Paul Cherrière
Paul Raymond Philippe Cherrière (* 4. Oktober 1895 in Bastia, Département Haute-Corse; † 11. Juni 1965 im 5. Arrondissement („Arrondissement du Panthéon“), Paris) war ein französischer Offizier und zuletzt Generalleutnant des Heeres, der unter anderem zwischen 1951 und 1954 Kommandierender General des II. Korps sowie von 1954 bis 1955 Befehlshaber der 10. Militärregion in Algier war.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Paul Raymond Philippe Cherrière trat zu Beginn des Ersten Weltkrieges am 7. August 1914 als Freiwilliger in die Infanterie des Heeres ein und wurde während des Krieges am 21. April 1915 zum Leutnant, am 31. Dezember 1916 zum Oberleutnant sowie am 26. August 1917 zum Hauptmann befördert. Am 2. Oktober 1920 wurde er als außerplanmäßiger Hauptmann in den marokkanischen Hilfstruppen zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. In der Zwischenkriegszeit fand er zahlreiche Verwendungen und wurde am 25. September 1934 zum Major sowie am 20. Dezember 1935 als Major im 16. Jägerbataillon (16e Bataillon de Chasseurs) zum Offizier der Ehrenlegion ernannt. Nach weiteren Verwendungen wurde er während des Zweiten Weltkrieges am 25. März 1942 zum Oberstleutnant befördert und fungierte zwischen dem 27. Mai 1942 und dem 9. Juli 1943 als Leiter des für Operation und Ausbildung zuständigen 3. Büros der Landstreitkräfte in Französisch-Nordafrika sowie vom 9. Juli bis zum 1. September 1943 als Leiter des 3. Büros des Generalstabes. Nachdem er vom 1. September 1943 bis zum 17. Februar 1944 Erster stellvertretender Chef des Stabes des Expeditionskorps in Italien CEFI (Corps expéditionnaire français en Italie) unter Generalleutnant Alphonse Juin[1] war, fungierte er als Nachfolger von Oberst Paul Bondis[2] vom 17. Februar bis zum 21. August 1944 als Kommandeur des 6. Regiments der Marokkanischen Tirailleurs (Tirailleurs marocains). Er war im Anschluss zwischen dem 21. August und dem 15. November 1944 Zweiter stellvertretender Chef des Generalstabes sowie vom 15. November bis zum 21. Dezember 1944 Zweiter stellvertretender Chef des Generalstabes des Heeres, ehe er zwischen dem 21. Dezember 1944 und dem 26. April 1945 Stellvertretender Chef des Generalstabes des Heeres war. Er befand sich bei Kriegsende zum Zeitpunkt der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht (8. Mai 1945) vom 26. April bis zum 20. Juli 1945 zur Verfügung des Leiters der Militärmission für deutsche Angelegenheiten und war zwischen dem 20. Juli und dem 5. September 1945 Assistierender Generaloffizier beim Befehlshaber der Besatzungstruppen in Österreich.
Am 1. September 1945 wurde Cherrière zum Oberst befördert, wobei die Beförderung auf den 25. Juni 1943 rückdatiert wurde, sowie zugleich zum Brigadegeneral befördert, wobei diese Beförderung wiederum auf den 25. Dezember 1944 rückdatiert wurde. Daraufhin befand er sich zwischen dem 5. September 1945 und dem 28. Januar 1948 zur Verfügung des Befehlshabers der Besatzungstruppen in Österreich und wurde in dieser Verwendung am 5. Februar 1946 zum Kommandeur der Ehrenlegion ernannt. Er wurde am 28. Januar 1948 als Nachfolger von Brigadegeneral Pierre-Félix Conne[3] Befehlshaber der Division Oran [Algerien] und behielt diese Position bis zum 16. September 1948. Nachdem er vom 16. September 1948 bis zum 17. Februar 1949 Chef des Sonderstabes im Ministerium für Nationale Verteidigung war, fungierte er zwischen dem 17. Februar 1948 und dem 17. Februar 1949 als Leiter des Militärkabinetts der damaligen Ministers für Nationale Verteidigung Pierre-Henri Teitgen (22. Oktober 1947 bis 26. Juli 1948),[4] René Mayer (26. Juli bis 11. September 1948)[5] beziehungsweise Paul Ramadier (11. September 1948 bis 28. Oktober 1949)[6] und daraufhin vom 17. Februar 1949 bis zum 4. Mai 1950 als Chef des Ständigen Stabes bei den damaligen Premierminister Henri Queuille (11. September 1948 bis 28. Oktober 1949)[7] beziehungsweise Georges Bidault (28. Oktober 1949 bis 2. Juli 1950).[8]
Paul Cherrière war als Nachfolger von Generalmajor Jean Callies[9] vom 4. Mai 1950 bis 28. August 1951 Befehlshaber der nördlichen Besatzungszone in Deutschland sowie zugleich in Personalunion vom 4. Mai 1950 bis zu seiner Ablösung durch Brigadegeneral Raymond Chomel[10] am 28. August 1951 Befehlshaber der 3. Infanteriedivision (3e division d’infanterie). Danach fungierte vom 28. August 1951 bis zum 13. August 1954 als Befehlshaber der Streitkräfte in der nördlichen Territorialzone in Deutschland sowie zugleich als Kommandierender General des II. Korps (2e corps d’armée), woraufhin ebenfalls Generalmajor Raymond Chomel ihn ablöste. Er wurde in dieser Zeit am 9. Juli 1951 zum Großoffizier der Ehrenlegion ernannt und am 1. Februar 1952 zum Generalmajor sowie am 23. April 1952 zum Generalleutnant befördert. Am 13. August 1954 wurde er als Nachfolger von Generalleutnant Jean Callies zum Befehlshaber der 10. Militärregion (10e Région militaire) in Algier ernannt und verblieb in dieser Verwendung bis zum 3. Juli 1955. Er war zugleich vom 1. Januar bis zum 4. Oktober 1955 Mitglied des Obersten Kriegsrates (Conseil supérieur de la guerre) und wurde daraufhin am 4. Oktober 1955 in den Ruhestand versetzt.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- CHERRIERE Paul Raymond Philippe. In: Archives nationales. Abgerufen am 24. Mai 2026 (französisch).
- Cherriere, Paul-Raymond-Philippe. In: The Generals of WWII (generals.dk). Abgerufen am 21. Mai 2026 (englisch).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Juin, Alphonse-Pierre. In: The Generals of WWII (generals.dk). Abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Bondis, Paul-Louis. In: The Generals of WWII (generals.dk). Abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Conne, Pierre-Félix. In: The Generals of WWII (generals.dk). Abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Teitgen, Pierre-Henri. In: rulers.org. Abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Mayer, René. In: rulers.org. Abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Ramadier, Paul. In: rulers.org. Abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Queuille, Henri (Antoine). In: rulers.org. Abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Bidault, Georges (Augustin). In: rulers.org. Abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Callies, Jean-Jules-Alexis. In: The Generals of WWII (generals.dk). Abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Chomel, Raymond-Emmanuel-Marie-Siméon. In: The Generals of WWII (generals.dk). Abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cherrière, Paul |
| ALTERNATIVNAMEN | Cherrière, Paul Raymond Philippe (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Generalleutnant |
| GEBURTSDATUM | 4. Oktober 1895 |
| GEBURTSORT | Bastia, Département Haute-Corse |
| STERBEDATUM | 11. Juni 1965 |
| STERBEORT | 5. Arrondissement („Arrondissement du Panthéon“), Paris |