Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache

gründlich

Lesezeichen zitieren/teilen ausklappen
GrammatikAdjektiv
Aussprache 
Worttrennung gründ | lich
Wortzerlegung Grund -lich
Wortbildung  mit ›gründlich‹ als Erstglied: Gründlichkeit

Bedeutung

eWDG
eWDG
tief eindringend, bis zum Grund gehend
Beispiele:
eine gründliche Analyse, Erörterung, Planung, Schilderung, Überarbeitung
die Vorbereitungen waren gründlich
etw. gründlich analysieren, kennen lernen, verändern
gründlich ans Werk gehen, nachdenken
sich etw. gründlich überlegen
sich gründlich umtun
umgangssprachlichsich gründlich (= sehr) langweilen, täuschen
umgangssprachlichmit Vorurteilen gründlich aufräumen
saloppmit dem Kerl rechne ich noch gründlich ab!
saloppes jmdm. gründlich besorgen (= es jmdm. heimzahlen)
saloppjmdm. gründlich auf den Zahn fühlen (= jmdn. intensiv prüfen)
saloppsich [Dativ] jmdn. gründlich kaufen (= jmdm. heftige Vorhaltungen machen)

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Grund · gründen · Gründer · Gründerjahre · Gründerzeit · begründen · Begründer · ergründen · 1gründeln · grundieren · gründlich · Gründlichkeit · Grundbesitz · Grundbesitzer · Grundlage · grundlos · Grundriß · Grundsatz · grundsätzlich · Grundstück · Grundel · Gründel · Gründling · Grundfisch · 2gründeln
Grund m. ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’, ahd. grunt (8. Jh.), mhd. mnd. grunt, asächs. grund, nl. grond, aengl. grund, engl. ground, anord. grunnr m. ‘Grund, Boden’, grund f. ‘Feld, Erde’, schwed. dän. grund, got. *grundus (in grunduwaddjus ‘Grundmauer’). Unter Annahme einer (nicht belegbaren) ursprünglichen Bedeutung ‘körniger Boden, Sandboden’ kann für germ. *grundu- über ‘Zerriebenes’ ein Anschluß an ie. *ghren-, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’, hergestellt werden. Dabei ergibt sich über die dentale Erweiterung ie. *ghrendh- Verwandtschaft mit Grind (s. d.). – gründen Vb. ‘die Grundlage schaffen, den Grundstein legen, ins Leben rufen, auf etw. basieren, aufbauen’, ahd. grunten ‘ergründen, erforschen’ (um 1000), mhd. gründen; Gründer m. ‘Erbauer, Urheber, Begründer’ (17. Jh.); Gründerjahre (Plur.) und Gründerzeit f. ‘Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland nach 1871’ (19. Jh.). begründen Vb. ‘Gründe angeben, den Grund legen, neu schaffen’, mhd. begründen; Begründer m. (Anfang 19. Jh.). ergründen Vb. ‘einer Sache auf den Grund gehen, sie erforschen’, ahd. irgrunten (um 1000), mhd. ergründen. Nur vereinzelt 1gründeln Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). grundieren Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). ‘die Grundfarbe, den ersten Anstrich auftragen’ (2. Hälfte 18. Jh.), in formaler Anlehnung an ältere maltechnische Begriffe wie schattieren, lackieren, schraffieren (s. d.). gründlich Adj. ‘allem auf den Grund gehend, sorgfältig, gewissenhaft, genau’, ahd. gruntlīhho Adv. (9. Jh.), mhd. grüntlich, gruntlich; Gründlichkeit f. ‘Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit’, allgemein seit Anfang des 18. Jhs., vereinzelt bereits im Sinne von ‘Seelen-, Herzenstiefe’ in der deutschen Mystik (14. Jh.). Grundbesitz m., Grundbesitzer m. (beide 18. Jh.). Grundlage f. ‘Unterlage, Basis, Fundament’ (Ende 16. Jh.). grundlos Adj. ‘ohne Grund und Boden, sehr tief, ohne Ursache, unbegründet’, mhd. gruntlōs, grundelōs; vgl. ahd. gruntlōsī ‘bodenlose Tiefe, Abgrund’ (8. Jh.). Grundriß m. ‘senkrechte Projektion eines Körpers auf eine waagerechte Ebene, maßstabgerechter Übersichtsplan’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter (vereinzelt) ‘Grundlage’ (16. Jh.). Grundsatz m. ‘feste Regel, Richtlinie des Denkens und Handelns’ (17. Jh.); grundsätzlich Adj. (16. Jh.; allgemein verbreitet erst um 1800). Grundstück n. ‘abgegrenztes, als jmds. Besitz ausgewiesenes Stück Land’ (16. Jh.). Grundel, Gründel m. f., Name einiger auf dem Grund eines Gewässers lebender Fische, ahd. gruntila, grundila (Hs. 12. Jh.), mhd. grundel, mnd. grundel(e), mnl. grondel(e), nl. grondel, aengl. gryndle. Auch Gründling m., mnd. grundelingk, frühnhd. grundeling (15. Jh.) und Grundfisch m., spätmhd. gruntvisch. 2gründeln Vb. (von Wasservögeln) mit Kopf und Hals zur Nahrungssuche unter Wasser (gleichsam auf den Grund) tauchen (19. Jh.).

zum Abkürzungsverzeichnis …

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

ausführlich · detailgenau · detailliert · differenziert · eingehend · erschöpfend · gründlich · haarklein · im Detail · in allen Details · in allen Einzelheiten · in aller Ausführlichkeit · in der Breite · in seiner ganzen Breite · ins Einzelne gehend  ●  en détail franz.
Assoziationen

entschieden · gründlich · radikal · rigoros
Assoziationen
Antonyme

gehörig · gründlich · von vorne bis hinten  ●  nach allen Regeln der Kunst fig. · (aber) so was von ugs., salopp, Spruch · ... (und / aber) frag nicht nach Sonnenschein! ugs., Spruch · ganz schön ugs. · nach Strich und Faden ugs. · schön ugs., ironisierend · weidlich geh., veraltend · wo man dabeisteht ugs.
Assoziationen

genau · gründlich · in allen Einzelheiten · reiflich · sorgfältig

Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›gründlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gründlich‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›gründlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn Kommunisten waren sie allemal, und wenn schon gesiegt wird, dann gründlich. [Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 – 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 427]
Was auch gründlich verwirklicht wurde, aber in einem anderen als dem ursprünglichen Sinn. [Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR – ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 242]
Doch braucht der gründliche Leser von Marx darum nicht zu resignieren. [Dahrendorf, Ralf: Soziale Klassen und Klassenkonflikt in der industriellen Gesellschaft, Stuttgart: Enke 1957, S. 381]
Gerade weil er sich kein neues Selbst fabrizierte, gelang es ihm so gründlich, sein »englisches Selbst« loszuwerden. [Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 322]
Wer hierzulande seinen Job verliert, ist gründlicher draußen als anderswo. [Die Zeit, 13.01.2000]
Zitationshilfe
„gründlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gr%C3%BCndlich>.

Weitere Informationen …

Diesen Artikel teilen:

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
grundlegend
Grundlegung
Grundlehre
Grundlehrgang
Grundleistung
Gründlichkeit
Gründling
Grundlinie
Grundlinienduell
Grundlinienschlag

Worthäufigkeit

selten häufig

Geografische Verteilung

Bitte beachten Sie, dass diese Karten nicht redaktionell, sondern automatisch erstellt sind.

Verteilung über Areale

Bitte beachten Sie, dass diese Karten nicht redaktionell, sondern automatisch erstellt sind.

Verlaufskurve

Verlaufskurve 1600−1999
Verlaufskurve ab 1946

Bitte beachten Sie, dass diese Verlaufskurven nicht redaktionell, sondern automatisch erstellt sind und Fehler enthalten können. Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf dieser Seite. Klicken Sie auf die Verlaufskurve, um in der vergrößerten Ansicht mehr Details zu sehen.

Weitere Wörterbücher

Belege in Korpora

Loggen Sie sich im DWDS ein und recherchieren Sie Textbelege in unseren Korpora.