Michal Sadilek brachte die Tschechen im Heimstadion der Atlanta Falcons aus der National Football League (NFL) bereits in der sechsten Minute in Führung. Österreichs Nachbarn waren in der Folge in einem schwachen Spiel auch die optisch bessere Mannschaft, konnten aber den südafrikanischen Abwehrriegel nicht mehr knacken. In der 83. Minute gelang Teboho Mokoena (83./Elfmeter) schließlich vom Elfmeterpunkt der Ausgleich.
Damit halten sowohl die Tschechische Republik als auch Südafrika nach zwei Spielen bei je einem Punkt. Beide Teams benötigen nun in ihrer letzten Partie einen Sieg, um in jedem Fall noch ein Wort um den Aufstieg mitreden zu können. Ein weiteres Remis wäre zu wenig. Tschechien gastiert zum Abschluss am 25. Juni (3.00 Uhr MESZ) bei Mitveranstalter Mexiko, Südafrika duelliert sich mit Südkorea.
Ordentliche Umbauten
Nach den Niederlagen in den ersten Partien – Tschechien hatte gegen Südkorea mit 1:2 verloren, Südafrika gegen Mexiko mit 0:2 – waren drei Punkte für beide Teams mehr oder weniger alternativlos. Nachdem die Auftaktpartie trotz Führung in die Hose gegangen war, baute Teamchef Miroslav Koubek mit fünf Neuen ordentlich um. Im Sturm sollten Patrik Schick und Adam Hlozek die nötige Durchschlagskraft entwickeln.
Die Südafrikaner gingen es laut Papier mit einem 4-3-3-System an, nachdem vor allem die von Teamchef Hugo Broos zuletzt aufgebotene Fünferkette gegen die Mexikaner so gar nicht gefruchtet hatte. Oswin Appollis und Thapelo Maseko flankierten an der Spitze Mittelstürmer Igraam Rayners. Yaya Sithole und Themba Zwane waren die prominenten Zuschauer. Das Duo hatte im Eröffnungsspiel die Rote Karte gesehen.
Tschechien mit Start nach Maß
Die neue Formation funktionierte bei den Tschechen zu Beginn eindeutig besser. Schiedsrichterin Tori Penso – die US-Amerikanerin pfiff 2023 das WM-Finale der Damen – hatte das Spiel noch nicht einmal richtig freigegeben, und schon klopfte Tschechien an. Nach nicht einmal einer Minute hatte Schick die Führung auf dem Kopf, der Versuch fiel aber um einen Deut zu schwach aus.
Fünf Minuten später durften die tschechischen Fans dann aber bereits jubeln. Denn nach einem blitzsauberen, schnellen Angriff über die rechte Seite und einem perfekten Assist von Alexandr Sojka schob Sadilek locker ein. Die südafrikanische Abwehr half dabei kräftig mit, die aufgebotene Viererkette war nicht ansatzweise vorhanden. Die Führung war verdient, erst nach einer Viertelstunde fanden die Südafrikaner halbwegs ins Spiel. Das lag vor allem daran, dass die Tschechen das anfänglich hohe Tempo drosselten.
Highlights von Tschechien – Südafrika
Tschechien und Südafrika haben sich am Donnerstag bei der Fußball-WM zum Auftakt des zweiten Spieltages mit einem 1:1 getrennt. Die Tschechen gingen durch Michal Sadilek früh in Führung(6.), zeigten anschließend aber zu wenig. Südafrika gelang in der 83. Minute durch Teboho Mokoena per Elfmeter der Ausgleich.
Die Partie wurde immer mehr zum mittelmäßigen Ballgeschiebe, richtige Torchancen waren Mangelware. Am gefährlichsten war noch ein Freistoß von Hlozek kurz vor der Pause (41.). Aber so richtig gefährlich auch nur für die oberen Sitzreihen im ersten Rang hinter dem Tor. Südafrika wurde nur einmal wirklich gefährlich: Thapelo Maseko kam im Strafraum an den Ball, nachdem Goalie Matej Kovar eine harmlose Flanke nicht festhalten konnte. Doch der Schuss des Afrikaners wurde geblockt.
Handspiel rettet Südafrika Punkt
Immerhin begann die zweite Hälfte mit deutlich mehr Schwung – vor allem auf tschechischer Seite. Fast wäre das Pendel auch zum 2:0 ausgeschwungen, doch Ronwen Williams war bei einem wuchtigen Weitschuss von Lukas Cerv auf dem Posten (47.). Beim folgenden Eckball stand der südafrikanische Schlussmann erneut goldrichtig, als ein Kopfball von Schick zu zentral ausfiel (48.). Tschechien blieb am Drücker. 52. Minute: Ladislav Krejci kam per Kopf an den Ball, doch der ging schlussendlich drüber.
Die Südafrikaner taten sich offensiv weiter schwer, agierten viel zu statisch. Tschechien passte sich mit Fortdauer dem Niveau an. Pavel Sulc hatte in der 60. Minute noch die beste Chance, agierte aber zu umständlich. Erst gegen Ende der Partie setzte sich Südafrika wieder besser in Szene und verlagerte das Spiel in die tschechische Hälfte. Wirklich große Chancen auf den Ausgleich erspielten sich „Bafana bafana“ gegen den immer passiveren Gegner aber nicht.
In der 83. Minute stand es trotzdem 1:1. Denn Mokoena durfte vom Elfmeterpunkt antreten, nachdem Sulc eine versuchte Flanke an den linken Arm bekommen hatte. Jetzt war auf einmal wieder etwas Feuer im Spiel. Vor allem, weil ein Remis beiden Teams im Kampf um den Aufstieg ins Sechzehntelfinale nicht wirklich einen Vorteil verschaffte. Aber auch in sieben Minuten Nachspielzeit gelang kein Tor mehr. Aubrey Modiba kam einem in der Nachspielzeit noch am nächsten, doch sein Schuss wurde geblockt (96.).
Stimmen zum Spiel:
Miroslav Koubek (Tschechien-Teamchef): „Wir sind über das Ergebnis enttäuscht, denn ich glaube, wenn man die Chancen betrachtet, waren wir dem Sieg näher. Wir haben aber einen Fehler gemacht, der uns das Unentschieden gekostet hat.“
Hugo Broos (Südafrika-Teamchef): „Ich bin sehr stolz auf mein Team. Das ist ‚Bafana Bafana‘, wir lieben guten Fußball, wir spielen aggressiv und kreieren Chancen. Wir haben zwar Fehler gemacht, aber ich bin sehr stolz auf die Leistung. Die tschechische Mannschaft ist stark und sehr groß gewachsen. Wir haben uns gut geschlagen. Jetzt müssen wir unbedingt gegen Südkorea gewinnen.“
FIFA WM 2026, Gruppe A
Donnerstag:
Tschechien – Südafrika 1:1 (1:0)
Atlanta, SR Penso (USA)
Tor:
0:1 Sadilek (6.)
1:1 Mokoena (83./Elfmeter)
Tschechien: Kovar – Holes, Hranac, Krejci – Coufal, Darida (55. Sulc), Cerv (78. Zima), Sadilek (67. Soucek), Sojka (55. Zeleny) – Hlozek (67. Provod), Schick
Südafrika: Williams – Mudau, Okon, Mbokazi, Modiba – Mbatha, Mokoena, Adams (46. Mofokeng) – Maseko (84. Sebelebele), Rayners (66. Makgopa), Appollis
Gelbe Karten: Krejci bzw. Mokoena, Mbatha