Nicht alles, was unmöglich ist, gehört ins Reich der Fantasie. Manches gehört zuerst in die Kunst – damit wir lernen, es überhaupt denken zu können – Zeichnung und Foto © Roswitha Geisler

Ende des letzten Jahres las ich von einem Kunstprojekt, welches „Handschlag“ betitelt war.
Schon der Titel gefiel mir. Ein schönes, fast altmodisch wirkendes Wort – und gleichzeitig erstaunlich aktuell. Denn ein gelungener Handschlag steht für Vertrauen, Verbindlichkeit, Respekt und Fairness – für jene Werte also, die Gemeinschaft tragen und Verständigung überhaupt erst möglich machen.

Schnell war mir klar, dass dies ein Thema war, das ich gerne künstlerisch umsetzen wollte. Mich interessierte dabei weniger die Geste selbst als die Frage, wie Zusammenarbeit aussehen könnte in einer Zeit, in der vieles eher auseinanderdriftet als zusammenfindet.
In meiner Zeichnung sind Mensch und Eisbär gleichermaßen von der Erderwärmung betroffen. Der Handschlag wird deshalb zur symbolischen Geste eines gemeinsamen Willens: etwas tun zu wollen, auch wenn die Größe des Problems fast überfordernd wirkt.
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Not Dark Yet, 2026
Acryl auf Leinwand, 60 × 60 cm
Zwei Frauen spielen gemeinsam den Song „Not Dark Yet“ von Bob Dylan. –  Gemälde und Foto © Roswitha Geisler

Es gibt Bilder, die entstehen aus einer Idee. Und es gibt Bilder, die entstehen aus einem Zustand. „Not Dark Yet“ gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.
Ich habe nicht begonnen mit dem Plan, zwei Frauen in einem Park zu malen.
Ausgangspunkt war der Song, der während des Skizzierens in Dauerschleife lief. Mit der Zeit wurde er zu einer konstanten Präsenz – und genau in diesem Raum hat sich das Bild entwickelt.
Man könnte sagen: Ich habe das Bild gemalt – aber der Song hat die Rahmenbedingungen ziemlich klar vorgegeben.

Das Werk ist 60 x 60 cm groß, Acryl auf Leinwand, und fast vollständig in Grüntönen gehalten. Grün in allen Nuancen: satt, kühl, warm, schattig, flirrend.
Grün ist eine tückische Farbe: schnell dekorativ, schnell zu harmonisch. Ich musste es immer wieder brechen, verschieben, kühler oder wärmer ziehen, damit es nicht zur bloßen Kulisse wird. Stattdessen sollte es tragen – die Stimmung, das Licht, die Stille.
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Im Vormittagslicht unserer Fußgängerzone: Mein Werk “ Pinetop’s Blues“ im „Kunstfenster“ – ein Wechselspiel von Blick und Bewegung.

Manchmal braucht ein Bild keinen klassischen Ausstellungsraum. Keine hell ausgeleuchteten Wände, keine gezielten Spots, keine kuratierte Blickführung. Manchmal reicht ein Fenster – und das, was vor ihm passiert.
Mein Werk „Pinetop’s Blues“ ist derzeit genau dort zu sehen: im „Kunstfenster“ in der Fußgängerzone unseres Städtchens. Ein Ort, der nichts schützt und nichts erklärt. Das Bild steht im Licht, im Spiegel der Straße, im Rhythmus der Passanten. Es wird gesehen – oder übersehen. Beides gehört dazu.
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„Kleine Gefährten“ – Zeichnung © RosieGeisler

Man sagt, hier oben würde man schnell lernen, was wirklich nötig ist. Ich weiß nicht, wer „man“ ist, aber während der Schnee unter meinen Stiefeln knirscht und der Atem in weißen Wolken vor mir verschwindet, glaube ich es sofort. Ich stehe im ABISKO-Nationalpark, weit nördlich des Polarkreises, und schon jetzt, nach wenigen Tagen, spüre ich, dass dieser Ort mich längst gelesen hat.

Die Landschaft wirkt nicht unberührt. Dieses Wort passt hier nicht. Sie wirkt unbeirrbar. Berge liegen schwer am Horizont, dunkel und ruhig, Fels bricht gelegentlich durch den Schnee, nüchtern, wie ein stummer Kommentar. Gefrorene Seen halten das Licht fest, nicht spiegelnd, eher sammelnd. Alles ist reduziert. Alles ist da, weil es hierhergehört.

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Die Galerie des Kunstvereins lädt ein zu einem vielstimmigen Dialog aus Malerei, Grafik und Fotografie

Am gestrigen Nachmittag war es wieder soweit: unser Kunstverein eröffnete seine diesjährige Adventsausstellung „Wenn das Jahr leiser wird – Augenblicke im Advent“.
Die Vorbereitungen hatten sich gelohnt, denn die Vernissage war geprägt von einer warmen, beinahe feierlichen Atmosphäre, in der die Besucherinnen und Besucher nicht nur die Werke betrachten, sondern auch mit den anwesenden Künstlerinnen und Künstlern in unmittelbaren Austausch treten konnten.
Dieser lebendige Dialog verlieh dem Nachmittag  seinen ganz eigenen Zauber: Kunst wurde nicht nur gezeigt, sondern gemeinsam gedacht, befragt, diskutiert und erlebt.
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Kunst, Kunst, Kunst! Der Organisator Utz Benkel begrüßt die Besucher zu der vierten Auflage  unserer Ausstellung „ROT“

Bis zum 11. Juli 2025 sind die Türen der „Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek“ in Berlin-Lichtenberg für die vierte Auflage unserer vielbeachteten Ausstellung „ROT“ noch geöffnet.
Der Lesesaal der Bibliothek bietet hier eine Plattform für 14 Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Generationen, die gemeinsam die facettenreiche Welt der Farbe Rot erkunden – eine Farbe, die weit mehr ist als ein bloßes Spektrum im Farbkreis.
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Einladung: Kunst, Musik und eine kleine Reise – Das „Kunstfenster“ in Wermelskirchen öffnet seine Türen!

Wer sagt eigentlich, dass Kunst nur in Museen oder Galerien zu finden ist?
In meinem kleinen Heimatstädtchen beweist das „Kunstfenster“ der „Bergischen Apotheke“ in der Fußgängerzone seit zwei Jahren das Gegenteil. Monatlich öffnet sich hier eine imaginäre Tür zu einer wechselnden Ausstellung – ein lebendiges Schaufenster, das Passanten die Chance bietet, zeitgenössische Kunst direkt im öffentlichen Raum zu entdecken.
Ulla Buhlmann, Inhaberin der Apotheke, initiiert in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Wermelskirchen dieses Projekt, um lokale Künstlerinnen und Künstler ins Rampenlicht zu rücken.
Und das Beste daran? Es ist so vielfältig wie das Leben selbst: Jeder Monat zeigt ein neues Werk, bringt eine faszinierende Perspektive, zeigt einen einzigartigen Stil und erzählt eine spannende Geschichte.
Und jetzt kommt’s: Im Juni 2025 bin ich an der Reihe! Mein Werk trägt den Titel „El Cuarto De Tula“ („Das Zimmer von Tula“) und zeigt mit Acryl auf Leinwand gemalt zwei Musiker, die so lebendig wirken, als seien sie direkt dem „Buena Vista Social Club“ entsprungen.
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Ein Schmied ist ein moderner Künstler, der mit Feuer und Hammer aus rohem Metall beeindruckende Skulpturen, individuelle Designs und funktionale Kunstwerke erschafft

Der Schmiedekotten in meiner Nachbarschaft, ein ehrwürdiges Relikt aus dem Jahr 1574 (!), thront stolz am rauschenden Flussufer.
Das alte Backsteingebäude atmet noch immer den Geist der Geschichte – doch wer nun denkt, hier sei ein Museum der Stille und Erinnerung, irrt gewaltig.
Denn dieses alte Gemäuer pulsiert im Takt eines aktiven Handwerksbetriebs, in dem die Tradition bewahrt und zugleich das Heute gestaltet wird.
Ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart sich die Hand geben – unverstellt, unvergessen.

„Lass uns reingehen,“ sage ich zu der D., denn wir wissen: Hier, an diesem besonderen Ort entstehen nicht nur Werkzeuge, Treppen, Klinken und Geländer, sondern hier werden auch außergewöhnliche Kunstwerke und Skulpturen geschaffen – wahre Meisterwerke aus Eisen, Edelstahl, Vierkantrohren und Fundstücken, die Geschichten erzählen und viel mehr sind als nur hübsche Gegenstände.
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Willkommen zu unserer zweiten Auflage „Eine Ausstellung sieht Rot“

In der „Galerie ORANGE“, einem kreativen Treffpunkt in Berlin – Pankow, wird noch bis zum 02. Mai 2025 die zweite Auflage unserer Ausstellung „ROT“ zu sehen sein.
Wir, das sind 14 Künstler und Künstlerinnen aus unterschiedlichen Generationen, die ihre Werke im gemeinsamen Kontext präsentieren und dabei die Farbe Rot in ihrer ganzen Komplexität beleuchten.
Hier vermischen sich Realität, Traum, Pop- und Kunstwelt nicht nur in einer visuellen Darbietung, sondern als eine Einladung an die Besucher, tief in die emotionalen Strömungen einzutauchen, die mit dieser kraftvollen Farbe verbunden sind.
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Historische Fachwerkhäuser, enge Gassen und liebevolle Details – Tradition und Geschichte im Neanderland ( Zeichnung und Foto © R.Geisler)

Die D., die kennt sich hier aus. Denn hier, in diesem kleinen, ruhigen Ort im Neanderland hat sie einmal gelebt. Vor vielen Jahren, nein, schon vor Jahrzehnten war das.
Hier gibt es kleine, alte Häuser, weißgetüncht und mit dunklem Fachwerk, schmale Gassen wie in Italien, eine imposante, mittelalterliche Kirche, drumherum Kastanien. Gen Süden sieht man übers verwunschene Tal hinüber zum Berg und in Richtung Westen geht abends die Sonne unter, dort hinten, wo irgendwo der Rhein durch das Land strömt.
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