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Nailhac

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Nailhac
Nalhac
Nailhac (Frankreich)
Nailhac (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Le Haut-Périgord noir
Gemeindeverband Terrassonnais Haut Périgord Noir
Koordinaten 45° 14′ N, 1° 9′ OKoordinaten: 45° 14′ N, 1° 9′ O
Höhe 161–357 m
Fläche 19,35 km²
Einwohner 289 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 15 Einw./km²
Postleitzahl 24390
INSEE-Code
Website www.nailhac.eu

Blick auf Nailhac

Nailhac (Aussprache [naˈjak], okzitanisch Nalhac) ist eine französische Gemeinde mit 289 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner werden Nailhacois und Nailhacoises genannt.

Der Teich Coucou an der Grenze zur Nachbargemeinde Hautefort
Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Nailhac liegt etwa 35 Kilometer ostnordöstlich von Périgueux, etwa 31 Kilometer westnordwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 38 Kilometer nordnordwestlich von Sarlat-la-Canéda im Nordosten des Départements. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Périgord central, im touristisch benannten Landesteil Périgord noir. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird von den Flüsschen Taravellou, Beuze, Thévenot, Ruisseau de la Chapelle sowie von zwei kleineren Wasserläufen entwässert.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Nailhac liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus quartären Oberflächenformationen aus dem Känozoikum sowie aus Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum und dem Paläozoikum.

Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige und nach Osten hin bewaldete Landschaft, auch mit einigen Weinbergen durchsetzt, deren Erhebungen nach Süden hin Höhen über 300 m überschreiten. Der topografisch höchste Punkt mit 357 m liegt im Süden unweit des Lieu-dit Puy la Cassade an der Grenze zur Nachbargemeinde La Chapelle-Saint-Jean. Der tiefste Punkt befindet sich mit 161 m im Norden am Teich Coucou an der Grenze zur Nachbargemeinde Hautefort. Das Zentrum liegt auf einem Höhenrücken auf etwa 227 m Höhe.

Rund 75 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, in erster Linie homogen, genutzt, rund 25 % sind bewaldet (Stand: 2018).[2]

Nailhac ist von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Hautefort
Granges-d’Ans Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Badefols-d’Ans
Saint-Rabier La Chapelle-Saint-Jean Châtres

Die klimatischen Bedingungen in Nailhac werden als warm und gemäßigt eingestuft. In der Gemeinde kommt es das ganze Jahr über zu erheblichen Niederschlägen. Selbst im trockensten Monat Juli fallen noch große Niederschlagsmengen. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Nailhac beträgt 12,7 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 4,9 °C, die höchste im Juli mit 20,9 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 1014 mm.[3]

Etymologie und Geschichte

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Das Dorf hatte im 12. Jahrhundert ein Priorat, das zur Benediktinerabtei in Tourtoirac gehörte, aber die romanische Kirche blieb nicht unversehrt. Am Lieu-dit Chassaing existierte ein Dorf, dessen Kirche zu Beginn des 15. Jahrhunderts erwähnt wurde (1414). An dieser Stelle wurde eine Stätte aus der Jungsteinzeit zutage gefördert.

Der Name des Dorfes Nailhac erschien früher, zu Beginn des 12. Jahrhunderts, im Zusammenhang mit der Kirche in Sanctus Stephanus de Naillac (1120). Die Schreibweise schwankte zwischen -ll- und -lh-, die dieselbe Aussprache bewirkten. Im 13. Jahrhundert wurde das Dorf als Noalhac erwähnt und als Nouaillac im 16. Jahrhundert. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Name noch als Naillac geschrieben. Nailhac steht für einen der seltenen Ortsnamen auf -ac, die keinen Personennamen als Ursprung haben. Der Name stammt nämlich vom lateinischen novalia (deutsch Brachfeld), das neu gerodetes Land bezeichnete, gefolgt vom Suffix -acum. Der gleiche Ausgangspunkt ergab die Namen von Lanouaille und Nojals und die Lieux-dits Nouillac, La Nouaillerie und La Nouaillete. Im okzitanischen Sprachraum gibt es die Varianten Noailhac im Département Aveyron, Noailhac im Département Tarn, Noaillac im Département Gironde, im Bereich der Langues d’oïl Nuaillé, Noailly und zahlreiche Neuilly. Das lateinische Wort ohne -acum gab den Namen Noailles im Département Corrèze.[4]

Der hochgelegene Ort Chassaing war zu Beginn des 14. Jahrhunderts eine mit einer Freiheitsurkunde ausgestattete Bastide sowie ein Pfarrzentrum und Sitz eines Kapitänats, das der Kastellanei Ans unterstand.[5]

Nachdem die Pfarrei Naillac unter die Hoheit der Grafschaft Périgord gelangt war, wurde sie am 28. Juli 1600 vom französischen König Heinrich IV. an den Seigneur François d’Hautefort verkauft.[5]

Während des Zweiten Weltkriegs bewiesen die Dorfbewohner großen Mut. Die Familie Amédée und Jeanne Jouan (Lehrer in Nailhac) versteckte ab Februar 1943 eine jüdische Familie aus Marseille und half ihnen mit falschen Papieren.[6]

Bevölkerungsentwicklung

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Nailhac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
1.068
1800
  
744
1806
  
816
1821
  
895
1831
  
910
1836
  
975
1841
  
886
1846
  
941
1851
  
977
1856
  
942
1861
  
959
1866
  
950
1872
  
959
1876
  
1.007
1881
  
1.027
1886
  
998
1891
  
979
1896
  
885
1901
  
880
1906
  
866
1911
  
871
1921
  
758
1926
  
712
1931
  
710
1936
  
667
1946
  
631
1954
  
565
1962
  
487
1968
  
429
1975
  
378
1982
  
345
1990
  
299
1999
  
281
2006
  
274
2013
  
306
2020
  
296
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

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  • Die Kirche L’Invention-de-Saint-Étienne aus dem 12. Jahrhundert besitzt einen Glockengiebel, der Platz für vier Glocken bietet. Heute ist nur noch eine einzige aus dem Jahr 1726 erhalten, da die drei anderen während der Französischen Revolution für die Produktion von Kanonen eingeschmolzen wurden. Die Glocke ist seit 1994 als Monument historique der beweglichen Kulturgüter klassifiziert.[9][10]

Erwerbstätigkeit

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Im Jahre 2023 waren 113 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Nailhac erwerbstätig, entsprechend 71,8 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (73,5 %) höher war als bei den Frauen (70,0 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 15 Personen im Jahr 2023 niedriger als im Jahr 2017 (17). Die Arbeitslosenquote stieg aufgrund der niedrigeren Erwerbsquote von 11,9 % (2017) auf 13,9 % (2023). Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen stieg in diesem Zeitraum sogar von 0 % auf 30,5 %.[11]

Branchen und Betriebe

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31 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2024 in Nailhac wirtschaftlich aktiv:[11]

BrancheAnzahl%
Fertigung, Bergbau und andere Industrien619,4 %
Baugewerbe39,7 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie825,8 %
Finanzen und Versicherungen13,2 %
Immobilien619,4 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten26,5 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln13,2 %
Andere Dienstleistungen412,9 %
Gesamt31

Nailhac liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.[12]

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 48 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 46 im Jahr 2000, auf 30 im Jahr 2010 und auf 25 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 47,9 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 1079 Hektar im Jahre 1988 auf 1404 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg deutlich von 22,5 Hektar auf 56,1 Hektar.[14][15][16]

Kulturelle Veranstaltungen und Feste

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Das traditionelle Walnussfest von Nailhac ist ein unverzichtbares Ereignis im Département Dordogne, bei dem die berühmte Walnuss aus dem Périgord im Mittelpunkt steht. Es wird jedes Jahr Mitte August vom Verein „Nailhac en fête“ in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der „Confrérie de la noix du Périgord de Nailhac“ (Walnussbruderschaft des Périgord von Nailhac) organisiert.

Die zur Departementsstraße D 704 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 704 von Limoges nach Sarlat-la-Canéda führt entlang der westlichen Gemeindegrenze. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.

Gemeindepartnerschaft

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Mit der belgischen Gemeinde Ans in der Provinz Lüttich besteht eine Partnerschaft.

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Nailhac – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Esprit de Pays, abgerufen am 2. Oktober 2026 (französisch).
  2. ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 2. Oktober 2026 (französisch).
  3. ↑ Klima Nailhac. Climate-Data.org, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  4. ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seite 244
  5. 1 2 Sébastien Colpin: Nailhac, un village de la Dordogne du Pays de Hautefort. Sébastien Colpin, 18. September 2021, abgerufen am 2. Oktober 2026 (französisch).
  6. ↑ Dossier n°10245 - Juste(s). Comité français pour Yad Vashem, abgerufen am 2. Oktober 2026 (französisch).
  7. ↑ Notice Communale Nailhac. EHESS, abgerufen am 2. Oktober 2026 (französisch).
  8. ↑ Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 2. Oktober 2026
  9. ↑ cloche in der Base Palissy des französischen Kulturministeriums (französisch)
  10. ↑ Le village de Nailhac. Gemeinde Nailhac, abgerufen am 2. Oktober 2026 (französisch).
  11. 1 2 Dossier complet - Commune de Nailhac (24302). INSEE, abgerufen am 2. Oktober 2026 (französisch).
  12. ↑ Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 2. Oktober 2026 (französisch).
  13. ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 2. Oktober 2026 (französisch).
  14. ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Nailhac. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 2. Oktober 2026 (französisch).
  15. ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 2. Oktober 2026 (französisch).
  16. ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 2. Oktober 2026 (französisch).