Gruselfreude 👻

„Morgen ist Halloween,“ sagt der Nebel, der schon heute Geistsein spielt. „Diesen Quatsch machen wir nicht mit“, sagen die Frommen und Moralliebenden. Kinder freuen sich und viele Eltern machen fröhlich mit. Ist doch schön, mal anders zu sein. „Gruseln macht Spaß“, denkt auch Frau Holle und guckt sich passende klassische Filme an. Heute Abend gibt es: https://www.arte.tv/de/videos/017594-000-A/the-rocky-horror-picture-show/ . War die überhaupt schon einmal im Fernsehen zu sehen? Frau Holle hat mit diesem herrlichen Spaß und der tollen Musik in ihrer Jugend viel erlebt. Mit ihrer Clique war sie viele Male unterwegs, um den Film im Abaton https://de.wikipedia.org/wiki/Abaton_(Kino) zu feiern. Verkleidet in der U-Bahn vorher anzufangen und später weiterzumachen und dann bei irgendwem so richtig loszulegen. Ach, wie gerne würde sie das heute auch so tun. Laut sein, springlebendig, sexy und jung. Leider hat sie es verpasst, sich Leute einzuladen. Und würde sie überhaupt jemanden finden, der den Film noch feiern will? „Ne“, denkt sie. „Das mögen meine Leute nicht.“ So bleibt sie allein mit ihren Erdnüssen, die sie sich ausnahmsweise gönnt. Reis wird sie nicht auf den Fernseher werfen, darin sieht sie keinen Sinn. Aber tanzen wird sie vielleicht, so gut es eben geht.

Jetzt muss sie aber erst einmal einkaufen, denn die Nascherei, die für die Kinder morgen gedacht war, hat sie schon zur Hälfte selbst genascht. Frau Holle konnte sich nicht bremsen. Sie fährt also los und der Parkplatz ist rappelvoll. So parkt sie woanders und kauft nur das Nötigste. So wird sie also daran erinnert, dass morgen Feiertag ist. Das vergisst sie jedes Jahr! Die Leute haben es wohl auch verdrängt, denn alle müssen schnell die Einkaufswagen bis zum Rand füllen. „Ist ja fast wie Weihnachten“, sinniert die Frau und freut sich, sich heute so gut zu fühlen und dass sie auch die Warterei an der Kasse locker hinter sich bringt.

Es passiert wenig und dafür ist es ganz schön viel gerade

Es ergab sich gestern, dass ich mich fit genug fühlte für die Philosophie. Also beschloss ich, mich nach langer Zeit wieder im Gesprächskreis blicken zu lassen. Es ist empfehlenswert, ab und zu aus den Tellertiefen zum Rand zu klettern, um zu sehen, was bei anderen los ist. Frohgemut stieg ich ins Auto und fuhr einen klitzekleinen Umweg. Leider hat es sich noch nicht bis zu mir herumgesprochen, dass eine Hauptstraße bis 16.00 Uhr mit Tempo 30 belegt ist. Ich bemerkte auch kein Schild, als ich auf diese einbog. Da ich aus einer 30er-Zone kam, nahm ich ordentlich Schwung, um den Verkehr mit meinem geringen Tempo nicht zu behindern…….Und wurde prompt geblitzt. Das wird teuer! Oder vielleicht sogar richtig teuer. Mal sehen. Trotzdem war die Zeit mit den anderen Hobbyphilosophinnen schön anregend und wir alle haben uns so über das Wiedersehen gefreut. Auch wenn der Spaß durch meine Unachtsamkeit teuer erkauft wurde. Also für mich. Die anderen sind schon vor Monaten auf eben dieser Straße zu schnell gefahren und erwischt worden.

Am 16. November werde ich im Krankenhaus aufgenommen und am 17. operiert. Ich gehe davon aus, dass ich am 18. wieder zu Hause bin. Nun habe ich noch genügend Zeit, mich vorzubereiten und alles zu erledigen, was zu erledigen ist. Ich werde mir einen neuen Schlafanzug gönnen, denn das ist sowieso überfällig. Es ist doch etwas anderes, sich vorbereiten zu können, als nur mal eben schwimmen zu gehen und für zwei Wochen ohne alles im Krankenhaus zu landen.

Es fällt mir so schwer, im Haus aktiv zu sein, wenn es draußen dunkel ist. Man könnte ja backen, basteln, malen, putzen, lesen, telefonieren oder lange Briefe schreiben. Wo kommt das letztere denn so plötzlich her? Briefe schreibe ich schon jahrzehntelang nicht mehr. Wieso sollte ich das jetzt tun? Es ist eine schöne Idee, oder? Soll ich meinen Söhnen Briefe schreiben? Einfach nur mal so? Ich denke, sie würden sich erst einmal tüchtig erschrecken. Oder würden sie nur überrascht sein und sich freuen? Wer weiß? Allerdings kann ich mit meinen krummen Fingern den Stift nicht mehr richtig halten und meine Schrift ist ganz schrecklich geworden. Man könnte ja auch mit dem PC Briefe schreiben, sagt mein innerer Antreiber. Der innere Schweinehund jault kurz auf und rollt sich zusammen. Ich lege mich zu ihm und beschließe, mich der Dunkelheit, die von einem Tag auf den anderen eine Stunde früher hereinbricht, zu ergeben und schon nachmittags in den gefühlten Feierabend zu gehen. Ich muss sehr dagegen ankämpfen, mit dem Fernsehen und Filme gucken nicht zu früh anzufangen. So ganz gelingt mir das nicht, denn mir fehlt gerade die innere Ruhe für andere Dinge. Und ich bin so müde.

Die Tulpenzwiebeln liegen in der Erde, Terrasse und Garten sind aufgeräumt und weitgehend für den Winter vorbereitet. Wenn die Sonne scheint, ist es auch noch warm genug, um draußen zu sitzen und das Gesicht in die Sonne zu halten. Ich sitze also da und überlege, welches Essen ich mir ins Krankenhaus mitnehmen will. Es sind ja nur drei Tage, aber drei Tage Krankenhausessen können schon ziemlich lang sein. Mein inneres Kind will Lakritz und meine Lebensfreude Schokolade. Sie sollen ihren Willen bekommen und die Vernunft besteht darauf, auch an gesundes Essen zu denken. Ja, ja, ja, du alte Spaßbremse, mir wird schon noch etwas einfallen!

Zeit schinden

Gestern beim Arzt kam ich nicht auf das Wort „Hörgeräte“. Hat das mit der langen Warterei vor dem Gespräch zu tun? Oder der Aufregungsängstlichkeit allgemein? Oder den vielen Tabletten? Oder dem Alter mit einsetzender Demenz? Ach, ich werde nicht weiter darüber nachdenken. Mein Hausarzt, der auch Fachmediziner für Inneres ist, ist nicht zufrieden mit dem Bericht aus dem Krankenhaus. Er möchte wissen, woher die Herzschwäche kommt. Er riet mir dazu, nach dem Einsetzen des Herzschrittmachers einen weiteren Kardiologen aufzusuchen. Ich überlege, was die Ursache sein könnte. Mir fiel meine extreme Kurzatmigkeit während der Coronazeit zum ersten Mal auf, daran erinnere ich mich noch. Ich war damals beim Hausarzt, einem anderen, und der meinte, das könnte mit dem Tragen der Masken zusammenhängen. Er hat nicht weiter nachgeforscht und ich habe nicht darauf bestanden. Na ja, ist egal.

Unterwegs stellte ich mein Auto auf einem Parkplatz in der Innenstadt ab. Ich hatte noch einiges zu erledigen. Ein Mann hielt mich für eine Politesse. Ich klärte ihn nicht auf, dass das Gerät, was er sah, zu meinem tragbaren Defi gehört. Ich hatte keine Lust dazu. Fand es aber später ziemlich lustig.

Heute sind die Tulpenzwiebeln dran. Eigentlich wollte ich schon längst im Beet sein. Aber ich prokrastiniere lieber mit diesem Beitrag, denn sitzen ist weniger anstrengend als Zwiebeln setzen. Prokrastinieren ist ein tolles Wort, welches ich nicht auswendig wusste. Das hat nichst mit Wortfindungsschwierigkeiten zu tun, denn ich nutze es im Alltag nicht. Ich mache es aber ziemlich häufig.

Grummel, grummel, grummel😖

Es ist doch erstaunlich, wie sehr eine Stunde Zeitverschiebung die Routinen durcheinander wirft. Egal, ob eine Stunde plötzlich verschwindet oder plötzlich wieder auftaucht. Gegen 17.00 Uhr wird es dunkel und mich überfällt eine unerwartete Vorweihnachtsstimmung, die nicht akzeptabel ist.

Ist doch Mist, diese Zeitumstellung, die gefühlt andauernd passiert. Je älter ich werde, umso mehr stört mich dieser Unsinn, der nur nicht abgestellt wird, weil man sich in der EU nicht einigen will.

So, die schlechte Laune musste jetzt mal raus. Nun ist es auch bald 18.00 Uhr und ich kann endlich mein Abendbrot essen!😉

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Die zwei Gärtner brauchten zweieinhalb Stunden, um einen Buchsbaum, eine kleine Buchsbaumhecke und zwei riesige Graspflanzen aus der Erde zu holen, einen Baum zu kürzen, Grüngut zu entsorgen, 44 neue Pflanzen zu pflanzen und Mulch zu verteilen. Zack, fertig. So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie die gearbeitet haben. Mir wurde sehr bewusst, wie langsam ich selbst geworden bin. Die beiden sagten, dass sie privat auch niemals so ein Tempo vorgelegt hätten. Sie stehen beruflich unter Zeitdruck und darum musste es bei mir so zügig vorangehen.

Ein Foto vom fertigen Vorgartenprojekt lohnt sich hier nicht. Es sieht einfach nicht so schön aus, wie in Wirklichkeit. Die Pflanzen sind noch zart und klein. Die Neuen müssen erst einmal wachsen und in zwei Jahren sehen sie so aus, wie sie aussehen sollen. Geduld ist gefragt. Meine Nachbarn und Nachbarinnen freuen sich alle und loben mich sehr. So schön ist das jetzt. „Das Gras war ja auch nichts“, sagt der Vermieter und vergisst wohl, dass er es selbst einst gepflanzt hatte. Auf jeden Fall werde ich noch ganz viele Tulpenzwiebeln setzen. Dann wird mein Vorgarten es im nächsten Frühjahr so richtig bunt treiben.

Der Bericht der Kardiologie liegt der Hausarztpraxis jetzt endlich vor. Montag habe ich einen Termin und dann geht es hoffentlich bald ins Krankenhaus zum Herzschrittmacher einsetzen. Meine Güte, bin ich froh, wenn auch das erledigt ist. Bis dahin bin ich in einem Ausnahmezustand und erlaube mir alles fast alles, was ich will. Ich darf sehr faul sein, viel lesen, viele Filme gucken, selten an die frische Luft gehen bei diesem Wetter, nicht auf das Rad steigen müssen, Mittagsschläfchen halten und meinen Morgenkaffee süßen, alles erlaubt zurzeit. Disziplin werde ich später noch genug brauchen. Ich arbeite daran, sie zu stärken, indem ich sie schone. Na ja, so ganz vergesse ich sie natürlich trotzdem nicht. Aber ich lasse die Zügel ein wenig lockerer als sonst, denn mein inneres Kind will zur Ruhe kommen. Es ist ziemlich aufgebracht und erschrocken.

Und damit gehe ich jetzt etwas angeschlagen, aber sehr zufrieden ins herbstliche Wochenende und erwarte den ersten Herbststurm gemütlich auf dem Sofa. Ich werde Euch im PC besuchen und nachsehen, wie es Euch so geht! Tschüss, bis dann!

Ein bisschen „Agneta“ für alle

Ja gut, dieser Film ist nahe am Kitsch gebaut. Ich mag das manchmal ganz gerne, wenn es gut gemacht ist und ich mich hineinträumen kann. Mir geht das Herz beim Anschauen immer wieder auf. Ich will Agneta sein, wenn auch eine wesentlich ältere. Und nicht in Frankreich, sondern eher im Wendland. Ist es nie zu spät? Genau, ein bisschen geht immer!

https://www.filmstarts.de/kritiken/1000040624.html

Luftverkehr

Ich döse auf der Terrasse so vor mich hin, atme tief ein und aus, genieße die Wärme und träume mich in schöne Landschaften. Ich öffne die Augen und erschrecke über die Spuren des Luftverkehrs über mir. Meine Güte, was ist da los?

Übrigens las ich in der Zeitung, dass der Feinstaub der Flugzeuge zum Problem wird. Die Leute reisen, als ob es kein Morgen gäbe. Und eine Freundin ist schon wieder auf Kreuzfahrt.

Herbst

Diese Angst vor dem Fahrradfahren neuerdings schränkt mein Wohlbefinden doch sehr ein. Ich fühle mich insbesondere beim Aufsteigen unsicher und ängstlich. Was ist das? Vorahnung, Erinnerung, allgemeines Unwohlbefinden? Bis ich meinen Herzschrittmacher in mir habe, werde ich mich nicht unnötig unter Druck setzen. Aber ich werde mich auch nicht ganz der Angst hingeben und ab und zu eben doch radeln, solange das Herbstwetter es zulässt. Ich wirke dann sehr entschlossen, kann mein inneres Fürchten aber damit so gar nicht beeindrucken. Es begleitet mich so lange, bis ich auf dem Sattel sitze und lostrete. Dann ist es schön draußen, aber nicht so genussvoll wie früher. „Es wird besser“, sage ich mir.

Froh bin ich, dass ich zumindest meine kleinen Rundwege zu Fuß und mit Gehhilfen noch schaffe. „Es wird besser“, sage ich mir und habe ein gutes Gefühl, sobald ich wieder zu Hause bin. Wieder eine Pflicht abgearbeitet! Und den goldenen Herbst nicht versäumt, denn er feiert auch in meiner Nachbarschaft sein „Da-bin-ich-Fest“. Mein Mitgefühl für alle, die nicht mehr mobil sind, ist sprunghaft gewachsen. Ich weiß jetzt, wie das ist und niemand wird glücklich darüber sein. Die meisten aber sind so tapfer.

Nun beginnt die dunkle Jahreszeit, die mich dazu einlädt, moderate Gruselfilme zu gucken, bevor es dann so ganz allmählich mit meinen Lieblingsweihnachtsfilmen losgeht. Das gehört in meine Jahresstruktur und momentan bin ich besonders froh, so manches Abenteuer und wohliges Fürchten, welches sich so viel besser anfühlt, als die reale Ängstlichkeit, sicher auf dem Sofa sitzend zu erleben. Ach ja, „Extrawurst“ guckte ich mir am Sonntag an und vorfreute mich sehr, denn ich versäumte den Film im Kino. Ach je, ich war doch ein wenig enttäuscht. Oder war meine Erwartung einfach zu groß?

Im Garten blüht es noch, besonders meine Margeriten auf der Terrasse geben ihr Bestes. Sie sind froh, dass es nicht mehr so warm ist. Ich setze mich zu ihnen und genieße die Sonne ganz ohne schlechte Gefühle. Nebenbei versucht die Wäsche im Garten zu trocknen. Ob sie das noch schafft, bevor die Sonne verschwindet? Wahrscheinlich nicht. Der Sommer hat sich verabschiedet und ist ein wenig unzufrieden, dass ich ihn in diesem Jahr nicht so sehr mochte. Der Herbst gibt sich Mühe mit mir. Das weiß ich zu schätzen.

Gemütlich durch das Herbstwetter

Weil ich nicht mit dem Auto fahren soll, mir das Radeln schwerfällt und das Knie beim Gehen weh tut, freue ich mich heute sehr über das Wetter. Es ist düster, grau und regnerisch. Also ist es drinnen besonders gemütlich und kuschelig. Ich muss und will nicht an die frische Luft. Vielleicht nachher, aber nicht jetzt. Ich werde mir Grünkohl kochen und mich dem „Nichtsogutfühlen“ hingeben. Sehr häufig entsteht aus dieser Laune heraus Kreatives, Ordentliches oder Nützliches. Mal sehen, was es heute wird. Und wenn es nur etwas Gelesenes am Ende ist, ist es auch gut.

Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben. Scheinbar schrumpelt er mit seinen Krankheiten und Befindlichkeiten manchmal auch ein. Mir geht es gerade so und ich freue mich, dass ich trotzdem ganz zufrieden damit bin. Es muss nicht so bleiben, es kann besser werden. Mit diesem Leitsatz verabschiede ich mich und wünsche Euch ein schönes, gemütliches und entspanntes Wochenende!