen Ateliers von 19 - 22 Uhr. Beispielsweise Installationen mit Arbeiten der aktuellen und ehemaligen Domagk-Künstlern und Domagk-Künstlerinnen sowie Videoprojektionen dokumentarischer Filme zu Kunstschaffenden und zur Historie der DomagkAteliers. Die Ausstellungsdauer lief vom 2. bis 17. Juni.
Am Opening-Wochenende, dem 9. und 10. Juni, waren die Programmpunkte wie folgt: Atelierhaus mit offenen Ateliers von 14 - 20 Uhr, Videoprojektionen von Künstlern und Historie der DomagkAteliers im Obergeschoss. Auf der Open-Air-Bühne spielte Live-Musik mit Zebrathought, Pikes, Sciencedos, Manuel Winhart Trio[8], zlep u. a. sowie Performances und Lesungen. Ausstellungsthemen waren LAST EXIT TO DOMAGK mit einer Ausstellung an der Autobahnmauer; AMBIENT GARDEN mit elektronischer Experimentalmusik mit Niel Mitra, Jesaja Song, VJing und mit FUTURFOTO und vielen anderen. Eine Neueröffnung unter dem Namen DOMAGK UNDERGROUND mit Ausstellung im Untergeschoss des Nordflügels war ein wichtiger Programmpunkt der Festivitäten. Im Innenhof wurde ein Skulpturengarten, ein Photo-Auto-Mat (Eventtruck), eine Kinderkunstaktion mit der Feierwerk Funkstation[9] den gesamten Nachmittag lang gezeigt. Für Speisen und Getränke durch diverse Foodtrucks war gesorgt. Zusätzlich gab es Führungen durch die DomagkAteliers am Samstag und Sonntag jeweils um 14.00 und 17.00 Uhr.
Künstlersonntage
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Jeden dritten Sonntag im Monat – von Januar bis Dezember – öffnen einige Ateliers im Rahmen der Künstlersonntage ihre Türen für Besucher und Kunstinteressierte, die außerdem mit einer temporären Ausstellung in der halle50 begleitet werden[10]. Einmal pro Jahr, meist am dritten Wochenende im Juni, findet zusätzlich ein Tag der offenen Tür unter dem Namen Domagk Ateliertage statt, bei der alle Künstlerateliers zur Besichtigung offen stehen[11].
Die heutigen DomagkAteliers im Städtischen Atelierhaus am Domagkpark führen die Kultur von Europas einst größter Künstlerkolonie weiter. Sie sind inzwischen zu einem Austauschort internationaler Künstler und Künstlerinnen und einem Begegnungsort der Münchner Stadtgesellschaft für aufregende Kunst geworden[12].
Aktuell sorgt das Atelierhaus mit der Vision eines Kunstturms in München für reichlich Gesprächsstoff. Die Vision dieses Kunstturms für München im Domagkpark beschreibt das Projekt, ein 60 Meter hohes Hochhaus für Kunstschaffende zu errichten. Die Idee wurde vom Verein Domagk-Kunstunterstützung (DOKU) e.V. initiiert und im Jahr 2022 durch eine vom Münchner Kulturreferat geprüfte Machbarkeitsstudie konkretisiert[13].
Vom 23. bis 25. Juni 2023 wurden feierlich „30 Jahre DomagkAteliers“ und zugleich die 30. Ateliertage begangen. Bei dem bereits im Jahr 1994 gegründeten Format laden die Künstler alljährlich in ihre Ateliers und zu Veranstaltungen wie Ausstellungen, Performances und Konzerten ein[14].
Gastateliers im Städtischen Atelierhaus am Domagkpark
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Atelierhaus am Domagkpark stehen zwei vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München finanzierte Gastateliers mit je 19 m² für einen internationalen Künstleraustausch zur Verfügung. Bewerbungen für die Nutzung eines Gastateliers können von internationalen Künstlern und Künstlerinnen aus aller Welt für die Dauer von 1 bis 3 Monaten an das Kulturreferat München gerichtet werden. Dies gilt sowohl für Künstler und Künstlerinnen, die mit der Künstlerschaft des Atelierhauses im Kontakt stehen, als auch von externen Interessenten aus aller Welt[15].
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ mma: Die Kunstnomaden Münchens
- ↑ Archiv der Domagkateliers
- ↑ Deutscher Städtebaupreis 2016, sowie Preis für Architektur des Deutschen Architekturmuseums (DAM), siehe
- ↑ Stadt München - Städtisches Atelierhaus am Domagkpark
- ↑ Domagkateliers - Halle 50 ( des vom 11. April 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ DomagkAteliers, München: DomagkAteliers. In: web.archive.org. web.archive.org, 11. April 2020, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 11. April 2020; abgerufen am 28. August 2026. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ DOMAGKATELIERTAGE 2018 // 08.06. bis 10.06.2018. Abgerufen am 28. August 2026.
- ↑ Drei Freunde. 15. Mai 2019, abgerufen am 28. August 2026.
- ↑ Feierwerk | Funkstation, ein Haus für Kinder, Jugendliche & Familien. Abgerufen am 28. August 2026.
- ↑ Halle 50. Abgerufen am 28. August 2026.
- ↑ DomagkAteliertage 2026 // 12.06 - 14.06. Abgerufen am 28. August 2026.
- ↑ LANGE NACHT DER MUSEEN // 15.10.2022. Abgerufen am 28. August 2026.
- ↑ Machbarkeitsstudie für 60-Meter-Atelierhaus im Domagkpark wohl Ende 2022 im Kulturausschuss. 3. November 2022, abgerufen am 28. August 2026.
- ↑ Jürgen Moises: München: Die Domagkateliers in Schwabing feiern 30 Jahre. In: www.sueddeutsche.de. Süddeutsche Zeitung GmbH, 21. Juni 2023, abgerufen am 28. August 2026.
- ↑ Gastateliers_2025. Städtisches Atelierhaus am Domagkpark, Kulturamt der Stadt München, abgerufen am 28. August 2026.
Koordinaten: 48° 11′ 6″ N, 11° 35′ 52″ O