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PZL MD-12

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PZL MD-12

Zweiter Prototyp der MD-12
TypVerkehrsflugzeug
Entwurfsland

Polen 1944 Polen

Hersteller WSK-Okęcie
Erstflug 21. Juli 1959
Produktionszeit

1959–1962

Stückzahl 3

Die PZL-MD 12 war ein polnisches Verkehrsflugzeug für Kurzstrecken.

Die MD-12 wurde ab 1954 von Franciszek Misztal und Leszek Dulęba als Nachfolger der Lisunow Li-2 für die Inlandskurzstrecken der LOT entwickelt.[1] Sie sollte als reine Passagier- oder Frachtmaschine sowie in einer gemischten Version eingesetzt werden. Das Flugzeug sollte ursprünglich mit zwei sowjetischen ASch-21-Motoren ausgerüstet werden. Da deren Produktion eingestellt wurde, entschied man sich für von Wiktor Narkiewicz[2] entwickelte polnische WN-3-Motoren. Weil diese leistungsschwächer waren, wurde die Konstruktion auf eine viermotorige Maschine umgestellt.

Der erste Prototyp mit dem Kennzeichen SP-PAL flog erstmals am 21. Juli 1959, der zweite Prototyp mit einer komplett ausgerüsteten Passagierkabine und dem Kennzeichen SP-PBD am 7. Januar 1961. Eine weitere Zelle wurde für statische Tests gebaut. Die staatlichen Zulassungsprüfungen erfolgten 1961. Der zweite Prototyp wurde von August bis September 1961 auf der Strecke Warschau–Rzeszów getestet und beförderte über 1700 Passagiere.

Die Tests verliefen erfolgreich, dennoch kam es nicht zu einer Serienproduktion, da man der Meinung war, dass die Produktion eines Flugzeuges speziell für den polnischen Inlandsverkehr wegen der geringen Stückzahl unwirtschaftlich sein würde. Stattdessen wurden ältere Maschinen eingesetzt, die auf den internationalen Linien durch modernere verdrängt worden waren.

Außerdem wurde eine als MD-12F bezeichnete Version als Fotoflugzeug entwickelt. Sie war mit u. a. mehreren Kameras und einer Dunkelkammer ausgestattet. Diese Version erhielt eine verglaste Bugspitze, in der auch der Navigator saß. Die Maschine mit dem Kennzeichen SP-PBL flog erstmals am 21. Juli 1962. Auch die Erprobung dieser Version verlief erfolgreich und die Sowjetunion, Rumänien, Ungarn und Pakistan zeigten Interesse am Kauf der Maschine.

MD-12F im Polnischen Luftfahrtmuseum

Am 17. September 1963 stürzte der erste Prototyp wegen eines Flattern des Leitwerkes ab, wobei die fünfköpfige Besatzung ums Leben kam. Daraufhin wurde das Projekt beendet.

Die MD-12F kann im Polnischen Luftfahrtmuseum in Krakau besichtigt werden.

Die PZL MD-12 war ein freitragender Ganzmetall-Tiefdecker. Die Tragflächen hatten eine leichte V-Stellung, die Tragflächenhinterkante war leicht negativ gepfeilt. Der Rumpf war in Halbschalenbauweise ausgeführt. Die Maschine verfügte über Spaltquerruder und Auftriebsklappen. Tragflächen und Leitwerk wurden thermisch enteist. Das jeweils mit Zwillingsreifen ausgestattete Bugradfahrwerk wurde hydraulisch eingezogen. Die luftgekühlten Siebenzylinder-Sternmotoren trieben Zweiblattluftschrauben an.

Technische Daten

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Dreiseitenansicht
Kenngröße PZL MD-12[3][4]
Besatzung2
Passagiere20
Länge15,80 m
Spannweite21,30 m
Höhe5,80 m
Flügelfläche55 m²
Flügelstreckung8,2
Flächenbelastung135 kg/m²
Leistungsbelastung5,45 kg/PS
Rüstmasse4950 kg
Zuladung2550 kg
Nutzlast1750 kg[5]
Startmasse7500 kg
Antriebvier 7-Zylinder-Sternmotoren Narkiewicz WN-3
Leistung4 × 340 PS (250 kW)
Leistungsbelastung5,45 kg/PS
Höchstgeschwindigkeit305 km/h
max. Reisegeschwindigkeit280 km/h
Steiggeschwindigkeit5,0 m/s
2,0 m/s mit drei Triebwerken
Dienstgipfelhöhe5200 m
Reiseflughöhe2000 m
max. Reichweite700 km
Startrollstrecke450 m
Startstrecke über 15 m650 m
  • John W. R. Taylor (Hrsg.): Jane’s All The World’s Aircraft – 1965–66, Sampson Low, Marston & Company Ltd., London, 1965, S. 112 f.
Commons: PZL MD-12 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Manfred Meyer: PZL MD-12/MD-12F (VR Polen). In: Fliegerrevue. Nr. 8. PPV Medien, 2013, ISSN 0941-889X, S. 61.
  2. ↑ J. Wojciechowski: Neue polnische Sportflugzeuge und Hubschrauber. In: Flügel der Heimat Nr. 11/1956, Verlag Sport und Technik, Berlin, S. 7.
  3. ↑ Heinz A. Schmidt: Flugzeuge aus alles Welt. Band 1. Transpress Verlag für das Verkehrswesen, 1970, S. 130.
  4. ↑ A. F. Schmidt (Hrsg.): Flieger-Jahrbuch 1962. Transpress, Berlin 1961, S. 109.
  5. ↑ VVB Flugzeugbau (Hrsg.): Weltluftfahrt: Flugzeuge. In: Deutsche Flugtechnik Nr. 1/1960, 4. Jahrgang. Verlag Technik, S. 26.