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Mehrdad Zaeri

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Mehrdad Zaeri bei der Verleihung des Wildweibchenpreises 2025

Mehrdad Zaeri (persisch مهرداد زائری; vollständig Mehrdad Zaeri-Esfahani, geboren am 6. August 1970 in Isfahan, Iran[1]) ist ein iranisch-deutscher Buchillustrator und Zeichner sowie Live-Performance-Zeichner iranischer Herkunft.

Darüber hinaus ist Zaeri durch große Street-Art-Kunstwerke bekannt geworden, Murals an Hausfassaden in mehreren deutschen Städten. Seit 2018 entwickelt und produziert er diese Mural-Projekte gemeinsam mit Christina Laube als Duo Sourati.[2]

Die Eltern von Mehrdad Zaeri gehörten im Iran zur ersten Generation einer sich entwickelnden Mittelschicht; sein Vater Hosein Zaeri-Esfahani war aus einfachen Verhältnissen zu einem erfolgreichen und angesehenen Arzt aufgestiegen.[3] Als Mehrdad Zaeri 14 Jahre alt war, entschlossen sich die Eltern – unter dem Eindruck der zunehmend aggressiven Repressionen durch das neue religiös-autoritäre Regime im Iran – im Herbst 1984,[4] das relativ privilegierte Leben einer Arztfamilie aufzugeben und mit ihren vier Kindern aus dem Iran zu fliehen. Ausschlaggebend war dabei, dass den beiden Söhnen die Zwangsrekrutierung für den Einsatz als Kindersoldaten im Krieg gegen den Irak drohte.[5] Die Flucht führte über die Türkei und Ost-Berlin (DDR) in die Bundesrepublik Deutschland. Sie endete schließlich im April 1986 in Heidelberg.[6]

Zaeri berichtete 2016 in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, dass er nach Meinung seiner Eltern eigentlich wie sein Vater hätte Arzt werden oder zumindest ein Studium hätte absolvieren sollen.[7] Nach dem Abitur 1992[8] an der Internationalen Gesamtschule Heidelberg[9] schlug er aber beide Möglichkeiten aus. Zaeri hatte zuvor noch während der Schulzeit vier Jahre lang zusätzlich Mal- und Zeichenunterricht bekommen;[10] 1993 folgte auf Wunsch der Eltern noch ein Studienbeginn an einer privaten Kunstakademie in Mannheim, den er aber nach einem Semester mit der Begründung abbrach: „[…] ich verschwende dort meine Zeit [… und] bin nicht bereit, auch nur eine Sekunde meines Lebens zu verschenken.“[11] Er beschloss, sich auf die autodidaktische Ausbildung der künstlerischen Fähigkeiten zu konzentrieren, arbeitete in den folgenden acht Jahren als Taxifahrer und nutzte währenddessen jeden freien Moment zum Zeichnen: „Im Taxi hab ich meine Bilder gezeichnet: Auf Quittungen, auf Abrechnungszetteln, ich hab auf die Rückseiten gemalt, während ich abends im Taxi [Radio] gehört habe. [...] Meine erste Ausstellung in Heidelberg war eine Ausstellung mit über 300 kleinen Zeichnungen und Zetteln. Der kleine Caféraum war volltapeziert mit Bildern. [...] Das war der Beginn.“[12]

Zaeri lebt in Mannheim. Seit 2009 ist er mit der Fotografin, Autorin und Zeichnerin Christina Laube verheiratet.[13] Die Schriftstellerin Mehrnousch Zaeri-Esfahani ist seine Schwester.

Mehrdad Zaeri bei der Signierstunde anlässlich Veröffentlichung der Krabat-Schmuckausgabe, 10. September 2023, Alte Feuerwache, Mannheim

Ein Schwerpunkt des künstlerischen Schaffens Zaeris liegt in der Buchillustration. Er arbeitet mit namhaften Autoren sowohl von Kinderbüchern als auch von Büchern für Erwachsene zusammen, gestaltet Kalender und Graphic Novels. Wiederkehrende Themen sind Flucht, Verfolgung, Solidarität und Freiheit. Seine Zeichnungen und farbigen Bilder haben dabei oft einen erzählerischen Charakter. Seine Vorgehensweise bezieht den Zufall in die Gestaltung ein, was er in seinen Auftritten als Live-Performance-Zeichner demonstriert. Sein Kunstverständnis ist auf die Kommunikation mit Menschen ausgerichtet.[14][15]

Angeregt durch Sören Gerhold vom Mannheimer Kulturzentrum begann Zaeri 2016 im Rahmen der Aktion Stadt.Wand.Kunst das kleinformatige Zeichnen auf das Großformat von Hauswänden zu übertragen. Er wurde von Stadt.Wand.Kunst als Nachwuchskünstler ausgewählt und gründete mit Christina Laube das Streetart Duo Sourati (persisch für Altrosa). Die erste große Hausfassade des Künstlerduos trug den Titel „Die Freiheitstesterin“. Seither gestaltete Sourati zahlreiche großformatige künstlerische Murals in verschiedenen Städten. Anders als in der Streetart üblich, sind die Bilder des Duos nicht auffällig und bunt, sondern eher zurückhaltend leise und poetisch. Die Arbeitsweise des Duos wurde 2025 in einem Dokumentarfilm von Jana Gührer festgehalten.[16][17] Sie umfasst auch weitere experimentelle Formate wie die Gestaltung von Innenräumen, so die grafische Rauminstalltation „Dedicated to Tati“, die das Künsterduo 2022 anlässlich des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine in der Kunsthalle Göppingen gestaltete[18] oder die gezeichneten Geschichten aus der NS-Zeit im Treppenhaus des Mannheimer Bunkers Marchivum. Diese im August 2024 abgeschlossene Gestaltung dauerte über ein Jahr, umfasst sieben Geschichten/Bilder und blieb als Dauerausstellung erhalten.[19]

Liste von Auszeichnungen für Mehrdad Zaeris Werk oder für einzelne Buchveröffentlichungen (Stand 2025).

Veröffentlichungen – Liste von Buchillustrationen

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Diese Liste verzeichnet in chronologischer Reihung von Mehrdad Zaeri illustrierte oder übersetzte Bücher. Nicht verzeichnet sind die vielfältigen Illustrationen des Künstlers in Anthologien, Kalendern, Zeitschriften u. Ä. (Stand 2026).

  • Hosein Zaeri-Esfahani: Wer weiß, wofür das gut war …, Übersetzung aus dem Persischen: Mehrnousch Zaeri-Esfahani, Illustrationen: Mehrdad Zaeri-Esfahani, Verlag Ute Fuchs, 2. korrigierte Auflage, Helmstadt-Bargen 2022 (Erstveröffentlichung ebd. 2020), ISBN 978-3-942941-31-0.[39]
Commons: Mehrdad Zaeri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Lebensdaten nach Hosein Zaeri-Esfahani, Wer weiß [...], Helmstadt-Bargen 2022², S. 141.
  2. ↑ Hosein Zaeri-Esfahani, Wer weiß [...], Helmstadt-Bargen 2022², S. 384.
  3. ↑ Hosein Zaeri-Esfahani, Wer weiß [...], Helmstadt-Bargen 2022², S. 177 f.
  4. ↑ Hosein Zaeri-Esfahani, Wer weiß [...], Helmstadt-Bargen 2022², S. 216.
  5. ↑ Hosein Zaeri-Esfahani, Wer weiß [...], Helmstadt-Bargen 2022², S. 212 f.
  6. ↑ Hosein Zaeri-Esfahani, Wer weiß [...], Helmstadt-Bargen 2022², S. 266.
  7. ↑ Ute Wegmann: „Ich will mein Leben lang Bilder malen“, Interview mit Mehrdad Zaeri, Deutschlandfunk, 14. Mai 2016; abgerufen am 6. April 2026.
  8. ↑ vgl. mehrdad-zaeri.de, Vita (Memento vom 9. Juni 2015 im Internet Archive); abgerufen am 8. April 2026.
  9. ↑ Hosein Zaeri-Esfahani, Wer weiß [...], Helmstadt-Bargen 2022², S. 278.
  10. ↑ Hosein Zaeri-Esfahani, Wer weiß [...], Helmstadt-Bargen 2022², S. 286.
  11. ↑ Zitat bei Hosein Zaeri-Esfahani, Wer weiß [...], Helmstadt-Bargen 2022², S. 347.
  12. ↑ Ute Wegmann: „Ich will mein Leben lang Bilder malen“, Interview mit Mehrdad Zaeri, Deutschlandfunk, 14. Mai 2016; abgerufen am 8. April 2026.
  13. ↑ Hosein Zaeri-Esfahani, Wer weiß [...], Helmstadt-Bargen 2022², S. 383 f.
  14. ↑ Cornelia Funke: Mehrdad Zaeri. Künstler und Illustrator aus dem Iran., corneliafunke.com; abgerufen am 8. April 2026.
  15. ↑ Ute Wegmann: „Ich will mein Leben lang Bilder malen“, Interview mit Mehrdad Zaeri, Deutschlandfunk, 14. Mai 2016; abgerufen am 8. April 2026.
  16. ↑ Duo Sourati bei Stadt.Wand.Kunst abgerufen am 28. Oktober 2025.
  17. ↑ Dokumentarfilm: Die Stadt als Leinwand. Das Streetart Duo Soudati. ZDF Mediathek. Abgerufen am 1. November 2025.
  18. ↑ Rauminstallation Dedicated zu Tati, Kunsthalle Göppingen. Abgerufen am 2. März 2026.
  19. ↑ Sourat-Mural im Marchivum. Abgerufen am 2. März 2026.
  20. ↑ Märchen- und Sagentage: Illustrator Mehrdad Zaeri erhält den Wildweibchenpreis 2025; abgerufen am 28. Oktober 2025.
  21. ↑ Christoph Vormweg: Christina Laube, Mehrdad Zaeri (Ill.): „Anna – Was die Zeit nicht heilt“ Audio-Rezension, Deutschlandfunk 17. August 2024; abgerufen am 8. April 2026.
  22. ↑ Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur: Würdigung Mehrdad Zaeri, Volkach 2023; abgerufen am 8. April 2026.
  23. ↑ Arbeitskreis für Jugendliteratur: Jurybegründung (2023); abgerufen am 8. April 2026.
  24. ↑ Nominated candidates 2023, ALMA 2023; abgerufen am 8. April 2026.
  25. ↑ Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur: Buch des Monats; abgerufen am 8. April 2026.
  26. ↑ Ute Wegmann, Michael Schmitt: Die besten 7 im Mai, Deutschlandfunk, 7. Mai 2022; abgerufen am 8. April 2026.
  27. ↑ Andre Kagelmann, Ute Wegmann: Bestenliste: Die besten 7 im Monat Juni, Deutschlandfunk, 6. Juni 2020; abgerufen am 8. April 2026.
  28. ↑ Deutsch-Französischer Jugendliteraturpreis: Shortlist 2019; abgerufen am 8. April 2026.
  29. ↑ Pressemitteilung der Zeit-Verlagsgruppe, 30. April 2019; abgerufen am 8. April 2026.
  30. ↑ Stephanie Jentgens, Ute Wegmann: Kritik: Die 7 besten Bücher für junge Leser im Monat November, Deutschlandfunk, 3. November 2018; abgerufen am 8. April 2026.
  31. ↑ STUBE: Kröte des Monats September 2018; abgerufen am 8. April 2026.
  32. ↑ Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien: Archiv LesePeter (Memento vom 5. August 2020 im Internet Archive); abgerufen am 8. April 2026.
  33. ↑ Arbeitskreis für Jugendliteratur: Jurybegründung (2017); abgerufen am 8. April 2026.
  34. ↑ Ute Wegmann: Kritik: Die 7 besten Bücher für junge Leser im April, Deutschlandfunk, 2. April 2016; abgerufen am 8. April 2026.
  35. ↑ Webarchiv: Phantastische Bibliothek Wetzlar; abgerufen am 8. April 2026.
  36. ↑ Susanne Brand: Nominierungen für den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2015, Büchereizentrale Schleswig-Holstein, 15. Oktober 2015; abgerufen am 8. April 2026.
  37. ↑ STUBE: Kröte des Monats Jänner 2014; abgerufen am 8. April 2026.
  38. ↑ Die Sammelbox erschien anlässlich des 25. Geburtstags von Baobab Books und der Empfehlungsliste Kolibri und gelangte nicht in den Buchhandel, sondern konnte beim Verlag angefordert werden; vgl. Verlagsseite; s. a. Joachim Scholl: 25 Jahre Baobab-Books: Mehr Stimmenvielfalt in der Kinder- und Jugendliteratur, Interview mit Sonja Matheson, Geschäftsleitung Baobab Books, Deutschlandfunk Kultur, 5. Februar 2019; beide Weblinks abgerufen am 8. April 2026.
  39. ↑ Die autobiografischen Erinnerungen des Vaters von Mehrdad Zaeri und seiner Schwester Mehrnousch sind mehrfach Quelle für Daten und Sachzusammenhänge dieses Artikels.