Vor den Augen von Passagieren und Passagierinnen ist auf dem zweitgrößten Flughafen von Ecuador ein Drogenboss erschossen worden. Bei dem Getöteten auf dem Airport von Guayaquil handle es sich um Carlos Suastegui, den Anführer der Gang Las Aguilas, erklärte Innenminister John Reimberg gestern.
Online verbreitete Videos zeigten einen jungen Mann, der einen anderen Mann in den Armen hält und ruft: „Hilfe, Hilfe! Mein Vater!“, während in der Nähe ein weiterer Mensch auf dem Boden liegt. Die Polizei nahm nach Angaben des Innenministers zwei verdächtige Jugendliche fest, zwei Schusswaffen wurden beschlagnahmt. Der Flughafen wurde zeitweise geräumt.
Ausnahmezustand in mehreren Provinzen
Gegen Suastegui wurde wegen Mordes, illegalen Waffenbesitzes und Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Nur einen Tag vor dem tödlichen Angriff auf den Drogenboss hatte der ecuadorianische Präsident Daniel Noboa wegen eines starken Anstiegs der Gewalt den Ausnahmezustand in zehn der 24 Provinzen des Landes verhängt.
Erbitterte Kämpfe zwischen Drogenbanden haben Ecuador zum gewalttätigsten Land Südamerikas gemacht. Im vergangenen Jahr lag die Mordrate nach Angaben des Innenministeriums bei 51 pro 100.000 Einwohnern und Einwohnerinnen, das entspricht einem Mord pro Stunde.
Das Land liegt zwischen den beiden weltgrößten Kokainproduzenten Kolumbien und Peru und hat sich zu einem wichtigen Transitland für den Drogenschmuggel Richtung USA und Europa entwickelt.