≈ Kommentare deaktiviert für Todesanzeige Feminismus (Kollektiv Feministischer Lookdown)
„Grabrede.
Der Feminismus ist tot. Er ist an oder mit Corona gestorben, unwürdig und unbemerkt. Als Untoter weilt er weiterhin unter uns. Wir möchten ihn von diesem Zustand erlösen. Er verdient ein würdiges Begräbnis. Wir verdienen das Trauern.
Er litt an diversen Vorerkrankungen. Er gehörte zu den vulnerablen Gruppen, den am meisten gefährdeten sozialen Bewegungen. Wie bei anderen vulnerablen Gruppen ist ihm der Schutz nicht gut bekommen. Er ist im viralen Safespace verkümmert, desinfiziert und seines Bisses beraubt an mangelnder Konspiration verstorben.
Die Lebensgeschichte des Feminismus ist seine Krankheitsgeschichte.
Eine Autoimmunerkrankung war die Grunderkrankung.
Ihre Fähigkeit zur Selbstkritik nahm eine Form an, die pathologisch ist. Sie hatten ein „Wir“ dekonstruiert, das nie existierte. Es kam nie wirklich zur Welt. Die Diskreditierung stand, vor ihrer Existenz.“
„Was kann man sagen zu dieser Politik? Kann man sagen, die, die sie ausüben sind ungebildet und wissen es nicht besser? Oder kann man sagen, sie hatten es vielleicht schwer in der Kindheit? Oder, sie können halt nichts Anderes? Oder, so ist halt der Mensch, machthungrig und profitgierig? Kann man das sagen? Wird ihr Verhalten dann weniger schlimm? Verständlicher? Kann man sie bemitleiden, weil sie scheinbar nichts anderes können? Weil sie von der Krankheit der Macht befallen sind und nichts Schönes schaffen können? Wie kann man sich verhalten? …“
„… Der gegenwärtige Zustand Deutschlands und Europas kann aus meiner Sicht in erster Linie mit fehlender Bildung, dem einfachen Nichtwissen der Entscheidungsträger und des resultierenden Verhaltens begründet werden. Oder glauben Sie, dass ein Scholz, Merz, Macron oder eine von der Leyen Nietzsche, Schopenhauer, die Discorsi von Machiavelli, Platons Staatstheorien oder gar Erich Fromm oder Hermann Broch gelesen haben? Nein, das haben sie wohl kaum …“
“ … Wer will denn, dass das Land auf einen durch die eigene schäbige, unterwürfige und dilettantische Diplomatie immer wahrscheinlicher werdenden Krieg zusteuert? Wer will, dass die Militarisierung, getrieben von korruptem, lumpenproletarischem Gesindel, bezahlt wird von denen, die im Verwertungsprozess des spekulativen Finanzkapitalismus den Boden unter den Füßen verloren haben? Und wer will, dass die kollektive Verblödung, eskortiert von Denkverboten und einer reaktionären Moral, zum Standard einer Gesellschaft wird, die mental mit den Zähnen aufs kalte Pflaster geschlagen ist?
Schätzungsweise 10 Prozent der Bevölkerung. Der Rest befindet sich noch im Stadium der Irritation. Die Frage, die sich stellt, ist nicht die, ob, sondern wann das Gewitter losbricht, das dem Spuk ein Ende setzt!“
Im Dezember war mein Opa 90 geworden. Im Januar drauf ging er zum Arzt. Das Essen fiel ihm schwer. Man fand einen Zwölffingerdarmkrebs. Der langsam aber sicher seine Verdauungsgänge verstopfte. „Sie werden verhungern!“ sagten die Ärzte. Wir müssen das operieren.
Opa willigte ein. Auch wenn die OP gefährlich war. Riskant. Wie die Ärzte sagten. Ihm war, als begänne seine letzte Reise. Er lud seine 5 Kinder ein. Ins Krankenhaus. Feierte mit ihnen Abendmahl. Verabschiedete sich. Segnete sie.
Gestärkt und ermutigt reiste er in die Operation. Die er überstand. Konnte wieder essen und trinken. Lebte noch bis in den Hochsommer hinein. Reiste dann doch ab. Von zuhause aus. Von seinem Bett. Einen Tag nach meinem 31. Geburtstag. Danke, Opa.
Opa war Pfarrer. Wie ich. Ob ich wohl eines Tages meine letzte Reise so ähnlich beginne?
Hufeisen und Tabakpfeife, Seelenbrett und Liebesbrief
Hufeisen
Besuch des Waldfriedhofs in Vechta. Ein evangelischer Friedhof. Ob da Spuren von Humor zu finden sind? Leider lautet die Antwort: eher nicht. Nee. Nein. In Erinnerung hatte ich einige Schausteller-Beerdigungen. Da hatte es außergewöhnliche Kränze … etwas in Herzform oder als Hufeisen gegeben. Über die sich die gewöhnlichen Gemeinde-Christen schon die Mäuler zerrissen. Für mich eher ein Zeichen für Vielfalt. Die Schausteller-Familie Trollmann hat sehr viele Gräber dort. Die meisten ihrer Grabsteine, ihrer Gräber wirken eher traditionell. Mit Engeln und so.
Doch einen Grabstein mit einem Hufeisen entdecke ich. Und einer Tabakpfeife. Irgendwie muss er durch die kirchliche Grabsteinkontrolle geschlüpft sein. Denn eigentlich sind ja … nur christliche Symbole erlaubt. Ob er wohl im Himmel raucht? Ob sie im Himmel ihr Glück gefunden haben?
„Wenn Liebe und Tränen Dich könnten erwecken dann würde die kühlende Erde Dich nicht bedecken.“
Ja, da ist er ja doch – der Humor! Zauberhaft auch dieser Grabstein der Schausteller-Familie mit den wunderbaren Vornamen:
„Putzi“ und „Häpchen“ – brachten mich immer schon zum Schmunzeln. Und alle waren sie als „Zigeuner“ im KZ gewesen. Überlebende. Mit Humor und Zärtlichkeit. Mit viel Liebe.
Und noch die „Rosa“ und ihr „Goldfisch“ … hach!
„In die Fremde mußtest Du geh’n Und zu Modebel wollen wir fleh’n, Dich wiederzuseh’n. Mama, das Leben rennt dahin – und mit düsterem Sinn zieh’n wir dahin voller Schmerz. Mama, Dir allein gehört unser Herz!“
Ich komme an ein Grab, das aus dem Rahmen fällt. So vieles ist zu sehen. So viel steht herum. So viel Liebe. Nur gut 37 Jahre alt wurde der Andreas.
Neben dem Grabstein ein farbenfrohes Seelenbrett.
Mühevoll gelingt die Entzifferung: Lieben … lieben … lieben „Sag morgens mir ein gutes Wort bevor du gehst von Hause fort. Es kann so viel am Tag gescheh’n, wer weiß, ob wir uns wiederseh’n. Sag‘ lieb ein Wort zur guten Nacht, wer weiß, ob man noch früh erwacht. Das Leben ist so schnell vorbei und dann ist es nicht einerlei, was du zuletzt zu mir gesagt, was du zuletzt mich hast gefragt. Drum lass ein GUTES Wort das letzte sein, bedenk: Das letzte könnt’s für IMMER sein!“
Geliebter: Mensch Bruder Sohn Ehemann Onkel
Dich Liebende
Liebesbrief Ein riesiger Grabstein. Der große Erregung auslöste. Proteste. Menschen verstörte. Mit Gräbern in der Nachbarschaft. Mit ganz normalen Grabsteinen.
Meine liebe Edith, meine Sonne. Unsere große Liebe ist das Band das alles zusammen hält und uns sterblich macht. Du bist mein Engel auf Erden bis in die Ewigkeit ein Teil von mir wie ich von Dir. Danke für Deine aufrichtige verständnisvolle Güte und Zärtlichkeit für jede Stunde, die uns Gott geschenkt hat. Bis zu unserem Wieder- sehen wird mich Dein herzliches Lachen immer begleiten. Merci Chery und dankeschön. Dein Horst.
Dieser riesige Liebesbrief, dieser überdimensionale Grabstein zauberte mir stets ein Lächeln ins Gesicht. So viel Liebe. Und Humor.
Die bezaubernde BARBARA lädt wie gewohnt zu ihrem herausforderndem Freitagsfüller mit hinreißenden Fragen.
Hier nun mein Füller:
1. Gestern abend war ich erst sehr müde und dann doch noch bis Mitternacht zugange.
2. Bisher ist dieses Jahr noch unspektakulär, aber es gibt schon angekündigte Sensationen und Höhepunkte.
3. Das lustigste fürs Erste in diesem Jahr steht kurz bevor – siehe letze Frage zu Samstag.
4. Hey, Angie, wo soll es denn jetzt hingehen?Vielleicht besser an den Ruhestand denken?
5. Ich sage „Erzähl mal“, und er sagt „Hab nix“.
6. Das Schlüsselbund hat sich in die Parallelwelt begeben, und wir müssen es irgendwie finden.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf auf meine heiße Badewanne und eine ausgiebige Ausruh- und Wohlfühlzeit, morgen habe ich geplant, Köfferchen zu packen, nach Bonn-Beuel zu fahren und den PINK PUNK PANTHEON zu besuchen und Sonntag möchte ich nach der Rückkehr einen gemütlichen Abend mit dem trationellen TATORT verbringen!
Geschichten mitten aus dem Leben; über Momente die uns prägen, Freude, Schmerz, Hoffnung und Schicksal dem wir täglich begegnen. Ein kleiner Blick ins Innere, ein Blick hinter die Tür.