Echo Zeitungen
Erscheinungsbild
(Weitergeleitet von Dieburger Anzeiger)
| Echo Zeitungen GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1945 |
| Sitz | Berliner Allee 65, Darmstadt |
| Leitung | Joachim Liebler, Titelverantwortlicher: Tim Maurer |
| Branche | Verlagswesen |
| Website | echo-online.de |

Die Echo Zeitungen GmbH (ehemals Echo Medien GmbH und Medienhaus Südhessen) ist ein Tochterunternehmen des Mainzer Medienkonzerns VRM. In ihm sind eine Reihe südhessischer Tageszeitungen zusammengefasst. Hauptausgabe ist das Darmstädter Echo (DE), die unten genannten Lokalausgaben erscheinen als Kopfblätter. Hervorgegangen ist die heutige Tochtergesellschaft aus dem Verlag des Darmstädter Echos (Darmstädter Echo Verlag und Druckerei GmbH), der über die Jahrzehnte durch Kooperationen und Übernahmen zu einem regionalen Medienunternehmen heranwuchs und 2015 von der VRM übernommen wurde.
Die verkaufte Auflage beträgt 26.057 Exemplare, ein Minus von 61,5 Prozent seit 1998.[1] Gemessen an der verkauften Auflage sind die Echo-Zeitungen zusammen die größte Tageszeitung Südhessens und eine der größten Hessens. Der Sitz der Zeitungsgruppe befindet sich in Darmstadt, die Lokalberichterstattung entsteht vor Ort in den einzelnen Lokalredaktionen. Die Inhalte aller Ausgaben erscheinen außerdem im gemeinsamen Online-Portal echo-online.de. Die Gruppe der Echo-Zeitungen ist das wichtigste lokale Presseorgan mit quasi-monopolartiger Stellung in weiten Teilen Südhessens.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ursprünge der späteren Echo Zeitungen liegen im Verlag, der nach dem Zweiten Weltkrieg das Darmstädter Echo herausgab. Erster Verleger wurde Max Bach, der 1949 Gesellschafter, später Geschäftsführer des Verlags und der Druckerei wurde. 1950 erwarb der Verlag ein altes Kasernengebäude an der Holzhofallee, das – nach vielen Umbauten – bis März 2016 Sitz des Verlagshauses und der Darmstädter Redaktion war.
Darauf folgten Übernahmen und Neugründungen von Zeitungen benachbarten Gebiete, woraus ein regionales Medienunternehmen erwuchs. In den folgenden Jahrzehnten wurden Synergien genutzt, indem die zuvor vollständig eigenständigen Zeitungen ihren Mantelteil zentral in Darmstadt produzieren ließen und so zu Kopfblättern des DE wurden. Die „Darmstädter Echo Verlag und Druckerei GmbH“, geleitet von Horst Günther Felder, dem Sohn des späteren Redakteurs, Verlegers und Politikers Josef Felder,[2] kaufte in diesem Zusammenhang 1986 auch den angeschlagenen Zeitungskonkurrenten auf, das Darmstädter Tagblatt, welches zu dieser Zeit die drittälteste deutsche Zeitung war.[3] Seitdem ist Darmstadt Einzeitungskreis.
Seit 1999 sind die Echo-Zeitungen auch online vertreten. Gesellschafter des Verlagsunternehmens waren bis 2009 die Brüder Horst Bach und Hans-Peter Bach. Seit dem Tod von Horst Bach war sein Bruder alleiniger Verleger.
Bereits 2010 gründete die Echo Medien GmbH gemeinsam mit der damaligen Verlagsgruppe Rhein Main das Druckzentrum Rüsselsheim in dem Joint Venture Rhein-Main Druck. Nachdem der Verlag in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen war, übernahm ihn die VRM im Februar 2015, vorbehaltlich der Zustimmung des Bundeskartellamtes, vollständig. Gemäß der kartellrechtlichen Genehmigung der Übernahme kündigte die Echo-Gruppe am 11. Juni 2015 an, das Rüsselsheimer Echo an die Frankfurter Societät abzugeben.[4][5] Am 6. Juli 2015 wurde die Übernahme der Echo-Mediengruppe an die VRM schließlich genehmigt.[6] Am gleichen Tag ist unter echo-online.de auch die neugestaltete Webseite im Corporate Design der VRM online gegangen.[7]
Im Rahmen eines großflächigeren Geschäfts der VRM mit der Ippen-Gruppe (u. a. Verkauf der Zeitungsgruppe Zentralhessen) kehrte das Rüsselsheimer Echo Anfang 2022 zur Echo-Gruppe zurück.[8][9] Seitdem gehören also beide Tageszeitungen in Rüsselsheim (neben dem Echo auch die Main-Spitze) der VRM. Hierbei wurden die Redaktionen zusammengelegt, beide Zeitungen sind seitdem inhaltlich identisch.[10]
Zu den regionalen Konkurrenten der Echo-Zeitungen gehören mit ihren Regionalausgaben die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau und im Süden der Mannheimer Morgen. Die Regionalteile der Frankfurter Rundschau für Darmstadt, Darmstadt-Dieburg und den Kreis Groß-Gerau wurden von 2009 bis September 2016 von Redakteuren der Echo Zeitungen GmbH verfasst. Seit Herbst 2016 berichtet die Frankfurter Rundschau wieder mit eigenen Redakteuren aus Darmstadt und den beiden Landkreisen Darmstadt-Dieburg und den Kreis Groß-Gerau.
Organisation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als Teil des Medienkonzerns VRM steht den Echo Zeitungen Frank Kaminski seit Juli 2023 als Chefredakteur aller Zeitungen des Konzerns aus dem Land Hessen vor. Titelverantwortlicher für die Zeitungen der Gruppe und zugleich stellvertretender Chefredakteur des Gesamtunternehmens ist, seit Juli 2021, Tim Maurer.[11] Die Lokalredaktionen der einzelnen Lokalausgaben, also die früheren Tageszeitungen, stehen unter der Führung eines Redaktionsleiters.
Vor der Umstrukturierung zum April 2020 lag der Posten des Chefredakteurs noch direkt bei den Echo Zeitungen. Diesen hatte zuletzt Lars Hennemann inne. Auf dem Posten an der Spitze des Verlagsunternehmens folgte er auf Michael Horn (2012–2015, bis zur Übernahme durch die VRM), Jörg Riebartsch (2005–2012), Roland Hof (1986–2005), Kurt W. Reinhold (1970–1986) und Hans J. Reinowski (1947–1970).
Hauptsitz der Echo Zeitungen ist das angemietete Alleehaus auf dem Wella-Campus im Darmstädter Verlegerviertel an der Berliner Allee. Bis März 2016 saß das Unternehmen in einem alten Kasernengebäude an der Holzhofallee, das 1950 erworben wurde.
Zeitungen/Lokalausgaben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In der Echo Zeitungen GmbH erscheinen derzeit sechs Ausgaben (in Klammern seit wann sie Teil des Unternehmens sind):
- Darmstädter Echo (Hauptausgabe, seit 21. November 1945)
- Groß-Gerauer Echo (seit 1977, zuvor Heimat-Zeitung des Kreises Groß-Gerau)
- Odenwälder Echo (seit 1986, zuvor Odenwälder Heimatzeitung)
- Starkenburger Echo (seit 1. Januar 2025 Nachfolger des Bergsträßer Echo, wiederum seit 1. Juli 2019 selbst Nachfolger der bis dahin getrennten Ausgaben Bürstädter Zeitung, Lampertheimer Zeitung und Starkenburger Echo, das wiederum seit 1985, zuvor Südhessische Post)
- Rüsselsheimer Echo (Eigengründung 1956, zwischen 2015 und 2022 aus kartellrechtlichen Gründen kurzzeitig Teil der Frankfurter Societät, seitdem inhaltlich identisch mit der Main-Spitze)
- Ried Echo (Eigengründung 2. Januar 2004)
- Dieburger Anzeiger (seit 2023, vorher eigenständig als Dieburger Anzeiger GmbH & Co. KG)
- Main-Spitze (seit 2022 zugeordnet und inhaltlich identisch mit dem Rüsselsheimer Echo, vorher schon seit 1972 Teil des Mutterkonzerns VRM)
Auflage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]|
|
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ laut IVW (Details auf ivw.de)
- ↑ Felder, Horst Günther. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 296.
- ↑ Darmstädter Tagblatt. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 27. September 2015; abgerufen am 26. September 2015.
- ↑ Histori. In: echomedien.de. Echo Medien GmbH, Dezember 2015, abgerufen am 31. Dezember 2015.
- ↑ Verkauf des Rüsselsheimer Echos. In: allgemeine-zeitung.de. Abgerufen am 6. Juli 2015.
- ↑ Darmstädter Tagblatt: Kartellamt genehmigt Übernahme des „Darmstädter Echo“. ( vom 7. Juli 2015 im Internet Archive) In: darmstaedter-tagblatt.de.
- ↑ Alexander Schneider: „Echo Online“ präsentiert sich neu. In: Echo Online. 6. Juli 2015, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 28. Juli 2017.
- ↑ Frischer Start in Rüsselsheim Meldung aus: Rüsselsheimer Echo (Online-Version auf echo-online.de) vom 3. Januar 2022, abgerufen am 22. Mai 2023.
- ↑ KORREKTUR/Ippen und VRM wollen hessischen Zeitungsmarkt neu aufteilen Pressemitteilung von ver.di Hessen vom 18. August 2021, abgerufen am 22. Mai 2023.
- ↑ Linke/Liste Solidarität: Hurra, wir schrumpfen uns frisch! Presseerklärung von Die Linke/Liste Solidarität vom 7. Januar 2022, abgerufen am 22. Mai 2023.
- ↑ Tim Maurer ist neuer ECHO-Chef. In: echo-online.de. 3. Juli 2021, abgerufen am 25. September 2026.
- ↑ laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.de)
Koordinaten: 49° 51′ 56,2″ N, 8° 38′ 5,6″ O
