Zum Inhalt springen

Wilhelm Donko

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wilhelm Maximilian Donko (* 16. Dezember 1960 in Linz/Donau) ist ein österreichischer Diplomat und Autor von Fachbüchern zur Marinegeschichte.

Wilhelm Donko wuchs in Schärding auf, veröffentlichte ab 1979 zahlreiche Beiträge in maritimen Fachzeitschriften (freiberuflich) und fuhr kurz zur See. Nach dem Studium von Geschichte/Geographie ab 1982 an der Universität Salzburg (Mag.phil. 1987) und postgradualem Studium (Geschichte) an der Universität Tokio (1988–1990), trat er 1990 in den diplomatischen Dienst der Republik Österreich ein (Examen préalable 1990).

Im Außenministerium in Wien arbeitete er zuerst in der Abteilung für Abrüstung und Rüstungskontrolle, bevor er 1992 an die Österreichische Botschaft Algier versetzt wurde (Attaché). In Wien diente er dann ein Jahr in der Abteilung für europäische Integration (1992–93; inklusive EU-Beitrittsverhandlungen) und war nachfolgend an den Botschaften in Moskau (1993–97 1. Botschaftssekretär) und Ankara (1997–2001 Gesandter-Botschaftsrat) stationiert. Zurück in Wien war er als Referatsleiter in der Asien-Abteilung des Außenministeriums tätig (2001–2005), dann als Österreichischer Botschafter in Seoul (2005–2009) und nachfolgend in Manila (2009–2013). Nach Rückkehr in die Wiener Zentrale war er neuerlich vier Jahre Referatsleiter in der Asien-Abteilung (2013–2017). Von 2017 bis 2022 war Donko Botschafter in Oslo und wechselte im April 2022 in gleicher Funktion nach Bangkok. Von dort ging er Ende 2025, nach 35 Dienstjahren, in den Ruhestand.[1] Ihm folgte mit 1. Jänner 2026 Botschafterin Katharina Wieser in Bangkog nach.[2]

Wie auch seine Nachfolgerin Katharina Wieser setzte Donko sich für die Erhaltung und Pflege der Gedenkstätten für die 223 Opfer der am 26. Mai 1991 nahe thailändischen Ortschaft Phu Toey (Suphan Buri) abgestürzten Boeing 767 „Mozart“ der Lauda Air, ein.[3][4]

Donko ist seit 1990 verheiratet mit Yan Donko, geb. Zhang; das Paar hat zwei Kinder.[1]

Neben vielen Fachartikeln schrieb Wilhelm M. Donko zahlreiche Bücher zum Thema Marinegeschichte:

  • Die Atomkreuzer der U.S. Navy. Eine wichtige Komponente moderner Seemacht. Bernard & Graefe, Koblenz 1987, ISBN 3-7637-5836-4. (Unveränderter Nachdruck: Weltbild Verlag, Augsburg 1997, ISBN 978-3-86047-586-7.)
  • Österreich – Philippinen. 1521–1898. Bezugspunkte, Beziehungen und Begegnungen während der Zeit der spanischen Herrschaft. Mit einem umfangreichen Kapitel zur k.u.k. Marine in Ostasien. Selbstdruck Manila 2010, ohne ISBN. (2. Auflage überarbeitet und wesentlich erweitert: epubli, Berlin 2011, ISBN 978-3-8442-0853-5.)
  • An Austrian View of the Philippines 1858: The Austrian Scientist Karl von Scherzer on his Visit in Manila aboard the Frigate “Novara” in June 1858. epubli, Berlin 2011, ISBN 978-3-8442-1603-5 (englisch).
  • A Brief History of the Austrian Navy. epubli, Berlin 2012, ISBN 978-3-8442-2129-9 (englisch).
  • Auf den Spuren von Österreichs Marine in Siam (Thailand). Dokumentation aller Schiffsbesuche, zusammengestellt aus Akten, Reiseberichten und privaten Tagebüchern. epubli, Berlin 2014, 2016, ISBN 978-3-8442-9851-2.
  • Die Kriegstransporter KT 1 – KT 62 der Deutschen Kriegsmarine. Konzept, Einsatz, Verbleib. epubli, Berlin 2013, 2016, 2018, ISBN 978-3-7375-3127-6.
  • Österreichs Kriegsmarine in Fernost. Alle Fahrten von Schiffen der k.(u.)k. Kriegsmarine nach Ostasien, Australien und Ozeanien von 1820 bis 1914. epubli, Berlin 2013, ISBN 978-3-8442-4912-5.
  • Japan im Krieg gegen Österreich-Ungarn 1914–18. Die k.u.k. Kriegsmarine im Kampf gegen Japans Streitkräfte in Ostasien und im Mittelmeer. epubli, Berlin 2014, 2016, 2018, 2019, ISBN 978-3-8442-7856-9.
  • Die Kaiserlich Japanische Marine im Mittelmeer 1917–19. Die Geschichte des 2. Sonder-Geschwaders unter Konteradmiral Sato. epubli, Berlin 2014, 2018 – ISBN 978-3-8442-8714-1.
  • Pola/Pula. Ein historischer Reiseführer durch den ehemaligen Hauptkriegshafen von Österreich-Ungarn. epubli, Berlin 2015, 2016, ISBN 978-3-7375-2418-6.
  • Die Schwarzmeer-Einheitsschiffe SME 1 – SME 12. Konzept, Einsatz, Verbleib. epubli, Berlin 2016, 2017, ISBN 978-3-7418-9804-4.
  • A Land Power Goes to Sea: Austria’s Naval History 1382–1918. epubli, Berlin 2017, ISBN 978-3-7450-4225-2 (englisch).
  • German Military Cargo Ships Produced in Series Programs in Southern Europe 1941–1945. epubli, Berlin 2017, ISBN 978-3-7450-1677-2 (englisch)
  • mit Thomas Zimmel: Flotten-Album der österreichischen Marine von Johann B. Rottmayer 1872-1880. Fidelitas, Wien 2018, ISBN 978-3-200-05477-6.
  • Österreichs Kriegsmarine: Eine Seemacht und ihr Ende. Edition Winkler-Hermaden, Schleinbach, 2018, ISBN 978-3-9504475-3-8.
  • Österreichische Marinedenkmäler. Ein historischer Reiseführer zu den Denkmälern der k.(u.)k. Kriegsmarine in aller Welt. epubli, Berlin 2019, ISBN 978-3-7467-9942-1.
  • Österreichisch-ungarische Kriegsschiffe 1914 bis 1918. Motorbuch, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-613-04281-0.
  • Landungsschiffe der U.S. Navy seit 1939. Motorbuch, Stuttgart 2020, ISBN 3-613-04334-3.
  • Vor 125 Jahren: das k..u.k. Kanonenboot ALBATROS und der »Guadalcanal-Zwischenfall«. In: Köhlers Flottenkalender. Internationales Jahrbuch der Seefahrt 2021. Koehler im Maximilian Verlag, Hamburg 2020, ISBN 978-3-7822-1372-1, S. 206–2010.
  • S.M.Y. „Alexandria“. Die Binnenyacht von drei deutschen Kaisern und ihr Schicksal zwischen Havel und Donau. epubli, Berlin 2020, 2021, ISBN 978-3-7531-5227-1.
  • Fotodokumentation KT und SME. Die Kriegstransporter und Schwarzmeer-Einheitsschiffe der Kriegsmarine im Bild. epubli, Berlin 2021, ISBN 978-3-7531-7294-1.
  • Minensucher der U.S. Navy seit 1920. Motorbuch, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-613-04380-0.
  • Österreichisch-ungarische Unterseeboote und ihre Werften 1906-1918. Motorbuch, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-613-04456-2.
  • mit Lutz A. Kowalzick: Patrouillenschiffe der U.S. Navy seit 1939. Motorbuch, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-613-04517-0.
  • mit Lutz A. Kowalzick: Schiffe der U.S. Coast Guard seit 1915. Motorbuch, Stuttgart 2023, ISBN 978-3-613-04560-6.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 Pierre Rothschild: Abschied von Botschafter Donko. Seine Exzellenz geht nach 35 Jahren im Dienst in den verdienten Ruhestand. Interview. In: Der Farang. Matt Productions Co., 21. Dezember 2025, abgerufen am 16. Juni 2026.
  2. Die Botschafterin | Mag. Katharina Wieser. In: Österreichische Botschaft Bangkog. Bundesministerium für Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (Hrsg.), abgerufen am 16. Juni 2026.
  3. Österreich gedenkt in Thailand der Opfer des Lauda Air Unglücks vor 35 Jahren. In: austrianwings.info. 26. Mai 2026, abgerufen am 16. Juni 2026: „Die neue österreichische Botschafterin, Katharina Wieser, zeigt sich in dieser Angelegenheit ebenso wie ihr Vorgänger, Wilhelm Donko, sehr engagiert.“
  4. Fotobericht: Offizielles Gedenken an Lauda Air Absturzopfer in Thailand. „Bericht samt Bildmaterial […] von der österreichischen Botschaft in Bangkok zur Verfügung gestellt“. In: austrianwings.info. 13. Juni 2026, abgerufen am 16. Juni 2026.
    Österreichische Botschaft in Bangkog, Zitat: „Um der 223 Opfer – 10 Besatzungsmitglieder und 213 Passagiere – dieses größten Unglücks der österreichischen Zivilluftfahrt [Lauda-Air-Flug 004] zu gedenken, besuchte die österreichische Botschafterin Katharina Wieser […] am 26. und 27. Mai die Gedenkstätten. Diese sind heute alle in ausgezeichnet gepflegtem Zustand, nachdem sich die Österreichische Botschaft in den vergangenen Jahren unter dem ehemaligen Botschafter Wilhelm Donko um deren Erhalt gekümmert und dafür eingesetzt hat, dass die Pflege hauptverantwortlich von den lokalen Behörden übernommen wird.“