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Imperio Argentina

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Imperio Argentina (vor 1993)

Imperio Argentina, eigentlich Magdalena Nile del Río (anhörenⓘ/?; * 26. Dezember 1910 in Buenos Aires, Argentinien; † 22. August 2003 in Benalmádena bei Málaga, Spanien) war eine argentinisch-spanische Sängerin, Tänzerin und Filmschauspielerin.[1][2] Sie gilt als eine der ersten international erfolgreichen Stars des spanischen Kinos und als wichtige Vertreterin der spanischen Copla.[3][4]

Magdalena Nile del Río wurde im Viertel San Telmo in Buenos Aires geboren, während ihre Eltern auf Tournee waren.[1][2] Sie entstammte einer Künstlerfamilie; ihr Vater Antonio Nile war ein Gitarrist aus Gibraltar, ihre Mutter Rosario del Río eine Künstlerin aus Málaga, die als Schauspielerin, Tänzerin oder Ballerina tätig war.[1][2][3] In der Familie wurde sie Malena genannt.[1] Als Kind erhielt sie Tanzunterricht und stand früh auf der Bühne; zunächst trat sie unter den Namen „Petit Imperio“ und „La Petite Imperio“ auf und wurde von Pastora Imperio gefördert.[1][2][3] Ihren endgültigen Künstlernamen Imperio Argentina erhielt sie in den 1920er-Jahren; nach einer verbreiteten Überlieferung wurde er von Jacinto Benavente angeregt, der in ihr sowohl die Ausdruckskraft Pastora Imperios als auch die Eleganz von Antonia Mercé („La Argentina“) wiedererkannte.[2][3]

Mitte der 1920er-Jahre debütierte sie am Teatro Romea in Madrid.[1][2] Der Regisseur Florián Rey besetzte sie 1927 in der Stummfilmfassung von La hermana San Sulpicio, aus der sich eine enge künstlerische und persönliche Verbindung entwickelte.[1][2] Später heiratete sie Rey; aus der Ehe ging ihr Sohn Florián hervor.[1][2] Während ihrer Berliner Jahre verliebte sie sich in den Schauspieler Rafael Rivelles, den sie später als ihre große Liebe bezeichnete.[2][3] Im Jahr 1939 trennte sie sich von Florián Rey und ging nach Italien, wo sie an einer Verfilmung von Tosca mitwirkte.[1] Nach dem Spanischen Bürgerkrieg lebte sie zeitweise in Estoril, wo ihre Tochter Alejandra geboren wurde.[1] 1946 heiratete sie in Buenos Aires Ramón Baíllo, den Grafen von las Cabezuelas; die Verbindung hielt nur kurze Zeit.[1][2]

In ihren letzten Lebensjahrzehnten wohnte sie in Benalmádena, wo sie zeitweise mehrere Schönheitsinstitute verwaltete.[1] Der Tod ihres Sohnes Florián im Jahr 1959 und später auch der Verlust ihrer Tochter Alejandra prägten ihre letzten Jahre stark.[1][3] Eine Angina pectoris zwang sie Anfang 2003 zu einem weitgehenden Rückzug aus dem öffentlichen Leben.[1][2] Sie starb am 22. August 2003 im Alter von 92 Jahren in Benalmádena.[1][2]

Imperio Argentina begann ihre Filmkarriere im Stummfilm und gehörte zu den wenigen Künstlerinnen ihrer Generation, welche den Übergang zum Tonfilm und später auch zum Farbfilm erfolgreich bewältigten.[1] In den Studios der Paramount in Joinville bei Paris wirkte sie in mehreren spanischsprachigen Produktionen mit, darunter Su noche de bodas, La casa es seria und Melodía de arrabal an der Seite von Carlos Gardel.[1][2] Mit Gardel nahm sie eine Sonderstellung ein, weil sie als einzige Frau mit ihm im Duett sang.[1][2]

In Spanien stieg sie in den 1930er-Jahren zu einem der größten Stars des populären Kinos auf.[3][4] Ihre größten Erfolge waren Nobleza baturra (1935), Morena Clara (1936) und Carmen, la de Triana (1938), in denen sie ihr schauspielerisches Profil um Gesangsstile wie Jota und Copla erweiterte.[1][2][3] Morena Clara wurde auch nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs auf beiden Seiten Spaniens mit großem Publikumszuspruch gezeigt.[3]

Während des Spanischen Bürgerkriegs folgte sie mit Florián Rey einer Einladung nach Berlin, wo sie für den deutschen Markt in spanischer und deutscher Fassung drehte.[3] Für die zweisprachige Produktion von Carmen, la de Triana lernte sie den deutschen Text und die Lieder in kurzer Zeit fonetisch auswendig.[3] Adolf Hitler, der sie nach Nobleza baturra bewunderte, wollte sie für eine deutsch-spanische Großproduktion über Lola Montez gewinnen.[1][3] Imperio Argentina lehnte das Angebot ab, weil sie nicht für die Propagandaziele des Nationalsozialismus arbeiten wollte.[1]

Nach ihrer Rückkehr setzte sie ihre Karriere fort, erreichte jedoch nicht mehr die Resonanz der Vorkriegsjahre.[3] In den 1940er Jahren arbeitete sie mehrfach mit Benito Perojo zusammen, etwa in Goyescas, Bambú und Los majos de Cádiz; zu den bekannten Filmen dieser Phase zählt auch La copla de la Dolores.[1][2] Im Jahr 1948 arbeitete sie in La cigarra noch einmal mit Florián Rey zusammen.[1]

Danach zog sie sich weitgehend von den Bühnen zurück und kehrte später nur noch punktuell vor die Kamera zurück, so für Ama Rosa, Con el viento solano, Tata mía und El polizón de Ulises.[2][3] 1952 gab sie zwei Konzerte in der Carnegie Hall in New York; die Auftritte wurden künstlerisch beachtet, stießen aber auch auf Kritik wegen ihrer Berliner Filmjahre.[3]

Als Sängerin nahm sie mit Rafael Medina für Parlophone auf und interpretierte neben Coplas auch Tangos, Pasodobles, Cuplés und lateinamerikanische Lieder.[2][4]

Ihre besondere Bedeutung liegt in der Verbindung von Film und Gesang: Viele ihrer bekanntesten Lieder wurden durch ihre Filmauftritte populär, und sie gilt als eine der wichtigsten Vertreterinnen der spanischen Copla.[2][4] 1992 kehrte sie für das im Rahmen der Expo 92 veranstaltete Copla-Spektakel Azabache auf die Bühne zurück, wo sie zusammen mit Rocío Jurado und Juanita Reina auftrat.[1][2]

Filmografie (Auswahl)

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  • 1927: La hermana San Sulpicio
  • 1930: La casa es seria
  • 1932: Melodía de arrabal
  • 1935: Nobleza baturra
  • 1936: Morena Clara
  • 1938: Carmen, la de Triana / Andalusische Nächte
  • 1941: Tosca
  • 1942: Goyescas
  • 1947: La copla de la Dolores
  • 1948: La cigarra
  • 1960: Ama Rosa
  • 1986: Tata mía
Commons: Imperio Argentina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 La estrella que deslumbró a Hitler. In: El Mundo. 24. August 2003, abgerufen am 11. April 2026 (spanisch).
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Fallece a los 92 años la mítica Imperio Argentina. In: El Periódico Extremadura. 23. August 2003, abgerufen am 11. April 2026 (spanisch).
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 Paula Schillaci: Imperio Argentina, del éxito al olvido. In: RTVE. 20. August 2013, abgerufen am 11. April 2026 (spanisch).
  4. 1 2 3 4 Imprescindibles Imperio Argentina: luces y sombras de una vida. In: RTVE. 8. Januar 2018, abgerufen am 11. April 2026 (spanisch).