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Moon 44

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Film
Titel Moon 44
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1990
Länge 99 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Roland Emmerich
Drehbuch Oliver Eberle, Dean Heyde
Produktion Roland Emmerich, Dean Heyde
Musik Joel Goldsmith
Kamera Karl Walter Lindenlaub
Schnitt Tomy Wigand
Besetzung und Synchronisation

Moon 44 ist ein Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1990, der von Roland Emmerich inszeniert und produziert wurde. Der Film handelt von einem Megakonzern, der die Rohstoffförderung im All kontrolliert und von der Konkurrenz angegriffen wird, weshalb er hochbegabte Jugendliche mit Sträflingen zusammen bringt, wobei die Sträflinge als Kampfpiloten dienen und die Jugendlichen deren Hubschrauber steuern.

Im Jahr 2038 sind die Rohstoffvorkommen der Erde erschöpft und die Menschheit sucht daher im All nach Rohstoffen. Fündig wurde man auf größtenteils unbewohnbaren Monden außerhalb des Sonnensystems, auf denen Erz von automatischen Förderrobotern abgebaut wird, die auch als Personentransporter dienen. Der Abtransport erfolgt ebenfalls automatisch. Sobald die Speicher voll sind, startet der Förderroboter seinen Rückflug zur Erde. Allen voran betreibt die Galactic Mining Corporation den Abbau auf den Monden. Deren größter Konkurrent Pyrite schreckt nicht davor zurück, mit Gewalt an Rohstoffe bzw. Förderanlagen zu kommen. Nachdem die Monde 51, 47 und 46 kürzlich von Pyrite angegriffen und die Crew der Galactic Mining Corporation dabei getötet wurde, lässt sich ein Angriffsmuster von Pyrite erkennen, demzufolge sich der nächste Angriff auf Mond 44 ereignen wird. Da Förderroboter auf dem Rückweg von Mond 44 verschwunden sind, wird ein Agent der Inneren Sicherheit – Felix Stone – darauf angesetzt, ihren Verbleib zu klären. Als Gegenleistung bietet man ihm an, ihn von seinem Vertrag bei der von ihm ungeliebten Inneren Sicherheit zu befreien.

Aufgrund der extremen Bedingungen auf den Rohstoffmonden und der damit einhergehenden Todesfälle werden neue Piloten gesucht, die den letzten verbleibenden Rohstoffmond 44 gegenüber Pyrite verteidigen sollen. Aus Mangel an Freiwilligen werden verurteilte Sträflinge – ehemalige Piloten – dazu verpflichtet, die dafür einen Straferlass erhalten. Somit wird Stone undercover mit einem Trupp Häftlinge in die Anlage von Moon 44 eingeschleust, der diensthabende Stationskommandant Major Lee wird jedoch davon informiert. Aufgrund der extremen Wettersituation und der engen Felsschluchten werden die Kampfhubschrauber stets von einem zweiten Besatzungsmitglied von der Basis aus gelenkt werden. Dafür setzt Galactic Mining hochbegabte, junge Kadetten als Navigatoren ein. Diese verfügen über die erforderlichen Fähigkeiten, sind jedoch den gewalttätigen Sträflingen ausgesetzt. Stone lernt seinen Kontaktmann kennen, den jungen Navigator Tyler, der zuvor Galactic Mining über das Verschwinden der Förderroboter informiert hatte. Parallel zu Stones Ermittlungen eskaliert der Konflikt zwischen den zwangsrekrutierten Strafgefangenen und den jungen Navigatoren. Marc, ein Freund Tylers, wird unter der Dusche von Scooter Bailey vergewaltigt. Beim nächsten Trainingsflug ist Marc Scooters Navigator. Aus Rache dirigiert er dessen Hubschrauber mit immer höherer Geschwindigkeit durch die engen Schluchten. Scooter verliert die Kontrolle und kommt beim Absturz ums Leben. Marc wird in Arrest genommen und erhängt sich kurz darauf in seiner Zelle. Tyler findet ihn, kann ihn aber nicht mehr retten.

Tyler vermutet, dass die Förderroboter gestohlen wurden, indem die Zieldestination der Flugcomputer geändert wurde; die Roboter fliegen somit nicht zurück zur Erde, sondern zu einem anderen Ort. Es stellt sich bald heraus, dass die leitenden Köpfe der Station – Major Lee und Master Sergeant Sykes – in das Verschwinden der Förderroboter verwickelt sind. Nachdem Stone den beiden Verschwörern langsam auf die Spur kommt, versucht Lee, Stone bei einem „Unfall“ aus dem Weg zu räumen. Bei einem simulierten Duell zwischen Stone und seinem Widersacher Jake O’Neal rüstet Sykes O’Neals Helikopter mit scharfer Munition aus; Stone entkommt dem Anschlag aber knapp. Einige Zeit später ertappt Stone Sergeant Sykes auf frischer Tat dabei, wie er den Flugcomputer eines Förderroboters kurz vor dessen Start umprogrammiert. Sykes attackiert Stone mit einer Feueraxt, wird aber von Major Lee erschossen. Lee gibt sich überrascht und beschuldigt den toten Sykes, allein für die verschwundenen Roboter verantwortlich zu sein, übergibt Stone jedoch aus „firmentechnischen Gründen“ nicht die einsteckbare Programmiereinheit, die Sykes benutzt hat. Nachdem Stone anscheinend den Fall gelöst hat, bereitet er sich auf die Rückreise zur Erde vor, wird jedoch vom vorausgesehenen Angriff von Pyrite auf Mond 44 überrascht. Major Lee sabotiert die Alarmsysteme, sodass die Crew nicht über den Angriff informiert wird. Ursprünglich sollten die Förderroboter im Falle eines Angriffs automatisch, auch ohne die Crew, den Rückflug zur Erde antreten. Lee, der in Wahrheit für Pyrite arbeitet, programmiert alle Förderroboter um, sodass sie nicht zur Erde zurückkehren, sondern zu einem geheimen Sammelpunkt, an dem alle verschwundenen Roboter für Pyrite geparkt sind. Nachdem Stone und Tyler Lee dabei beobachtet haben, dass er die Alarmsysteme sabotiert, reaktiviert Tyler den Alarm, während sich Stone der ersten Angriffswelle von Pyrite-Kampfdrohnen entgegenstellt; auf Dauer ist der Widerstand gegen die Übermacht von Pyrite jedoch aussichtslos. Stone findet einen letzten Förderroboter, der noch nicht umprogrammiert wurde, und informiert die restliche Crew über diese Fluchtmöglichkeit.

Da aber ein Pilot und ein Navigator zurückbleiben müssen, um die Flucht der anderen zu decken, stellen sich O’Neal und der junge Navigator Cookie dieser Aufgabe, wohlwissend, dass dies ihren Tod bedeutet. Währenddessen überrascht Stone und die Flugtrainerin Morgan Lee dabei, wie er den letzten Förderroboter umprogrammieren und alle Spuren des Diebstahls mit einer Bombe beseitigen will. Er steigt mit ihr als Geisel in einen Fahrstuhl. Stone kommt mit der über ein Zählwerk aktivierten Bombe dazu, greift die Programmiereinheit und lässt die Bombe zurück; Stone und Morgan flüchten, Lee wird im Fahrstuhl durch die Explosion getötet. Nach dem Start seines Helikopters und dem Einnehmen seiner Kampfposition fordert O’Neal Cookie auf sich zu retten. Da Cookie O’Neal inzwischen als Freund ansieht, lehnt er sein Angebot ab und so kommen beide bei der Verteidigung der flüchtenden Crew ums Leben. Die restliche Mannschaft kann mit dem letzten verbleibenden Förderroboter von Mond 44 entkommen. Nachdem Stone nach seiner Rückkehr zur Erde den Vorsitzenden von Galactic Mining über den Verrat von Lee informiert und die Firmenpolitik, dass die Förderroboter wichtiger sind als die Crew, angeprangert hat, verlässt er den Raum, um sich einen neuen Job zu suchen.

Ursprünglich sollte der Film Wings heißen, doch weil es bereits einen US-Stummfilm mit dem Namen Wings gab, ging man zu erwartendem Titelschutz-Ärger aus dem Weg.

Der mit geringem Budget realisierte Film war der letzte, der in Emmerichs schwäbischer Heimat entstanden ist.

Der Film wurde innerhalb eines knappen halben Jahres in einer ausgedienten Panzerfabrik in Renningen bei Leonberg abgedreht. Zur Seite standen Emmerich dabei Dean Heyde als Produktionsleiter und Karl Walter Lindenlaub als Kameramann, die beide bereits bei Hollywood Monster im Stab waren, sowie erstmals der Modellbauer und Tricktechniker Volker Engel, der später mehrere Auszeichnungen für seine Spezialeffekte in Independence Day erhielt.[2]

Joel Goldsmith, der Sohn von Jerry Goldsmith, komponierte für Moon 44 eine seiner ersten eigenen, größeren Filmmusiken. Der orchestrale Stil mit heroischen Fanfaren, düsteren Synthesizer-Effekten, Perkussionsattacken und repetitiven Rhythmusfiguren erinnert an den Stil seines Vaters. Eingespielt wurde die Musik vom Symphonie-Orchester Graunke (heute: Münchner Symphoniker).[3]

Moon 44 startete am 15. Februar 1990 in den deutschen Kinos.

Mit 180.000 Besuchern blieb Moon 44 unterhalb der mit Joey (1985) gesetzten 400.000er-Marke.[2]

Die überwiegend schlechten Kritiken zu Moon 44 waren Anlass für Emmerichs Schritt nach Hollywood.[4]

Mit Tricktechniker Volker Engels und Kameramann Karl Walter Lindenlaub landete Emmerich sechs Jahre später seinen Hollywood-Welterfolg Independence Day.[5]

Besetzung und Synchronisation

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Die deutschsprachige Synchronisation wurde von der FFS Film- & Fernseh-Synchron GmbH in München ausgeführt.[6]

Rolle Darsteller Synchron­sprecher
Felix Stone Michael Paré Ekkehardt Belle
Terry Morgan Lisa Eichhorn Helga Trümper
Tyler Dean Devlin Stephan Schwartz
Jake O’Neal Brian Thompson Holger Schwiers
Major Lee Malcolm McDowell Hartmut Reck
Cookie Stephen Geoffreys Philipp Brammer
Master Sergeant Sykes Leon Rippy Jochen Striebeck
Scooter Bailey Jochen Nickel Florian Halm
Marc Mehmet Yilmaz
Chairman Hall Roscoe Lee Browne Thomas Rau

Der Film erhielt mittelmäßige bis schlechte Kritiken.

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 17 %[7]
Metacritic (Metascore) 39/100[8]
Cinema SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[9]
Empire SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[10]
Filmdienst SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[11]

Der Filmdienst kritisiert: "An amerikanischen Vorbildern orientierter Science-Fiction-Film, der Tricks und Spezialeffekte sinn- und witzlos aneinanderreiht, bei der Figurenzeichnung versagt und zu keiner glaubwürdigen Story findet."[12]

Cinema nennt den Film eine "kleine Fingerübung für spätere Kinohits". Zwar zählten facettenreiche Charakterzeichnungen, dramaturgischer Einfallsreichtum und Spannungsbögen auch diesmal nicht zu Emmerichs Stärken, doch dafür überzeugten Engels Spezialeffekte und Lindenlaubs Kameraführung.[5]

Prisma nennt den Film aufwendig inszeniert, doch teilweise ermüdend.[13]

Die Videowoche schrieb: "Schlicht gestrickte Sci-Fi-Action vom ‚deutschen Spielberg‘ Roland Emmerich [...], der sich einmal mehr als geschickter Bastler und fleißiger Plünderer großer Genre-Vorbilder erweist. Mit geringem Budget und viel Phantasie wurde im heimischen Sindelfingen futuristisches Weltraum-Ambiente in Schaumpolystyrol gegossen."

Das Empire Magazine urteilte später: „Die Handlung entfaltet sich nur schwerfällig und in unübersichtlichen Häppchen, und trotz einiger für die damalige Zeit ordentlicher Spezialeffekte ist der Film insgesamt ziemlich langweilig.“[14]

Einzelnachweise

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  1. Freigabebescheinigung für Moon 44. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 63148/V; abgerufen am 17. April 2026).
  2. 1 2 Heinz Heinemann (Text), Wilhelm Mierendorf (Fotos): „Filmszenen im Heckengäu: Der heiße Kampf auf einem fremden Stern“, Stuttgarter Zeitung, 18. Februar 1989.
  3. Phil Blumenthal: Moon 44. In: filmmusicjournal.ch - Die Filmmusikseite. 1998, abgerufen am 28. Juli 2026.
  4. Rolf Giesen: „Der Herr der Dinge. Spezielle Effekte: Volker Engel zeigt, wie man Kino-Welten schafft, ohne zig Millionen zu verpulvern“, Die Welt, 18. Dezember 2002 (Onlineversion. Abgerufen am 27. September 2013)
  5. 1 2 Moon 44 (1990). In: Cinema. Abgerufen am 28. Juli 2026.
  6. Moon 44. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 29. Juli 2026.
  7. Moon 44. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 27. Oktober 2025 (englisch, aggregiert aus 6 Kritiken).
  8. Moon 44. In: Metacritic. Abgerufen am 11. November 2024 (englisch, aggregiert aus 4 Kritiken).
  9. Moon 44. In: Cinema. Abgerufen am 28. Juli 2026.
  10. Kim Newman: Moon 44 Review. In: Empire Magazine. Abgerufen am 28. Juli 2026 (englisch).
  11. Moon 44. In: Filmdienst. Abgerufen am 28. Juli 2026.
  12. Moon 44. In: Filmdienst. Abgerufen am 28. Juli 2026.
  13. Moon 44 - Trailer, Kritik, Bilder und Infos zum Film. In: Prisma. Abgerufen am 28. Juli 2026.
  14. Kim Newman: Moon 44. In: Empire Magazine. 1. Januar 2000, abgerufen am 28. Juli 2026 (englisch): „The plot unravels in unwieldy dollops, and, despite some adequate special effects (for the time), the whole thing is really a bit of a bore.“