Lachen

Heute war es mir vergönnt, 
zu lachen, laut zu lachen.
Aus vollem Halse,
wie man so schön sagt. 
So wie schon
seit Tagen nicht mehr
habe ich gelacht.
Nicht wegen eines Witzes,
eines billigen Gags, 
sondern wegen eines
glücklichen Moments, der sich
überraschend, aber nachvollziehbar
einstellte
und mich öffnete
für eine Fröhlichkeit,
der ich gerne weiten Raum gab.
Gerne wieder!

Waldeslust

Tief im Wald, zur Mittagsstunde, 
hoch zog die Sonne ihre Runde,
zwei Liebende die Lust betörte,
derweil der Hirsch im Dickicht röhrte. 

Das braune Reh errötete,
der Fink, der grad noch flötete,
verstummte hüstelnd, als er sah,
was im weichen Moos geschah.

Während die Hormone wallten,
durften Triebe sich entfalten.
So war eine laue Stunde
die Liebe mit der Lust im Bunde.

Heut liegt die Lichtung still und leer.
Im Walde geht der Herbst umher.
Nur manchmal wispert's im Geäst,
erinnert an das Liebesfest.

Auf meiner Insel

Auf meiner Insel,  
ganz allein,
wo nur der Sturm geht
und Möwen schrei'n
und nur die Tide
bestimmt die Frist, 
wann's Zeit für's Kommen
oder Gehen ist.

Auf meiner Insel
sitz ich am Strand.
Seelenergüsse
versickern im Sand.
Seufzer und Klagen
verwehen wie Staub, 
tanzen davon
wie trockenes Laub.

Auf meiner Insel
lern ich versteh'n, 
wage, mich selbst
im Spiegel zu seh'n
und habe gerade,
erkenntnisgeschwängert,
wohl oder übel
die Buchung verlängert.