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Skyranger 30

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Skyranger 30


Skyranger 30 auf einem GTK Boxer

Allgemeine Angaben
Herstellerbezeichnung Oerlikon Skyranger 30
Entwickler/Hersteller Rheinmetall Air Defense AG
Entwicklungsjahr 2020
Stückzahl 36[1]
Modellvarianten Skyranger 30
Skyranger 35
Waffenkategorie Flugabwehr
Technische Daten
Kaliber 30 × 173 mm
Gewicht in
Feuerstellung
Turm Skyranger 30: 1.800–2.300[2] kg
Kadenz 1200 Schuss/min
Höhenrichtbereich 85[3] Winkelgrad
Seitenrichtbereich 360°

Der Oerlikon Skyranger 30 ist ein mobiles Flugabwehrsystem (Short range air defense, SHORAD) von Rheinmetall Air Defence, bei dem die Sensorik (für die Such- und Folgefähigkeit) und die Effektoren (30 x 173 mm KCE Revolverkanone, Flugabwehrlenkwaffen oder Intercept-Drohne) auf einem Turm zusammengefasst werden. Der Skyranger 30 ist ein Schwestermodell des Skyranger 35 (Oerlikon Skyranger 35).

Die Bedienung des Turmes erfolgt ferngesteuert oder aus dem Fahrzeug heraus. Der Turm ist unbemannt.

Das System verbindet die Vorteile einer Kanonen-Bewaffnung (sehr kurze innere Totdistanz, geringe Kosten, Air-Burst-Munition gegen Kleinstziele in der Luft) mit der größeren Reichweite einer Lenkwaffe oder einer Intercept-Drohne auf einem Turm, der zusätzlich alle für die Flugabwehr benötigte Sensorik beinhaltet.

Das Produktmanagement der Rheinmetall Air Defence unter der Leitung von Michael Gerber und Moritz Vischer hat ab 2018 den Skyranger 30 konzeptionell ausgelegt und mit einem kleinen Team im Rahmen eines Sonderprojektes einen Concept Demonstrator gebaut, welcher ab 2020 für Entwicklungstätigkeiten und Marketingaktivitäten genutzt wurde. Dieser Skyranger 30 A0-Turm war auch eine Plattform, um die ganze Bandbreite an Fähigkeiten und Produkten (z. B. Rapid Obscuring System (ROSY), Fast Infrared Search and Track Sensor (FIRST)) von Rheinmetall in einem Produkt zusammenzuführen.

Die Entscheidung für das Kaliber 30 × 173 mm und die KCE-Revolverkanone wurde auf der Basis von Analysen bezüglich Wirkung, Reichweiten und Kosten getroffen.[4] Erfahrungen mit dem Skyranger 35, der KDG-Revolverkanone und dem Millennium-Marinegeschütz flossen in die generelle Auslegung des Skyranger 30 ein.

Teil des Projektes war die Weiterentwicklung der KCE-Revolverkanone aus der Oerlikon KCA-Revolverkanone durch die Befähigung der Waffe, Airburst-Munition verschießen zu können.

Die Vorstellung des Skyranger-30-AO-Turmes erfolgte, bedingt durch den Corona-Lockdown, am 16. Dezember 2020 online.

Auf der ILA 2022 wurde der Skyranger 30 auf einem GTK Boxer vorgestellt. Neben weiteren mobilen Varianten auf anderen Rad- und Kettenfahrzeugen ist auch eine stationäre Verwendung möglich.[5]

Zukünftige Nutzer

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Skyranger-30-Turm auf einem Pandur 6×6 Evolution (EVO)
  •  Österreich – hat im Februar 2024 für das Bundesheer 36 Skyranger 30 auf Trägerfahrzeug Pandur Evolution bestellt. Als Rakete wurde die französische Mistral 3 ausgewählt[6][7]
  •  Deutschland – hat im Februar 2024 in einem ersten Schritt 19 Stück auf Trägerfahrzeug GTK Boxer bestellt. Im Oktober 2025 wurde bekannt, dass insgesamt 600 folgen sollen[8]. Als Rakete wurden ursprünglich FIM-92 Stinger ausgewählt,[9][7] sollen nun aber Lenkflugkörper des Herstellers MBDA zum Einsatz kommen.
  •  Dänemark – hat im September 2024 einen Auftrag über 16 Skyranger 30 erteilt, mit dem Mowag Piranha V als Trägerfahrzeug.[10][7] Als Rakete wurde die Mistral 3 ausgewählt.[11]
  •  Niederlande – planen die Anschaffung von 22 Stück auf Fahrgestell ACSV der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH. Als Rakete wird vermutlich die FIM-92 Stinger gewählt.[12]
  •  Ungarn – lässt seit Dezember 2023 die Integration des Skyranger 30-Turms auf dem Fahrgestell des Schützenpanzers KF41 Lynx entwickeln. Die geplante Anzahl ist nicht bekannt.[13]

Kritiker bemängeln den geringen Munitionsvorrat von 252 Schuss, der nur für den Abschuss von 10–15 Drohnen reicht und dazu führt, dass der Skyranger nach wenigen Minuten zurückgezogen werden muss, um nicht selbst Opfer der Drohnen zu werden.[14]

Commons: Skyranger 30 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Österreich schließt mit "Skyranger" Lücken in der Luftverteidigung. In: bundesheer.at. 23. Februar 2023, abgerufen am 8. Februar 2026.
  2. ↑ Oerlikon Skyranger® 30. (PDF; 218 kB) Rheinmetall, abgerufen am 1. März 2024.
  3. ↑ Peter Zellinger: Militärtechnik – Skyranger 30: Das kann die neue Drohnenabwehr des Bundesheeres. In: derStandard.at. 26. Februar 2024, abgerufen am 8. Februar 2026.
  4. ↑ Moritz Vischer: Wie der Gepard zum Sprung ansetzt. (PDF; 2,5 MB) In: ASMZ. ASMZ, 3. Januar 2023, abgerufen am 31. Januar 2025.
  5. ↑ Nicolas Fiorenza: BEDEX 2026: Belgium plans to protect NASAMS with static Skyranger 30. In: Janes. 17. März 2026, abgerufen am 17. März 2026 (englisch).
  6. ↑ Flakpanzer Skyranger – Österreich wird Erstkunde. 23. Februar 2024, abgerufen am 1. Februar 2025.
  7. 1 2 3 Skyranger 30 auf Erfolgskurs – S&T – Soldat & Technik. 1. Oktober 2024, abgerufen am 1. Februar 2025 (deutsch).
  8. ↑ 600 Stück für die Bundeswehr?: Was die Skyranger-Systeme können – und was nicht. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 13. Oktober 2025]).
  9. ↑ Skyranger – Haushaltsausschuss macht Weg frei für neue Bundeswehr-Flakpanzer. 21. Februar 2024, abgerufen am 1. Februar 2025.
  10. ↑ Dänemark bestellt Flugabwehrkanonensystem Skyranger 30. 27. September 2024, abgerufen am 1. Februar 2025.
  11. ↑ Dänemark beschafft Mistral 3 Flugkörper als Zweitbewaffnung für den Skyranger 30. 2. April 2025, abgerufen am 2. April 2025.
  12. ↑ Niederlande wollen Flakpanzer Skyranger auf Kette kaufen. 29. Januar 2025, abgerufen am 1. Februar 2025.
  13. ↑ Rheinmetall soll Skyranger-Variante für Lynx entwickeln. 20. Dezember 2023, abgerufen am 1. Februar 2025.
  14. ↑ Matthias Uhl: Wie stark ist Russland wirklich?. Freiburg im Breisgau 2026, S. 298.