Limeyrat
| Limeyrat Limeirac | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Le Haut-Périgord noir | |
| Gemeindeverband | Terrassonnais Haut Périgord Noir | |
| Koordinaten | 45° 10′ N, 0° 59′ O | |
| Höhe | 143–266 m | |
| Fläche | 19,72 km² | |
| Einwohner | 424 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 22 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24210 | |
| INSEE-Code | 24241 | |
| Website | www.limeyrat.net | |
Blick auf Limeyrat | ||
Limeyrat (Aussprache [limeˈʁa], okzitanisch Limeirac) ist eine französische Gemeinde mit 424 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner werden Limeyratois und Limeyratoises genannt.
Geografie
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Limeyrat liegt etwa 21 Kilometer ostnordöstlich von Périgueux, etwa 35 Kilometer nordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 52 Kilometer nordöstlich von Bergerac am Übergang der Landschaft des Périgord central zum Périgord noir. Ihr Gebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird von kleineren Fließgewässern entwässert.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Limeyrat liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat. Das Gemeindegebiet befindet sich sowohl im Causse de Cubjac als auch im Causse de Savignac, die zusammen mit dem Causse de Thenon eine Gruppe verkarsteter Hügel mit Kalkstein aus dem Unterjura östlich von Périgueux bis Excideuil und Thenon bilden, die sich etwa über ein Gebiet von etwa 30 Kilometern von Nord nach Süd und etwa 15 Kilometern von West nach Ost erstreckt, durchschnitten von den Tälern der Isle, der Auvézère und dem Loue.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige, im Norden und Süden bewaldete Landschaft, deren Erhebungen nach Süden hin ansteigen und über 250 m betragen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 266 m im Südosten. Der tiefste Punkt mit 143 m ist im äußersten Norden bei der Karstquelle des Flüsschens Blâme an der Grenze zur Nachbargemeinde Brouchaud anzutreffen. Das Zentrum liegt auf etwa 236 m Höhe.
Rund 68 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 29 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen, genutzt, rund 1 % entfällt auf Flächen mit Bergwerken, Deponien und Baustellen, rund 1 % auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]
Limeyrat wird von folgenden fünf Gemeinden umgeben:
| Montagnac-d’Auberoche | Brouchaud | |
| Ajat | ||
| Bassillac et Auberoche | Fossemagne |
Klima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die klimatischen Bedingungen in Limeyrat werden als mild und gemäßigt eingestuft. Die Niederschlagsmengen in Limeyrat sind bemerkenswert, da selbst in Monaten, die typischerweise trocken sind, erhebliche Niederschläge fallen. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in dieser Region unter Cfb eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Limeyrat beträgt 12,8 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,1 °C, die höchste im Juli mit 21 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen 980 mm.[3]
Natürliche Risiken
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Natürliche Risiken manifestieren sich in Limeyrat neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Bodenbewegungen
Aufgrund der starken Bedeckung des Gemeindegebiets mit Wald ist Limeyrat einer Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[4]
Wie die Risikokarte zeigt, ist mehr als die Hälfte des Gemeindegebiets, konzentriert auf den Süden, von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 1995, 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Limeyrat besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.
Etymologie und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Name des Dorfes erschien im 13. Jahrhundert erstmals in der Schreibweise Limeyrac, in der Folge in latinisierter Form als Limaracum (1395). Das Toponym hat sich seitdem praktisch nicht verändert. Die Endungen -ac und -at wechselten regelmäßig, wobei der finale Konsonant nicht mehr ausgesprochen wurde. Der Name stammt von einem Personennamen germanischen Ursprungs, Liutmarus, erweitert um -iacum.[5]
Die Gegend um Limeyrat ist seit prähistorischen Zeiten besiedelt, wie die zahlreichen Höhlen und Felsunterstände belegen, die für die Region typisch sind. Im Mittelalter war Limeyrat geprägt von der Herrschaft lokaler Seigneurs, wie der Familie Abzac de Meynac, und den Konflikten des Hundertjährigen Krieges, in dem die Königreiche Frankreich und England um die Vorherrschaft im Périgord kämpften. Die Kirche Saint-Martial aus dem 12. Jahrhundert ist eines der erhaltenen Beispiele dieser Zeit und veranschaulicht romanische Architektur sowie die Bedeutung der Religion im Landstrich.[6]
Im 14. Jahrhundert gehörte Limeyrat mit 13 weiteren Pfarrgemeinden zur Kastellanei Auberoche.[7]
Wirtschaftlich und historisch prägt der lokale Kalkstein die Gemeinde. Der begehrte Naturstein wird in der Region seit Jahrhunderten abgebaut und unter anderem für historische und moderne Bauprojekte verwendet.[8]
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Limeyrat: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 467 | |||
| 1800 | 422 | |||
| 1806 | 440 | |||
| 1821 | 510 | |||
| 1831 | 554 | |||
| 1836 | 527 | |||
| 1841 | 529 | |||
| 1846 | 612 | |||
| 1851 | 555 | |||
| 1856 | 525 | |||
| 1861 | 486 | |||
| 1866 | 504 | |||
| 1872 | 514 | |||
| 1876 | 523 | |||
| 1881 | 485 | |||
| 1886 | 507 | |||
| 1891 | 464 | |||
| 1896 | 523 | |||
| 1901 | 437 | |||
| 1906 | 421 | |||
| 1911 | 425 | |||
| 1921 | 377 | |||
| 1926 | 374 | |||
| 1931 | 365 | |||
| 1936 | 360 | |||
| 1946 | 381 | |||
| 1954 | 351 | |||
| 1962 | 371 | |||
| 1968 | 343 | |||
| 1975 | 394 | |||
| 1982 | 408 | |||
| 1990 | 427 | |||
| 1999 | 436 | |||
| 2006 | 441 | |||
| 2013 | 455 | |||
| 2020 | 438 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[9] INSEE ab 2006[10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kirche Saint-Hilaire aus dem 12. Jahrhundert, Umbauten aus dem 16. Jahrhundert, der Chor ist seit 1903 als Monument historique klassifiziert, der Rest der Kirche seit 2006 eingeschrieben
- Dolmen Peyre Levade aus der Jungsteinzeit am Lieu-dit Peyre Levade, seit 1980 als Monument historique eingeschrieben
- Kapelle La Pinolie aus dem 17. Jahrhundert
- Schloss L’Étang aus dem 19. Jahrhundert
- Kirche Saint-Hilaire
- Dolmen Peyre Levade
- Kapelle La Pinolie
- Schloss L’Étang
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde verfügt über die öffentliche Grundschule (École élémentaire) „Gabriel Moulinier“ mit 21 Schülerinnen und Schülern in einer Klasse im Jahr 2024.[11]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Steinbrüche der Firma Bontemps wurden unter gerichtliche Verwaltung gestellt und im Dezember 2022 von den Thiviers-Steinbrüchen mit 28 Mitarbeitern (zuvor 39) übernommen. Da die Firma Thiviers hauptsächlich auf die Gewinnung von Granulaten spezialisiert ist, sahen sie darin eine Chance, die sich ergänzenden Stärken beider Unternehmen zu nutzen.[12]
Erwerbstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2022 waren 182 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Limeyrat erwerbstätig, entsprechend 73,7 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (75,2 %) höher war als bei den Frauen (72,1 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 21 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (28). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 14,4 % (2016) auf 11,5 % (2022).[13]
Branchen und Betriebe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Bereich mit den meisten Beschäftigten (50,8 %) war Ende 2024 der Sektor der Industrie.[13]
31 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Limeyrat wirtschaftlich aktiv:[13]
| Branche | Anzahl | % |
|---|---|---|
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 9 | 29,0 % |
| Baugewerbe | 5 | 16,1 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 8 | 25,8 % |
| Immobilien | 1 | 3,2 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 6 | 19,4 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 1 | 3,2 % |
| Andere Dienstleistungen | 1 | 3,2 % |
| Gesamt | 31 |
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Limeyrat liegt in den Zonen geschützter Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.[14]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf der Zucht von Pferden und/oder anderen Pflanzenfressern.[15] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 16 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 11 im Jahr 2000 und im Jahr 2010 und auf 10 im Jahr 2020, ein Rückgang von 37,5 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 383 Hektar im Jahre 1988 auf 455 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb erhöhte sich von 23,9 Hektar auf 45,5 Hektar.[16][17][18]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Autobahn A 89, genannt La Transeuropéenne durchquert das nördliche Gemeindegebiet ohne Anschlussstelle Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum der Gemeinde mit den Weilern und Nachbargemeinden.
Die Bahnstrecke Coutras–Tulle durchquert das Gemeindegebiet, wird aber von Zügen vom TER Nouvelle-Aquitaine nicht mehr angefahren.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 23. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 23. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Klima Limeyrat. Climate-Data.org, abgerufen am 23. Juni 2026.
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 22. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seiten 201–202
- ↑ Limeyrat. Le guide du Périgord, abgerufen am 23. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Vicomte de Gourgues: Gourgues-Dictionnaire topographique de la France. guyenne.fr, 23. Januar 2012, abgerufen am 23. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Pierre de Limeyrat. Iribarren Pierres Naturelles, abgerufen am 23. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Notice Communale Limeyrat. EHESS, abgerufen am 23. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 23. Juni 2026
- ↑ École élémentaire Gabriel Moulinier. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 23. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Anne-Marie Siméon: Dordogne : les carrières de Bontemps reprises par celles de Thiviers. Sud Ouest, 19. Dezember 2022, abgerufen am 23. Juni 2026 (französisch).
- 1 2 3 Dossier complet - Commune de Limeyrat (24241). INSEE, abgerufen am 23. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 23. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 23. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Limeyrat. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 23. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 23. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 23. Juni 2026 (französisch).
