Manzac-sur-Vern
| Manzac-sur-Vern Manzac de Vern | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Kanton | Saint-Astier | |
| Gemeindeverband | Le Grand Périgueux | |
| Koordinaten | 45° 5′ N, 0° 35′ O | |
| Höhe | 81–214 m | |
| Fläche | 19,96 km² | |
| Einwohner | 535 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 27 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24110 | |
| INSEE-Code | 24251 | |
| Website | manzacsurvern.com | |
Post- und Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Manzac-sur-Vern (Aussprache [mɑ̃zˈak syʁ vɛʁn], okzitanisch Manzac de Vern) ist eine französische Gemeinde mit 535 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Le Grand Périgueux. Die Einwohner werden Manzacois und Manzacoises genannt.
Geografie
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Manzac-sur-Vern liegt etwa 15 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 54 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 28 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac am Übergang der Landschaft des Périgord central zum Landais. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Vern, von den Flüsschen Serre, Ruisseau des Chabannes und Rosier, sowie von einem kleineren Fließgewässer.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Manzac-sur-Vern liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär sowie einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Manzac-sur-Vern erstreckt sich über eine im Nordwesten, Nordosten, Südosten und Südwesten bewaldete Hügellandschaft, die vor allem durch das breite Tal des Vern durchschnitten wird und deren Erhebungen nach Norden hin Höhen von über 200 m erreichen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 214 m im äußersten Norden in der Nähe des Weilers Lassalet an der Grenze zur Nachbargemeinde Montrem. Der tiefste Punkt mit 81 m ist im Westen beim Austritt des Vern aus dem Gemeindegebiet anzutreffen. Das Zentrum der Gemeinde befindet sich langgestreckt im Charakter eines Straßendorfs etwas erhöht über dem Tal des Ruisseau des Chabannes auf etwa 98 m Höhe.
Rund 54 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich genutzt, rund 45 % sind bewaldet, rund 2 % entfallen auf bebaute Flächen (Stand: 2018).[2]
Manzac-sur-Vern wird von folgenden acht Gemeinden umgeben:
| Montrem | Coursac | |
| Grignols | Saint-Paul-de-Serre | |
| Jaure | Bourrou | Grun-Bordas (Berührungspunkt) |
Klima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die klimatischen Bedingungen in Manzac-sur-Vern werden als warm und gemäßigt eingestuft. Die Niederschlagsmengen in Manzac-sur-Vern sind bemerkenswert, da es auch im trockensten Monat Juli Niederschlag gibt. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Manzac-sur-Vern beträgt 13,1 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,4 °C, die höchste im Juli mit 21,2 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 852 mm.[3]
Natürliche Risiken
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Natürliche Risiken manifestieren sich in Manzac-sur-Vern neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Bodenbewegungen
Die Gemeinde ist der starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[4]
Wie die Risikokarte zeigt, ist außer vom Bereich des Vern-Tals das Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 1995, 2005, 2009, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Manzac-sur-Vern besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.[5]
Etymologie und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Weiler Pronchères (oder Pontchéras), dessen Name in einem Text aus dem späten 12. Jahrhundert erscheint (1178), befand sich ein Priorat, das von der Benediktinerabtei in Ligueux gegründet worden war. Weitere Spuren, wie etwa eine gallorömische Präsenz und ein Höhlenunterstand (Cluzeau), belegen das hohe Alter der Siedlung.
Der Name des Dorfes erschien jedoch erst im 13. Jahrhundert in der Schreibweise Menzac (1243), anschließend in der Variante Manzac im Jahr 1382, die in der Folge beibehalten wurde, Er steht für einen gallorömischen Personennamen, Minisius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Minisiacum, Landgut des Minisius). Er existierte in ähnlichen Formen wie dem Namen einer römischen Familie Minicius oder Minucius.
Der Namenszusatz sur-Vern, der den Bezug zum durchquerenden Fluss herstellt, wurde 1911 hinzugefügt. Sein Name erscheint erstmals in den Schriften im 13. Jahrhundert als Vernium (1272), in der Folge in den Schreibweisen Vernh (1409) und Verg (1526). Er steht für das okzitanische vern, hervorgegangen aus dem gallischen °verna (deutsch Erle). Das Wort, das in Ortsnamen im Okzitanischen weit verbreitet ist, stammt aus dem lateinischen alnus und hat Eingang auch in Bereich der Langues d’oïl gefunden, oft in der Form Aulnay oder Aulnoy.[6]
Im 14. Jahrhundert unterstand das Dorf mit neun weiteren Pfarrgemeinden der Kastellanei Grignols.[7]
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Manzac-sur-Vern: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 1.006 | |||
| 1800 | 746 | |||
| 1806 | 830 | |||
| 1821 | 914 | |||
| 1831 | 981 | |||
| 1836 | 998 | |||
| 1841 | 981 | |||
| 1846 | 1.032 | |||
| 1851 | 942 | |||
| 1856 | 1.042 | |||
| 1861 | 1.038 | |||
| 1866 | 1.025 | |||
| 1872 | 952 | |||
| 1876 | 883 | |||
| 1881 | 898 | |||
| 1886 | 976 | |||
| 1891 | 950 | |||
| 1896 | 852 | |||
| 1901 | 840 | |||
| 1906 | 849 | |||
| 1911 | 713 | |||
| 1921 | 625 | |||
| 1926 | 619 | |||
| 1931 | 587 | |||
| 1936 | 539 | |||
| 1946 | 551 | |||
| 1954 | 485 | |||
| 1962 | 437 | |||
| 1968 | 401 | |||
| 1975 | 420 | |||
| 1982 | 417 | |||
| 1990 | 488 | |||
| 1999 | 505 | |||
| 2006 | 509 | |||
| 2013 | 586 | |||
| 2020 | 554 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kirche Saint-Pierre-ès-Liens aus dem 15. Jahrhundert mit Eingangsportal aus dem 12. Jahrhundert
- Pfarrhaus
- Schloss Leyzarnie, Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet, seit 2008 als Monument historique eingeschrieben
- Turm des früheren Schlosses Le Châtenet
- Chartreuse La Couture
- Chartreuse La Faye
- Herrenhaus Dives aus dem 17. Jahrhundert
- Kirche Saint-Pierre-ès-Liens
- Schloss Leyzarnie
- Chartreuse La Couture
- Herrenhaus Dives
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde verfügt über die öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire) „Joséphine Baker“ mit 44 Schülerinnen und Schülern in zwei Klassen (2025).[10]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erwerbstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2022 waren 252 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Manzac-sur-Vern erwerbstätig, entsprechend 83,4 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (86,4 %) höher war als bei den Frauen (80,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 24 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (41). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 15,2 % (2016) auf 9,3 % (2022). Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen sank in diesem Zeitraum von 29,5 % auf 14,3 %.[11]
Branchen und Betriebe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]51 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Manzac-sur-Vern wirtschaftlich aktiv:[11]
| Branche | Anzahl | % |
|---|---|---|
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 1 | 2,0 % |
| Baugewerbe | 9 | 17,6 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 14 | 27,5 % |
| Information und Kommunikation | 2 | 3,9 % |
| Finanzen und Versicherungen | 2 | 3,9 % |
| Immobilien | 2 | 3,9 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 8 | 15,7 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 7 | 13,7 % |
| Andere Dienstleistungen | 6 | 11,8 % |
| Gesamt | 51 |
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Manzac-sur-Vern liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.[12]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 38 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 28 im Jahr 2000, auf 16 im Jahr 2010 und auf 11 im Jahr 2020, ein Rückgang von 71,1 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 986 Hektar im Jahre 1988 auf 585 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 25,9 Hektar auf 53,2 Hektar.[14][15][16]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Manzac-sur-Vern liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Hauptverkehrsader der Gemeinde ist die Departementsstraße D 43/D 44, die die Gemeinde mit Grignols im Westen und mit Grun-Bordas im Südosten verbindet. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 30. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 30. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Klima Manzac-sur-Vern. Climate-Data.org, abgerufen am 30. Juni 2026.
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 30. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 30. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2, S. 209, 422 (französisch).
- ↑ Vicomte de Gourgues: Gourgues-Dictionnaire topographique de la France. guyenne.fr, 23. Januar 2012, abgerufen am 30. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Notice Communale Manzac-sur-Vern. EHESS, abgerufen am 30. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 30. Juni 2026
- ↑ École primaire Joséphine Baker. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 30. Juni 2026 (französisch).
- 1 2 Dossier complet - Commune Manzac-sur-Vern (24251). INSEE, abgerufen am 30. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 30. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 30. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Manzac-sur-Vern. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 30. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 30. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 30. Juni 2026 (französisch).
